Kontroverse Erlebnisse im Waldorfbürgertum: Zur Verfertigung postfaktischer „Wahrheiten“

10. Januar 2017 at 4:29 pm 26 Kommentare

Ein Gast-Beitrag von bobby*

In einen Kommentar zum Beitrag Waldorfschule Filstal – Schüler-Projekttage mit Ken Jebsen abgesagt von F. Rothacker am 9. November 2016 führt dieser aus:

„… Schade, dass hier Daniele Ganser und Ken Jebsen in einem Atemzug genannt werden. Zwischen den beiden Herren herrscht doch ein großer Unterschied!…

… Ganser ist in keinster Weise ein Verschwörungstheoretiker sondern in seinen Analysen einfach sehr kritisch – und nicht im „Mainstream“…Schade, dass der Bund der Freien Waldorfschulen hier selber auch nicht differenziert! …“

Der Kommentator hat nur teilweise Recht.

So wird Ken Jebsens primitive und pöbelhafte Art sofort augenfällig, wenn er seine kruden Botschaften ventiliert. So schreibt dieser schon während seiner Moderatoren-Tätigkeit beim Sender RBB an einer seiner Zuhörer:

„…ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffefreuds. bernays. in seinem buchpropaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt. ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat. IBM mit hollerithmachinen. ich weis wer wärend des gesamten kriegesdeutschland mit bombersprit versorgt hat.standartoil also rockefeller.…“
(Rechtschreibfehler im Original. Im vollen Wortlaut und Zusammenhang)

Trotzdem begeistern sich scharenweise Waldorfbündler für die widerwärtigen Agitationen des „Friedensaktivisten“, Verschwörungstheoretikers und ehemaligen Waldorfschülers Jebsen, der die Bürger versucht aufzuklären über die wahren Machenschaften der Eliten.

In Gegensatz zum „kultiviert“ auftretenden Daniele Ganser der, auf den ersten Blick, scheinbar Kompetenz und Zuverlässigkeit verbreitet. Entgegen der Vermutung des Kommentators ist „Friedensforscher“ Ganser, auch er war Waldorfschüler, aber weitaus gefährlicher, noch bösartiger und verlogener als Ken Jebsen. Doch dazu später mehr.

Zunächst zum Bund der Freien Waldorfschulen. Es stellt sich dabei in diesem Zusammenhang zunächst die Frage:

Könnte es sein, dass die mehr als auffälligen Verschwörungsgedanken von Personen wie Ganser und Jebsen auch entscheidend mitgeprägt worden sind von einer stark weltanschaulichen ausgerichtete Pädagogik in ihrer Schulzeit, sozusagen als Spätfolge einer Art von „Waldorfschädigung“?

Ein unmittelbarer, kausaler Zusammenhang zwischen Schulbildung und späterer Werdegang eines Menschen sollte gewiss immer skeptisch und unter großen Vorbehalten gesehen werden. Zumindest die Notwendigkeit einer solchen Fragestellung dürfte sich aber ergeben wenn man sich das Verhalten von Vertreter dieser Schulbewegung in der heutigen Auseinandersetzung um rechtsextreme Tendenzen vor Augen führt. „Da wird man wohl noch fragen dürfen!“

Beispiel: Die Waldorfbewegung und die Mosmann-Kontroverse

Henning Kullak-Ublick, Vorstand und Presseverantwortlicher des Bundes der Freien Waldorfschulen, hatte sich ursprünglich mit erfreulich deutlichen Worten mehrfach von extremistischen Tendenzen an Waldorfschulen distanziert. So auch am 10.07.2015 in einem Rundbrief an die Kollegien der Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen wo er unmissverständlich auf die Gefahr für Waldorfschulen hinweist die von Neurechten, Reichsideologen und Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen ausgeht. Das Ergebnis war eine beispiellose Welle der Empörung anthroposophischen Wutbürgertums.

Kullak-Ublick schreibt dazu in einem Antwortschreiben an Heinz Mosmann, Geschichtslehrer an der Freien Waldorfschule Heilbronn in einem „offenen Brief“ vom 01.11.2015:

„…Ich habe mich in meiner Antwort bemüht, aus der Vielzahl von Zuschriften, die ich bekommen habe, einige wesentliche Aspekte herauszuziehen. Trotzdem möchte ich nicht verschweigen, dass eine für mich bestürzend große Zahl von Zuschriften auf einem Niveau geschrieben wurden, das meine Besorgnis eher noch hat steigen lassen. Ich weiß jetzt nicht nur, dass ich der „Teufel aus dem Dreikönigsspiel“ bin, dazu „vollkommen Ich-los“ und eigentlich gar nicht Ken Jebsen gemeint habe, sondern in Wirklichkeit Rudolf Steiner verraten wollte. Über die persönliche Betroffenheit hinaus machen mich aber vor allem die Zuschriften nachdenklich, die jede diskursive Debatte hinter sich zurückgelassen haben. Die Heftigkeit, mit der hier „zurückgeschossen“ wurde, hatte nicht selten sektiererische Züge. Da in den Monaten, seit ich den Brief geschrieben habe, kein Tag vergangen ist, an dem ich mich nicht damit befassen musste, werde ich von weiteren Erklärungsversuchen absehen…“

In diesem Briefwechsel werden von Herrn Mosmann, beispielsweise beim Thema Verschwörung, mal wieder die Rollen und Tatsachen bis zur Unkenntlichkeit verdreht und verstellt. Das ist so üblich und symptomatisch bei Verschwörungstheoretikern. Und dazu ganz im Sinne von Daniele Ganser und Ken Jebsen. Mosmann beschwert sich lautstark gegen den „unreflektierten und diskriminierenden Gebrauchs des Ausdrucks „Verschwörungstheoretiker““. Er sieht diejenigen die sich um „konstruktive und lebensfähige Sozialideen“ bemühen als Opfer einer „echten“ Verschwörung der sogenannten „bestehenden politischen Strukturen“. Gegen die Aufklärung zu suchen täte wahrlich not, so Geschichtslehrer (!) Mosmann. Gegen die „öffentlich manipulierte Meinung“, gegen die „gleichgeschaltete Presse“. Er wirft Herr Kullak-Ublick symptomatisch fehlendes Verständnis für den Sozialimpuls Rudolf Steiners vor aus Rücksicht auf offizielle Stellen und die öffentliche Meinung.

Im Vorspann zum selben Schreiben schwächt Kullak-Ublick die Vorwürfe gegenüber Ken Jebsen (seine Nähe zu rechten oder „reichsbürgerlichen“ Ideologien) nach einem persönlichen Gespräch mit ihm entscheidend ab und entschuldigt sich. Dabei ist zu erwähnen, dass der „Friedensaktivist“ Ken Jebsen überhaupt nicht friedfertig ist, wenn es um Gerichtsklagen gegen ihm missfällige Personen geht. Es wäre aber bösartig zu vermuten, dass dieses bei der Gemütswandlung von Kullak-Ublick evtl. einen Einfluss gehabt haben könnte.

Des Weiteren versucht er den Inhalt seines ursprünglichen Rundbriefes zu entschärfen, wo es nur geht. Es ist schon peinlich zu sehen, wie sehr er seine Meinung bis zur Unkenntlichkeit und bis zur Selbstverleugnung verbiegt. Nur Weniges wird ganz zaghaft versucht aufrecht zu erhalten. Der Waldorf-Mob hat seine Wirkung nicht verpasst.

Es muss leider festgestellt werden, dass von seinem ursprünglichen, erfreulich deutlichen Worten, wie im Inhalt des Rundbriefes, nur erschreckend wenig übrig geblieben ist. Jedenfalls dürfte Kullak-Ublick es in Zukunft schwer haben das Verhältnis der Bund der Waldorfschulen zum rechtsextremen Gedankengut glaubwürdig zu definieren.

So wurde der Bund der Freien Waldorfschulen mehr oder weniger einen Maulkorb verpasst. Das wird so geteilt, natürlich blütenreich verdeckt formuliert:

„…Die Auseinandersetzung…ist eine Chance, das Bewusstsein für zeitgemäße Meinungsbildungsprozesse und das Selbstverwaltungsideal der Freien Waldorfschulen zu schärfen… möge er Fruchtbares für die Entwicklung der Waldorfschulbewegung bringen…“

Es macht traurig folgern zu müssen, dass in der Schulbewegung bestürzend wenig Bereitschaft vorhanden ist, eigene abwegige Einsichten auch nur annähernd zu überprüfen oder gar ansatzweise in Frage zu stellen.

Ganz offen gesagt: Ich würde heute meine Kinder nicht einer Waldorfschule anvertrauen können, wo ein Lehrer wie Herr Mosmann Geschichte unterrichtet, wo Demagogen wie Ken Jebsen und Daniele Ganser agieren dürfen und wo mindestens von Teilen einer Schulgemeinschaft, Eltern und Lehrern, extremes Gedankengut offen und fanatisch umarmt wird. Vom Waldorf-Wutbürgertum möchte ich meine Kinder fernhalten.

Daniele Ganser, Verschwörung und Querfront

Herr Ganser muss als Verschwörungstheoretiker reinsten Wassers gesehen werden, der sich nicht scheut, in einer scheinbar sauberen, quasi-wissenschaftlichen Verpackung alles was krumm ist gerade zu biegen und vice versa. Er zeigt sich als Meister der Täuschung und Manipulation und versteht es bestens in geschickter Weise ein anti-westliches Weltbild voller Ressentiments mit dazu passenden Verschwörungstheorien als wissenschaftlich fundiert zu verkaufen. Ganz im Sinne Putinnaher Querfront-Netzwerke, die mittlerweile in unsere Gesellschaft ganz offen agieren. Womit sich Ganser heute aber, genau so offen, dazu immer häufiger und neuerdings auch ganz ungeniert, verbündet. In der Tat „sehr kritisch“ im anti-amerikanischen und anti-westlichen Sinne, vor allem aber auch offensichtlich wahrheitswidrig und natürlich weit, weit abseits vom sogenannten „verlogenen Mainstream“.

Nebenbei: Der mittlerweile äußerst populär-populistische Begriff „Mainstream“ beinhaltet eine sehr wirklichkeitsfremde Verallgemeinerung und Gleichschaltung der herkömmlichen Medien, die flächendeckend dämonisiert und tabuisiert werden sollen. Wie eine Neuauflage der sogenannten „Lügenpresse“ aus vergangenen Zeiten. Personen, die Verschwörungsgedanken verhaftet sind und sich dazu häufig in mehr oder weniger extremistische Kreise bewegen, definieren ihre radikalen Meinungen grundsätzlich als abweichend vom Mainstream. Als Gütezeichen. Diese Methode bedienen sich auch extreme Organisationen wie AfD, Pegida, NPD, Identitären, Reichsbürgerbewegung und vergleichbaren die heute ihr Unwesen in der Öffentlichkeit treiben und endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

Leider ganz besonders auch in anthroposophischen Kreisen die sich von Herrn Ganser in ihrer Weltsicht geradezu bestätigt zu fühlen scheinen. Da passt manches wie maßgeschneidert zusammen zu den eigenen esoterischen Sichtweisen und Geschichtsschreibungen. Wo angeblich okkulte angloamerikanische Bruderschaften des Westens unter Führerschaft obskurer Hintermänner ihr Unwesen treiben und die Weltgeschicke zu bestimmen versuchen. Häufig in mehr oder weniger verdeckter Anlehnung an antisemitischen Verschwörungsthesen.

Es wäre aber eigentlich eine viel zu große Ehre, Gansers Ideen als ernsthafte Verschwörungstheorien zu bezeichnen. Theorien sollten wenigstens den Anspruch haben, unterbaut zu sein. Gansers Denken stellt sich dagegen zusammenaus einer Ansammlung von Spekulationen. Sie bilden eine durchaus gekonnt vorgetragene und publikumswirksame Mischung aus offensichtlichen Wahrheiten, Halblügen und Lügen. Seine Visionen leiden dazu chronisch und zwanghaft unter dem zweifelhaften Anspruch bisheriges, anerkanntes Wissen ständig in Frage stellen zu müssen. Dabei ist es aber vor allem Gansers Verschwörungsdenken, das schon nach einer etwas genaueren Überprüfung in sich zusammen fällt. Wie die WTC Türmen am 9/11. Da bleibt nichts übrig als Rauch und gähnende Leere. Und die Glaubensgemeinschaft fällt voll darauf rein.

Die Begriffe Verschwörungsphantasien oder Verschwörungsmythen wären deshalb bei Ganser angebracht und sollten in Zusammenhang zu ihm verwendet werden. Mehr dazu in den unbedingt lesenswerten und exzellenten Ausführungen von Irma Kreiten, die in einer sehr umfangreichen und gründlichen Analyse Gansers Wirken und seine Verbindung zur Querfront in allen Einzelheiten auseinandernimmt. In zusammengefaster Form auch hier.

Auch Ganser bestreitet mit empörter Vehemenz, Verschwörungstheoretiker zu sein. Auch hier muss festgestellt werden: Es ist das typische Verhalten von einem Verschwörungsphantasten, der passend zu seiner eigenen Vorstellungswelt den Vorwurf der Verschwörung abstreitet und an die bösartige und bedrohliche Außenwelt zurückspielt. Er macht der Außenwelt damit genau das zum Vorwurf, was er selbst unentwegt tut: Verschwörungsvorstellungen in die Welt zu setzen. Und lenkt so von der eigenen Verlogenheit ab.

Damit liegt Ganser ganz im Trend seiner Gesinnungsgenossen wie Ken Jebsen und sonstigen obskuren Ideologen die im Umkreis des Kopp-Verlages und des Compact-Magazins Jürgen Elsässers aktiv sind: Je hemmungsloser gelogen wird, desto grösser, radikaler und fanatischer ist die Anhängerschaft der Belogenen. Wenn die Lüge genügend oft und intensiv genug betrieben wird, verschwindet im Bewusstsein der Menschen immer mehr die Fähigkeit zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. „Alles ist nur relativ. Es wird eh nur gelogen…“ heißt es. Die Begriffe „Political Correctness“ und „Gutmenschen“ werden zum Schimpfwort einer perversen und Putin-verfallenen Leitkultur neuer Generationen von Wutbürger. Es schließt sich der Kreis des populistischen Wahnsinns. Die Schatten der Vergangenheit werden lebendig.

Neuerdings ganz eminent auch in den USA, wo Donald Trump unter vergleichbaren Voraussetzungen und mit vergleichbaren Methoden gerade zum Präsidenten gewählt worden ist. Mit unabsehbaren und, wie es sich immer mehr zeigt, dramatischen Folgen. Hinter diesem Machtwechsel darf man durchaus führende Hand des russischen Geheimdienstes annehmen. Die Sicherheitsdienste CIA, FBI und NSA sind sich mittlerweile einig, dass der russischen Geheimdienst, sogar Wladimir Putin persönlich, von Moskau aus die entscheidenden Cyberangriffe steuerte – mit der Absicht, den Wahlausgang zum Vorteil von Donald Trump zu beeinflussen. Neuerdings wurde außerdem ein USA-Elektrizitätswerk ebenfalls von Seiten der russischen FSB erfolgreich gehackt. Dadurch könnte im Ernstfall sogar jederzeit die lebenswichtige Stromversorgung des Landes außer Betrieb gesetzt werden. In Kontrast dazu einen Twitter-süchtigen Neu-Präsidenten, damit beschäftigt über dieses Medium Nettigkeiten zu Putin auszutauschen, statt dessen sich aber chronisch verweigert die Realität zu stellen und bis vor wenigen Tagen nicht einmal bereit war sich über die Ernst der entstandenen Sicherheitslage seinen Sicherheitsdiensten auch nur anzuhören.

Die ungeheuerliche Frage die weltweit für das Jahr 2017 gestellt werden muss: Welches Land ist das nächste Opfer russischer Einflussnahme?

Die Propagandawelle russischer Machart läuft bereits lautstark auf Hochtouren in den zahlreichen Medien der Putintreuen Netzwerke. Daniele Gansers Beitrag dazu ist offenkundig und wird frenetisch bejubelt. Zu seiner Entlarvung reicht eigentlich schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis der neuerdings von ihm veröffentlichten anti-amerikanische Hetzschrift „Illegale Kriege“. Da soll dem Leser offenbart werden, wer angeblich der große Kriegstreiber auf dieser Welt ist: Das Imperium Amerika… Aber ja, natürlich!

Es braucht nur ein wenig geschichtliches Grundwissen, einen Blick auf die Weltkarte und ein Mitverfolgen der Tagesaktualität (aber bitte nur die „Mainstream“ Medien!) um festzustellen wer gegenwärtig und in der Vergangenheit der neueren Geschichte nach Ablauf des Zweiten Weltkrieges, der wirkliche Imperial-Macht und Kriegstreiber ohnegleichen war und ist. Nur als Beispiel in der Aktualität sollten die massiven und menschenverachtenden Kriegsverbrechen des Kreml-Diktators in Syrien genannt werden. Zum Ausbau der russischen Machtposition weltweitund zur Destabilisierung und Auflösung der Bündnisse des verhassten Westens. Im Hintergrund steht dabei die Wahnvision eines von Russland gesteuerten Eurasien!

Genau diese Voraussetzungen der Allgemeinbildung fehlen offenbar weitgehend bei so manchen Vertreter des heutigen „homo anthroposophicus“. Sie werden dadurch zu unwissenden „Opfern“ und naiven Anhängern moderner Propaganda. Oder ist es tatsächlich eine ideologische Verblendung postfaktischer Art, heute ohnehin weit verbreitet, in einer unheiliger Allianz mit der altbewährten Arroganz und stramme Überheblichkeit der eigenen, von Verschwörungsmythen „durchgeistigten“ Weltanschauung? Wahrscheinlich trifft beides zu. Unwissenheit, Naivität verbunden mit einer Portion geistig verblendeter Überheblichkeit.

Auch die Kontroverse um den Geschichtslehrer Heinz Mosmann sollte gerade auch in diesem Zusammenhang gesehen werden! Verbunden mit ihrer Auswirkung auf Generationen von Waldorfschülern, die eine verzerrte Darstellung von Geschichte und Gesellschaft für ihren Lebensweg vermittelt bekommen!

Eine brandgefährliche Mischung braut sich da zusammen im postfaktischen Zeitalter des 21. Jahrhunderts. Fakten, Tatsachen, Argumente, alles was beiträgt zur Aufklärung, werden verdreht und verdrängt von dumpfen Gefühlen und teilweise offensichtliche Lügen von Heilsversprechungen neuer Verführer.

Nachtrag: Das (Un)Wort des Jahres 2016 ist „Postfaktisch“

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat das am 9. Dezember 2016 bekannt gegeben. Die Jury, zusammengesetzt aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wählte aus rund 2000 Belegen zehn Wörter und Wendungen:

„…die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz bzw. Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund: Auf diese Weise stellen die Wörter eine sprachliche Jahreschronik dar, sind dabei jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden. Das Kunstwort postfaktisch, eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen »post-truth«, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« (»feel true«) führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg…“

Da haben uns anscheinend die Schatten der dunklen Hintermänner der angloamerikanischen Bruderschaften auch noch das postfaktische Zeitalter mit einem Trump(f) als „bad joker“ verpasst.

Daniele Ganser lässt grüßen!

Weblinks:

Weblink 01″Waldorfschule Filstal“:

https://waldorfblog.wordpress.com/2015/07/10/jebsen-goeppingen

Weblink02 „Ken Jebsen“:

https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/artikel/2016/12/30/medien-kenfm-ken-jebsen/

Weblink 03 „Im vollen Wortlaut und Zusammenhang“:

http://www.achgut.com/artikel/ich_weis_wer_den_holocaust_als_pr_erfunden_hat/

Weblink 04 „In diesem Briefwechsel“:

http://www.dreigliederung.de/kontroversen/2015-freies-geistesleben-und-verschwoerungstheorien

Weblink 05 „Lügenpresse“:

http://www.politische-bildung-brandenburg.de/sites/default/files/bilder/der-begriff-luegenpresse-von-1900-bis-2000%20%281%29.gif

Weblink 06″Irma Kreiten“:

http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.de/2014/11/daniele-ganser-und-sein-umfeld-iii.html

Weblink 07″In zusammengefaster Form auch hier“:

http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.de/2014/12/rainer-rothfu-goes-querfront-tubinger.html

Weblink 08 „Sicherheitsdienste“:

https://www.dni.gov/files/documents/ICA_2017_01.pdf

Weblink 09″Inhaltsverzeichnis“:

http://d-nb.info/1098438604/04

Weblink 10″Postfaktischen“:

http://gfds.de/wort-des-jahres-2016/#postfaktisch

Weblink 11″Wort des Jahres 2016 ist: Postfaktisch“:

http://gfds.de/wort-des-jahres-2016/

Weblink 12″post-truth“:

https://en.oxforddictionaries.com/word-of-the-year/word-of-the-year-2016

Weblink 13″feel true“:

http://www.economist.com/news/leaders/21706525-politicians-have-always-lied-does-it-matter-if-they-leave-truth-behind-entirely-art?fsrc=scn/tw/te/pe/ed/artofthelie

Weblink 14″Trump(f)“:

Christmas Cold Open: Alec Baldwin & John Goodman (SNL 17.12.2016)

https://www.youtube.com/watch?v=bzPHzmOQYek

Weblink 15″bad joker“:

https://i.ytimg.com/vi/ZWr2V_0GrzY/maxresdefault.jpg

(https://www.youtube.com/watch?v=ZWr2V_0GrzY)


*Name der „Redaktion“ bekannt.

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Entry filed under: Allgemein.

Vidars Gefolgschaft: Antisemitismus in der norwegischen Anthroposophie. Ein Interview mit Prof. Jan-Erik Ebbestad Hansen

26 Kommentare Add your own

  • 1. Hubert Geißler  |  10. Januar 2017 um 5:44 pm

    Kleine Anmerkung: Der Vorwurf, Russland, womöglich Putin persönlich, hätte den amerkanischen Powergrid angegriffen, scheint schon in sich zusammengefallen zu sein. Ich habe die Mosmannbriefe gelesen, kann da leider nichts postfaktisches erkennen, das derartigen Zorn hervorrufen könnte. Wenn man gegen Verschwörungstheorien von anthroposophisher Seite vorgehen will, dann vielleicht doch gegen das Orginial: Empfehle Lektüre der zwei Steinerbände „Das Karma der Unwahrhaftigekeit“.
    Meiner Meinung nach Verschwörungstheorie reinsten Wassers,was nichts über richtig oderfalsch sagen soll. Schön belegt auch durdch Markus Osterrieders umfangreiches Buch zu WK I. So ist es halt nun mal. Grüße an bobby. Hubert Geißler

    Antwort
  • 2. Gertrud Kiefer-Volkert  |  11. Januar 2017 um 11:59 am

    Richtig, Ansgar Martins! „Genau diese Voraussetzungen der Allgemeinbildung fehlen hier so manchem Vertreter des heutigen >>homo anthroposophicus<>Opfern<< und naiven Anhängern moderner Propaganda."

    Dazu ist nämlich Schule da, um genau dies zu vermeiden. Vorbeugung heißt hier: vernünftige Ausbildung, die jedoch in der Waldorfschule nicht sein darf! Es nutzt nichts, einzelne Lehrer auf den Prüfstand zu stellen, das Problem liegt an der Konzeption der Waldorfschule mit ihren unaufgeklärten Unterrichtsinhalten. Aufklärung und kritisches Denken sind dort nämlich praktisch verboten! Grund: Rudolf Steiner ist ein Gegner von Kant, dem kritischen Aufklärer.

    Gut, dass sie sagen, wer welche Schulbildung hat. Dass Waldorfschule jetzt mit den "Früchten" ihrer Arbeit sich plagen muss, ist doch nur konsequent.

    Längerfristig kommt man mit Aufklärung weiter.

    Antwort
    • 3. A.M.  |  11. Januar 2017 um 12:02 pm

      Der Text ist nicht von mir. Ich halte den „homo anthroposophicus“, wenn man davon schon sprechen will, für durchaus allgemeingebildet. Die Enttabuisierung von Verschwörungsideologie, die derzeit zu beobachten ist, zeigt eher, dass Allgemeinbildung nichts wirklich verlässliches ist. Die Anthroposophie wäre nicht so beliebt, wenn sie mit dem herrschenden „common sense“ so unvereinbar wäre.

  • 4. Hubert Geißler  |  11. Januar 2017 um 12:21 pm

    Zitat A. M.: „Die Anthroposophie wäre nicht so beliebt, wenn sie mit dem herrschenden „common sense“ so unvereinbar wäre.“
    Genau! Im Geschichtsunterricht hat man an Waldorfschulen ab Klasse 12 spätestens den staatlichen Lehrplan, würde ich sagen. Da ist Atlantis definitiv untergegangen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass öfter mal begeistert gegen eine 50-er Jahre Anthroposophie mit jesuitischen und freimaureischen Verschwörungen gekämpft wird, dies so gar nicht mehr gibt. Faktisch ist doch die Waldorfschule längst ein Reparaturbetrieb des staatlichen Systems oder eine Nische für die alternative Mittelschicht. My five cents.
    H.G.

    Antwort
    • 5. A.M.  |  11. Januar 2017 um 12:47 pm

      Danke für den Kommentar. Ich glaube ja, dieser Zustand spricht eher gegen den „common sense“ und für die Verbreitung von Alltagsaberglauben. Ich stimme der Aussage, dass man da relativieren muss, aber zu. Nur macht die Prüfungsvorbereitung für die staatlichen Abschlüsse die Umstellung im 12. Schuljahr notwendig. Die Umstellung zum Ende hin ist also eine Reaktion auf externe Kriterien und nicht unbedingt ein Argument für die Pädagogik – ab dem 5. Schuljahr *könnte* außerdem vorher viel Schaden angerichtet werden. Sowohl die religiös-okkulte Analphabetisierung unter Waldorflehrern als auch der Umstand, dass das Abi-Wissen Geschichte etwas tiefer sitzt als mythopoetische Erzählungen in den ersten Schuljahren, muss man als relativierende Faktoren etwaiger weltanschaulicher Beeinflussung anführen (in diesem Sinne kann man sicherlich zu Pranges „Weihnachtsmann-Pädagogik“ zurückkehren. Wie der Weihnachtsmann wird vieles über die Grimmsmärchen, Thor und Odin, Odysseus und Manu und „die großen Entdecker“ vergessen, das ja auch alles auf der gleichen Ebene präsentiert wird).

      Während Atlantis sicher nicht mehr so beliebt ist wie bei Anthroposophen der 50er Jahre, beobachte ich im politischen und historischen anthroposophischen Diskurs aber eine ungemindete und sogar steigende Präsenz der Verschwörungsideologie. Mit der englischsprachigen Esoterikforschung und ihren Diskurstheorien könnte man sogar sagen, dass die Verbreitung von Verschwörungsdenken und esoterischem zusammenhängen. (vgl. Partridge) Bei Anthroposophen besteht das Problem vor allem in der den vermeintlichen „okkulten Logen“ entgegengesetzten Mitteleuropa-Mythologie, die immer wieder aufscheint: „Das pädagogische Ziel ist, als ein Weltbürger Mitteleuropas eine Sprache des Westens wie des Ostens zu erlernen…“ (http://www.swp.de/crailsheim/lokales/crailsheim/freie-waldorfschule-crailsheim_-interessierte-koennen-russische-sprache-und-kultur-erfahren-14272109.html) Das alte Gespenst ist die Paradoxie eines völkerpsychologisch begründeten „Kosmopolitismus“.

    • 6. Hubert Geißler  |  11. Januar 2017 um 1:10 pm

      Na ja, ich komme dezidiert aus der Praxis und würde sagen, dass anthroposophische Idelogismen in den Kollegien sehr auf dem Rückzug sind, einfach mangels Wissen. Das ist bei vielen nicht mehr als ein Firnis a la Weledakalender und „a Tempo“. Die Ausbildungspraxis der Seminare hat ja inzwischen auch viel von „Schnellbräten“, was bei vielen gar nicht mehr verfängt. Bei Steiner selbst gibts meiner Meinung nach einen Widerspruch zwischen Kosmopolitismus und dezidierter k.u.k -Verhaftung. Nicht zuletzt daraus ist die Entwicklung der Dreigliederung zu verstehen. Dagegen stehen Steiners Aussagen, dass das schlimmste für die Weltentwicklung Uniformität wäre. Also platt gesagt, die Rassen verschwinden, aber die Kulturräume müssen aufrechterhalten werden. Und er wird nicht müde zu betonen, dass eben kein Keil zwischen Russland und Deutschland geschoben werden sollte. Lese gerade viel Solschenyzin, der meint das auch.
      Da könnte man geradezu zum Putinversther werden. Wobei in meinem Fall noch kein Rubelchen auf mein Konto geflossen ist. Krimsekt ginge ja auch, aber nicht die Plörre von Kaufland. H.G.

    • 7. A.M.  |  11. Januar 2017 um 1:20 pm

      Was heißt in diesem Fall „dezidiert aus der Praxis?“ Auch ich habe ja auch „die Praxis“ von Schulen erlebt und durchlaufen und sehe nicht prinzipiell, dass das einen zu Urteilen über die gesamte Bewegung berechtigt, die man zumindest zusätzlich noch auf Textuntersuchungen stützen muss. *Dass* die anthroposophischen Positionen langsam verloren gehen, scheint mir dabei auf jeden Fall zutreffend. Daher ja auch die Anfälligkeit für Reichsbürger, „Davis-Training“ usw., wie hier in verschiedenen Artikeln dargestellt. Außerdem fragt sich wirklich, ob bei der Traditionsverlust unter Anthroposophen bei gleichzeitiger unbeirrter Weiterführung der Praxis nicht ein ganz anderes ideologisches Problem darstellt, das man unter dem Begriff des Aberglaubens fasst. Damit meine ich eine Gläubigkeit, der das bestimmte Objekt abhanden gekommen ist.

    • 8. Andreas Lichte  |  12. Januar 2017 um 8:36 am

      @ A.M.

      Zitat Ansgar Martins: „*Dass* die anthroposophischen Positionen langsam verloren gehen, scheint mir dabei auf jeden Fall zutreffend.“

      Wie paßt das zu Ihrem letzten Facebook-Post:

      https://www.facebook.com/waldorfnews/

      „Weltbürger Mitteleuropas“: Völkerpsychologie und Waldorfschule 2017

      An vielen Waldorfschulen gibt es Russisch- statt Französischunterricht. Nach Rudolf Steiner war die französische Sprache eine untergehende, intellektuallistische der niedergehenden lateinischen „Kulturepoche“, während der russischen Seele (mit der sich „Mitteleuropa“ ohnehin gegen die „materialistisch“-„angloamerikanische“ Welt verbünden solle) ihre Kulturmission noch bevorstehe. „Mitteleuropa“ soll dabei eine kosmische Gegenwartsrolle als impulsierende „Mitte“ zwischen „Ost und West“ spielen. Man darf vermuten, dass derlei bei manchen Waldorflehrern voll präsent ist, wenn selbst in einer knappen öffentlichen Veranstaltungsankündigung die Formulierung fällt: „Das pädagogische Ziel ist, als ein Weltbürger Mitteleuropas eine Sprache des Westens wie des Ostens zu erlernen…“

    • 9. A.M.  |  12. Januar 2017 um 9:39 am

      Was meinen Sie damit? Dass die anthroposophischen Positionen noch vorhanden sind? Das hat ja nun auch niemand bestritten. An den Weltkriegsvorträgen GA 173a-c und ihren hunderten Seiten von Anhängen sieht man ja, finde ich, ganz deutlich, wie sehr inzwischen auch Anthroposophen Kommentare brauchen. Die Steinerkenntnis der früheren Generationen nimmt ab. Was an ihre Stelle tritt ist aber auch nicht harmloser.

    • 10. Andreas Lichte  |  12. Januar 2017 um 11:16 am

      @ A.M.

      ich stimme zu. Möchte aber noch fragen:

      Denken Sie, „früher“ war jeder Waldorflehrer „Steiner-Experte“?

      Es ist doch eher so (meine persönliche Erfahrung): Es gibt an jeder Waldorfschule „graue Eminenzen“, die vorgeben, was dort passiert. Die anderen folgen … den „Mini-Manus“ der Schule.

      Sie sollten mal an einer Lehrerkonferenz einer Waldorfschule teilnehmen, wo Steiner gelesen wird: wer ist da in der Lage, eine Inhaltsangabe abzugeben? Und trotzdem finden alle es „irgendwie richtig“ und „so bedeutend“ …

    • 11. A.M.  |  12. Januar 2017 um 11:25 am

      Ich bin damit im Prinzip ganz einig. An manchen Schulen (also die paar zusammengenommen, in die ich Einblick habe) sind die grauen Eminenzen im innerkollegialen Kampf tendenziell entmachtet und die Steiner-Leser treffen sich außerhalb der Konferenz (was lange keine prinzipielle Infragestellung der Anthroposophie ist). Anderswo natürlich regieren sie munter. Nicht nur die Steiner-Kenntnis geht zurück, auch die Möglichkeiten sie herzustellen werden vergessen, ganz zu schweigen von früher mündlich tradierten Mythen um den „Urvorstand“ usw. Klar: Es geht mir um eine Tendenz. Nimmt man die Daten aus der Studie von 2013, dass also nur 1% der Waldorflehrer anthroposophiekritisch sei, während die engagierten Anthroposophen überaltern, dürfte die Form von Esoterik, die da in 30 Jahren herrscht, spannend sein.

    • 12. Hubert Geißler  |  12. Januar 2017 um 11:34 am

      Na ja, informelle Hierarchien gibts in jeder Organisation. Die können gut bis katastrophal sein, habe ich alles erlebt. Inzwischen halte ich den Einfluss des ganzen Beraterklüngels für destruktiver als die gute alte Steinerzitiererei. Da wird der ethische Individualismus nach dem Modell Toyota organisiert. Laufen tut die Karre trotzdem häufig nicht. Auf jeden Fall die Dornachgläubigkeit stirbt langsam aus, nach meiner Beobachtung. Dazu ein Poem, nochmals zum Humor.

      Dornach-Elegie

      Mild bröckelt der Beton,
      Das sanfte Pfirsichblüt verbleicht auf allen Wänden
      Ein kalter Wind weht über Schwellen und
      Es fehlt der alten Engel Über-Weisung. Wohl dem,
      Den jetzt der Rock aus Kupferdraht
      Noch wärmt.

      Heinrich Ritsche –Ratsche aus „Alp auf der Ostalp“

      Grüße, H:G

    • 13. Andreas Lichte  |  12. Januar 2017 um 11:32 am

      @ A.M.

      was ich zum Ausdruck bringen wollte:

      es ist nicht so wichtig, ob jeder „Steiner-Experte“ ist, oder sich offen als „Anthroposoph“ bekennt, entscheidend ist, dass das KOLLEKTIV nach wie vor so handelt, als ob der Prophet noch unter ihnen wäre …

      (dafür gibt es das böse „S-Wort“, das ich hier mal nicht benutze)

  • 14. Hubert Geißler  |  11. Januar 2017 um 1:30 pm

    Mit aus der Praxis meinte ich 30 Jahre in sehr verschiedenen Kollegien und zweimal in Seminaren. Ein allgemeines Urteil maße ich mir natürlich nicht an. Ihre letzten Sätze würde ich hundertprozentig unterschreiben. Im übrigen würde ein bißchen Humor der Debatte nicht schaden. Den habe ich in bobbys Artikel sehr vermisst. Es gibt auch einen intellektuellen Schaum vor dem Mund. H.G.

    Antwort
    • 15. Andreas Lichte  |  11. Januar 2017 um 2:15 pm

      @ Hubert Geißler

      ich dachte, Sie kommen aus der Praxis?

      An Waldorfschulen gibt’s doch für „Humor“ die „Humorepoche“ …

      Humor ansonsten nur in D1000 vorhanden, schließlich arbeitet man tatkräftig – und vor allem ernsthaft – an der „Menschheitsentwicklung“ mit …

      Folgendes ist mir mal im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ eingefallen, keine Ahnung, ob das ein „guter Witz“ ist (Auflösung später), Frage:

      „Woran erkennt man die Himmelsrichtung?“

  • 16. Hubert Geißler  |  11. Januar 2017 um 6:18 pm

    Bin gespannt, keine Ahnung. H.G.

    Antwort
    • 17. Andreas Lichte  |  11. Januar 2017 um 7:10 pm

      „Woran erkennt man die Himmelsrichtung?“

      „Daran, auf welcher Seite des Waldorflehrers das Moos wächst.“

    • 18. Andreas Lichte  |  11. Januar 2017 um 7:12 pm

      … ich hoffe natürlich, das ist sofort klar (wenn man es erklären muss, war’s wohl nichts), aber für den Fall des Falles hier ein link:

      https://de.scoutwiki.org/Orientieren_ohne_Kompass

  • 19. Hubert Geißler  |  12. Januar 2017 um 9:07 am

    Ich kenn den Witz von Maurern, aber da ist es ja zu den Freimaurerrn nicht weit.Im Ernst, wir verlieren das Thema. Bobbys Artikel auseinander zu nehmen ist mir einfach zu mühsam. Finde es aber bemerkenswert, dass seine postfaktische These, dass aus jeder amerikanischen Steckdose schon der Iwan kommt, nicht zurück genommen wird. Das wurde schon von den guten MSM dementiert. Interessant auch, dass er den mir übrigens unbekannten Jebsen aus der mir gut bekannten Achgut Seite zitiert. Lese Herrn Broder durchaus mit Amüsement, obwohl ich nicht immer übereinstimme. Die Seite war ja auch schon unter Naziverdacht, siehe die interessant Scholz&Friends Debatte.
    Bobbys Argumention verstehe ich kurz so. Jebsen ist gleich Ganser ist gleich Mosmann. Die ersten beiden waren Waldorfschüler. Also Mosmann böse. Ja mei, was wuistn do sogn, sagt man in meiner Heimat.
    Wie gesagt, wir erleben den Zusammenbruch eines gesellschaftlichen Narrativs. Und das ist ganz schön irre. Wer vor ein paar jahren die Auflösung des kalten Krieges begrüßt, Herrn Putin für einen rationalen Energieliferanten gehalten hat und aus der Nato wollte, sympathisiert jetzt mit Haus Mordor selber. Ich halte das für einen ausgemachten ‚Schmarren und damit Tschüss, H.G.
    Apropos: Meine Lieblingsverschwörungstheorieseiten:
    Achgut
    deus ex machina, blog
    voltairenet.org
    Viel Spaß.

    Antwort
    • 20. A.M.  |  12. Januar 2017 um 9:40 am

      Na wenn Sie meinen^^

  • 21. Gertrud Kiefer-Volkert  |  12. Januar 2017 um 9:36 am

    Ansgar Martins,
    auch hier stimme ich Ihnen im Prinzip zu. Ich bezweifle nicht, dass es Verschwörungen und üble Machenschaften gibt. Doch ist dies kein Thema für Schüler, die erst einmal etwas lernen müssen.
    Denn ganz schlimm ist es, wenn statt solider Ausbildung eine Einführung in Verschwörungsdenken geboten wird. Schule ist geschützter Raum und muss es bleiben.

    Antwort
    • 22. A.M.  |  12. Januar 2017 um 9:41 am

      Wo stimmen Sie zu? Ich wollte nicht so verstanden, als würde ich für die Existenz der besagten Verschwörungen plädieren. Sondern ich meine, dass Alltagsbewusstsein und Common sens sehr nah an Esoterik und Irrationalismus gebaut sind. Kritische Reflexion ist im Gegensatz dazu eine seltene Gabe. Darum sollte es in der Schule gehen.

  • 23. Hubert Geißler  |  12. Januar 2017 um 12:02 pm

    @A.M. Beitrag 11. Ich kann mir schon denken, wohin das geht. Wie Weleda und Wala zur Kosmetik für bestimmte Schichten wird man in einem Esoteriksmoothie landen und jeder neuen Therapie- Ernährungs- und und sonsiger Utopie auf dem Niveau von Bahnhofsbuchhandlung hinterherlaufen. Schaun Sie sich doch an, was aus den relevanten Publikationen der Szene geworden ist: Wellnessblättchen mit Schmachtesoterik. Na ja, vielleicht bin ich ein bisshen hart. Aber von internen und gesellschaftlich relevanten Auseinandersetzungen seh ich da wenig. Deshalb schätze ich auch ihren Blog. H.G.

    Antwort
    • 24. Andreas Lichte  |  12. Januar 2017 um 12:22 pm

      @ Hubert Geißler @ A.M.

      … es könnte auch in die andere Richtung gehen:

      Da die wenigsten wirklich Steiner „verstehen“, sind sie auf jemand angewiesen, der ihnen sagt, was sie denken und glauben sollen …:

      Die „Erziehungskunst“, zum Beispiel: da sitzen nach wie vor die hardcore-Anthroposophen, wie z.B. Lorenzo Ravagli. Der Einfluss der anthroposophischen „Zentrale“ könnte also sogar noch zunehmen:

      „Richard Sennett beschreibt, dass das bürgerliche Publikum seiner eigenen Wahrnehmung, den eigenen Gefühlen nicht traut und DER LENKUNG BEDARF. Dafür wurde im 19. Jahrhundert das Programmheft erfunden, das dem Publikum erklärt, wie es das Theater zu finden hat.“

      Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/buehnenbildner-neumann-von-der-volksbuehne-dann-mache-ich-ein-tattoo-studio-auf/11653950.html

      Das „Theater“ ist hier Rudolf Steiner, die Anthroposophie, die Waldorfpädagogik. Und „bürgerlich“ ist die „Veranstaltung“ sowieso …

  • 25. Herrmann Finkelsteen  |  18. Januar 2017 um 9:17 am

    Lieber Bobby,
    tausend Dank für diesen Artikel. Es ist an der Zeit einen AA Kreis zu gründen. Anonyme Anthroposophen, die ihre Geschichten teilen. Ich möchte an dieser Stelle einfach Herrn Martins und auch Herrn Eggert für ihre unermüdlich Arbeit im Netz danken.
    Aber es gibt Abhilfe im Notfall gibt es immer noch Faschodoron jetzt auch bald als Faschodoron Forte beim Homöopathen Ihres Vertrauens zu erhalten.

    Vielleicht sollten wir AA dieses Produkt etwas aggressiver vermarkten nicht nur digital sondern analog?
    Herzlichst
    herrmann Finkelsteen

    Antwort
  • 26. Hubert Geißler  |  19. Januar 2017 um 1:29 pm

    Die Erziehungskunst existiert meiner Meinung nach noch wegen der Zwangsabnahme durch die Schulen. Ehrlich, ich beschäftige mich seit 35 Jahren mit Steiner,aber Ravagli habe ich noch nie gelesen. Dass da Hahnenkämpfe in den Treppenhäusern diverser Elfenbeintürme stattfinden, interessiert doch niemand, solange die Demeterkartoffel schmeckt und die Weledacreme schmiert. Man hat bei mancher Kritik an der Anthroposophie fast das Gefühl, die Kritiker hätten Angst, dass ihnen die Fundamentalisten von der Schi9ppe springen. Gegen Kartoffel und Creme zu argumentieren ist dann doch zu langweilig. H.G.

    Antwort

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Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

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Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

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