„Hat was von Beuys“: Anthroposophie, AfD und die degenerierten Astralleiber der Asiaten

6. Juni 2016 at 3:21 pm 24 Kommentare

„Steiner hätte den NS-Rassismus mit Bestimmtheit in aller Schärfe abgelehnt, für eine multikulturelle Gesellschaft kann er sich aber ebenfalls nicht erwärmen. Das Kulturkreismodell heutiger europäischer Rechtsparteien kommt den Steinerschen Vorstellungen sehr nahe: Schwarzafrikaner und ihre Kultur gehören nicht nach Europa, ebensowenig chinesische oder heutige indische Kultur. In der Fluchtlinie von Steiners Vorstellungen liegt – das ist das äußerste – gar ein Apartheit-artiges Modell, das die Ungleichbehandlung der Menschen aus ihren je verschiedenen Möglichkeiten und Entwicklungsnotwendigkeiten begründet.“
– Georg Otto Schmid: Die Anthroposophie und die Rassenlehre Rudolf Steiners, in: Joachim Müller (Hg.): Anthroposophie und Christentum, Freiburg (CH) 1995, 191

Überlegungen (naja: Quellen) zu politischen Ausprägungen der jüngeren Anthroposophie, Überschneidungen mit der neuen Rechten und zum Fortleben alter Steinerscher Grundannahmen.

Die ‚rechtspopulistische‘, in weiten Teilen rechtsradikale „Alternative für Deutschland“ ist nicht nur ein Flügel der neueren Explosion irrationaler Ideologien, sondern eines ihrer Sammelbecken. Der viel zitierte AfD-Abgeordnete Franz-Josef Wiese echauffierte sich über die Mitgliederbasis seiner Partei: „Von ehemaligen SED-Genossen über spinnerte Weltverbesserer bis zu Leuten mit Verfolgungswahn war alles dabei“. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied glaube an Chemtrails, andere vertrauten „Leuten, die auf heilende Steine, Handauflegen und andere seltsame Heilmethoden schwören“ – „Ich glaube, die meisten AfD-Wähler wissen gar nicht, was für Leute bei uns sind.“ (so Wiese gegenüber der „Bild“) Manche Wähler könnten von Nachrichten über die spirituelle Basis der AfD jedoch erfreut sein. Martin Barkhoff vielleicht, ehemaliger Chefredakteur des anthroposophischen Zentralblatts „Das Goetheanum“, der mittlerweile in Peking lebt. Nachdem Jens Heisterkamp, Chefredakteur der liberalen anthroposophischen Zeitschrift „Info3“, sich jüngst von neurechten „Wut-Denkern“ abgrenzte, schrieb Barkhoff einen empörten Leserbrief. Die in Info3 abgedruckten Zeilen beginnen mit einem Lob der eigenen gelungenen Integration in China:

„…mein Freundeskreis ist weitgehend chinesisch und meine Anthroposophie verwandelt sich in Taoismus. Meine Nachbargemeinde, das Garnisonsdorf Yangfang, ist islamisch … Leuchtende, dem Himmel zugewendete Halbmonde können in mir die Begeisterung für die Hingabe (Islam) an den Willen Gottes wecken. ‚Angst vor dem Fremden‘ ist bei mir nicht das Hauptmerkmal. Aber ich bin AfD-Wähler. Alexander Gauland macht großen Eindruck auf mich. Allein wie freundlich der bleiben kann … Geduld wie die des alten Rabbi Hillel, und die hebt real das Wut-Denken auf. Wenn alle um ihn herum erregt bis voll wütig sind, bleibt er nicht nur kühl, sondern spürbar freundlich … Hat was von Beuys und den Grünen, früher. Der stand auch konsequent gegen die Parteienherrschaft.“ (Martin Barkoff, Leserbrief zu Jens Heisterkamp, in: Info3, Juni 2016, 5)

Nach dieser wirren Begründung passen Taoismus, Anthroposophie, Islam und AfD irgendwie wunderbar zusammen und Gauland als charismatischer, friedlicher Geist verkörpert offenbar mustergültiges Menschentum. Epigonentum ist eben eine anthroposophische Schlüsselkompetenz. Der Künstlerprophet Joseph Beuys, der seine Jugend in Nazideutschland romantisierte, Antiamerikanismus für Antikapitalismus hielt und einen spirituellen Deutschnationalismus vertrat, passt allerdings hervorragend zu Barkhoffs neuem Kurs. (vgl. Kunst und Boden, Bad Beuys) Das bestätigen auch Rechte, die von Beuys wie Steiner fasziniert bleiben. Das NPD-Organ „Deutsche Stimme“ entdeckte in der März-Ausgabe 2016 in der Tat Beuys‘ politische Visionen. In der Online-Ankündigung liest man:

„…nicht nur dessen Biographie weist interessante Details auf. Man muß sich mit seiner Kunst nicht anfreunden, aber man sollte mit diesem Mann, der eine ‚organische Demokratie‘ anstrebte, sich an Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie orientierte und von der ‚Auferstehungskraft des Volkes‘ überzeugt war, ruhig mal näher beschäftigen.“

 

Steiners Werke stehen derweil auch in der Bibliothek des „Instituts für Staatspolitik“. (vgl. Deutschlandfunk) Um das klarzustellen: Eine Mehrheit der Anthroposophen fände das sicher unbehaglich und dürfte eindeutig für die Aufnahme von Flüchtlingen votieren, wie zahlreiche einschlägige Waldorf-Projekte nahelegen. Zu kritischer Reflexion auf die reaktionären Potenziale führt das natürlich auch diesmal nicht. Hier gilt wohl nach wie vor die Vogel-Strauß-Haltung Steiners, der auf Hans Büchenbachers Kritik an anthroposophischen Antisemiten dekretierte: „Das gibt es nicht in der Anthroposophischen Gesellschaft.“ Ausnahmen, wie Michael Eggerts „Egoistenblog“ oder eben „Info3“, stellen nicht gerade einen Trend dar.

Martin Barkhoffs Ausführungen zu China und Gauland wirken auch deshalb so kryptisch, weil er außer Bewunderung für Gauland keine eigentlich politische Begründung für sein AfD-Bekenntnis abgibt. Ein weiterer Leserbrief, verfasst von einem Michael Köhler aus Gödenroth, passt mehr zu den Aussagen, die man aus dem AfD-Dunstkreis kennt: „Seit 9/11“ werde der „Meinungskorridor immer enger“, selbst „im Bekanntenkreis“ gelte er als „neu-rechts“, wenn er „ausgewiesene Antifaschisten“ wie Brandt und Thälmann (!) „zum Thema souveräner Nationalstaat nenne“, so Köhler (ebd.). Hier lässt die neonazistische Reichsideologie grüßen, mit der sich längst andere Anthroposophen eingelassen haben. (vgl. Anthroposophen und „Reichsbürger“-Bewegung, Waldorf Schools and the German Right) Steiner griff im Ersten Weltkrieg die völkische Mär von „okkulten Logen“ hinter dem „Angloamerikanertum“ auf, die „Mitteleuropas“ „Weltmission“ behindern wollen. Bis heute bestimmt sie viele anthroposophische Politikbetrachtungen. (vgl. Anthroposophischer Geschichtsrevisionismus, Nationalist Cosmopolitanism, Ein kosmisches Komplott) 9/11 kann man sich da freilich nicht entgehen lassen.

Wer Steiner sät, wird heute Neurechte ernten. Das legen zumindest die berüchtigten „Einzelfälle“ nahe. (vgl. dazu Bierl: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister, Hamburg 2005, Einleitung) So hetzte vor einiger Zeit der anthroposophische Heilpädagoge und Faschist Rüdiger Keuler (vgl. Eggert: Volksverhetzung auf anthroposophisch, Liebe deinen Nächsten) gegen  triebhaft-lebensstarke Afrikaner, die von amerikanischen Geheimlogen gesandt würden, um die christusgefärbten Weißen Europas herabzuzüchten. In konstruktiv-kritischen Austausch mit Keuler trat der Anthroposoph Herbert Ludwig (vgl. Eggert: Demokratie in anthroposophischen Gänsefüßchen). Der erregte schon vor Jahren im Rahmen der dubiosen „Freien Anthroposophischen Vereinigung Pforzheim“ Aufsehen, bei der rechte Redner eingeladen wurden. Holger Niederhausen, einer der fundamentalisitischeren Steinerianer, verteidigte Ludwig derweil als „links“, ohne näher auf Keuler einzugehen. (vgl. Niederhausen: Michael Eggerts Rundumschläge) An Steiners Rassismus und Völkerpsychologie hat Niederhausen ohnehin nichts auszusetzen. (vgl. Unwahrheit versus Wissenschaft) Seine gleichzeitige Sympathie für die Partei „Die Linke“ passt zur sog. „Querfront“, man denke an den national-sozialen Kurs Sahra Wagenknechts oder die Phantasien Dieter Dehms. Breiter betrachtet: Linke und rechte Anti-Globalisierer ziehen dem unentrinnbaren Bann des wahrlich kalten Kapitals die falsche Wärme ethnischer oder kultureller Kollektive vor und damit den „Volksorganismus“ (mag er auch diskurstheoretisch artikuliert sein) der prekären bürgerlichen Existenz. Darin kommen auch rechte Ethnopluralisten und linke „Identitäts“-Fanatiker, die Religionskritik für „Islamophobie“ halten, zusammen: Statt Selbstbestimmung für die Individuen und reflexive Freiheit gegenüber allen traditionalen Verhaltensregeln zu fordern, soll je „das Eigene“ oder „das Fremde“ qua Dasein als unbedingt erhaltenswert gelten (anthroposophisch würde das noch durch die Ontologie der „Volksseelen“-Missionen unterfüttert). Die Apologeten des Islamismus und die Fans der AfD argumentieren von einem vergleichbaren Kulturbegriff aus. Am Ende würden demnach vermutlich die Menschen in homogene kulturelle, religiöse und/oder „Volksgemeinschaften“ getrennt sein, die einander inkommensurabel seien, und damit wäre das böse globale „System“ zerstört.  Einmal mehr brachte dies kürzlich Herbert Ludwig auf den Punkt, der im April zum „Widerstand“ gegen die trans- und internationalistische Verschwörung aufrief:

„Aber Kraft und Widerstandspotential der Staaten sind wesentlich in den Nationen, den Völkern und ihren spezifischen Kulturen begründet, in denen die Menschen weitgehend ihre seelische Verankerung finden. Für einen Globalisierer muss daher neben die politische Entmachtung und Aushöhlung der Nationalstaaten als zweites Ziel die Auflösung der Völker treten, die sie umfassen. Nur eine „enthomogenisierte“, durchmischte Bevölkerung, in der sich keine innere Gemeinsamkeit einer Fremdsteuerung widersetzen kann, ist leicht zentral lenkbar.“ (Herbert Ludwig: Globale Planung der Massenmigration, Ein Nachrichtenblatt Nr.8/10. April 2016, S. 3)

Diese eigene Ansicht unterstellt Ludwig auch den okkulten Geheimlogen, die derart die Weltmission Mitteleuropas via Flüchtlings-„Krise“ zerstören wollten. Unter vielen Anthroposophen gilt noch immer die These, „dass nicht nur die ‚Neger‘ nicht nach Europa, sondern auch die Europäer nicht nach Afrika oder Asien gehören…“ (Bader/Ravagli: Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit, Stuttgart 2002, 175) Das ist nicht nur, wie die zitierten behaupten, gegen den Kolonialismus gerichtet. Der noch so indirekte Kontakt unterschiedlicher „Rassen“ kann aus anthroposophischer Perspektive massive physisch-geistige Nachwirkungen haben. Einer vielzitierten Idee Steiners zufolge kann bereits die Lektüre von sog. „Negerromanen“ die Kinder weißer Frauen „grau“ (!) machen. (vgl. GA 348, 189) Direkte Präsenz ist noch folgenreicher. So erklärte Steiner „den Aussatz im Mittelalter“ durch den „Hunnensturm“, da hier „zurückgebliebene“, übersinnlich verwesende „Mongolen“ die europäischen Evolutionsprotagonisten in Angst versetzten:

„Und nun mischte sich der faule Astralstoff der Hunnen mit den von Angst und Furcht und Grauen durchwühlten Astralleibern der überfallenen Völker. Die degenerierten Astralleiber der asiatischen Stämme luden ihre schlechten Stoffe auf diese furchtdurchwühlten Astralleiber der Europäer ab, und diese Fäulnisstoffe bewirkten eben, daß später die physische Wirkung der Krankheit auftrat. Das ist in Wahrheit die tiefe geistige Ursache des Aussatzes im Mittelalter.“ (GA 100, 88, vgl. GA 94, 156, GA 95, 69, GA 97, 254, GA 99, 59)

So viel zu den okkulten Hintergründen. Herbert Ludwigs Artikel erschien in der Online-Zeitschrift „Ein Nachrichtenblatt. Nachrichten für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und Freunde der Anthroposophie“, die ein fanatischeres anthroposophisches Publikum bedient. Ein weiterer Artikel in derselben Nummer des „Nachrichtenblatts“ raunte ebenfalls über „Pläne okkulter Bruderschaften“, anschließend wurde ein Text des britischen Schriftstellers Antony Sutton gedruckt – ihm verdanken wir Titel wie „Wall Street und der Aufstieg Hitlers“ oder Thesen über „Skull and Bones“, wo man die Weltherrschaft mittels Hegelscher Dialektik einübe (man denke einen Moment über diesen Quatsch nach: Charakter und Gegenstandsbereiche philosophischer Theorien scheinen hier schlechterdings jenseits des Vorstellbaren zu sein – die vorliegende Einschätzung von Dialektik gleicht der Behauptung, das Keplersche Gesetz eigne sich als Tiernahrung oder das epistemologische Konzept des „Dings an sich“ könne für den effizienten Ausbau von Verkehrswegen von Nutzen sein) Irrational kann aber eben alles in Beziehung gesetzt werden.

Das „Nachrichtenblatt“ ist, wie hinzugefügt werden muss, skeptisch, teilweise feindlich gegenüber der Entwicklung der „Anthroposophischen Gesellschaft“ oder der Steiner-Nachlassverwaltung. Das heutige Dornach ist die Berliner Republik solcher anthroposophischer Wutbürger: Charismatisch schwach, uneins, halb zum eigenen Museumsshop verkommen. Die dogmatische Binde- und Integrationskraft der gegenwärtigen institutionalisierten Anthroposophie nimmt ab. Während die Anthroposophische Gesellschaft schrumpft (vgl. Sergej, du hast dich selbst gegeben) und die Praxisfelder zögerlich ins weitere esoterische Milieu zu diffundieren beginnen (vgl. exemplarisch Zwischen Anthroposophie und Scientology?), suchen auch rechts-anthroposophische Interessenten neue Wege und begründen eigene Foren. Dass der anthroposophische Mainstream sich selbst eher links verorten dürfte, wird durch die ungebrochene Zustimmung zu Steiners nationalistischen Einkreisungsparanoia aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und das organizistische Denken der „Sozialen Dreigliederung“ konterkariert.

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  • 1. Bobby  |  7. Juni 2016 um 5:19 am

    Frage im Voraus:
    Wo finde ich den Lesebrief von Martin Barkhoff (und von Michael Köhler) online?

    Rechtsextremismus in der Anthroposophie:

    Herwig Duschek

    Neben Rüdiger Keuler und Herbert Ludwig ist Herwig Duschek zu erwähnen.
    Seine esoterisch-rechtsextremistische Webseite Gralsmacht besticht durch einen unglaublichen Umfang. Es gibt hier praktisch kein Ereignis das nicht irgendwie und irgendwo hinterfragt und in seiner paranoiden Art verschwörungsmäßig missdeutet wird.
    http://www.gralsmacht.com/

    Gennadij Bondarew

    Bei Gennadij Bondarew gibt es da noch eine Steigerung. Mit okkultisch-esoterischen Spekulationen wird man umfassend zur aktuellen Gegenwartslage beliefert. Ganz frisch ist gerade erschienen:

    „Die Ereignisse in der Ukraine und ein mögliches Szenario der Zukunft“ – 3. Teil (04.2016)

    Menschenverachtender, böswilliger, verlogener geht es kaum noch. Triefend vor Hass entpuppt sich Bondarew als ein Sprachrohr von Putin-Russland.

    Er bezieht sich auf okkulte Geheimgesellschaften („Vätern der Finsternis“ und den „Büdern des Schattens“), die nur eines im Sinne hätten: Die Zerstörung Deutschlands und der Untergang der weißen Rasse durch rassischer Degradierung in eine globale Welt der Mischlinge. Das ist ja Hollywood-Science-Fiction!

    Es gibt nach Bondarew nur eine Möglichkeit Europa vor dem Untergang zu erretten zu einem Wiederaufblühen der weißen Rasse: „Erziehung und Ausbildung im Geiste der Waldorf-Pädagogik auf Grundlage der anthroposophischen Geisteswissenschaft“.

    Eigentlich sollte man diesen Hass und Schund nicht unterstützen durch den käuflichen Erwerb des Buches. Anderseits ist Bondarew nicht nur als Einzelperson zu sehen. Es wird leider verbreitet in anthroposophischen Kreisen so gedacht und geredet. Es ist wichtig sich mit dieser absurden Geistesverfassung vertraut zu machen und aufzuräumen.

    Auszugsweise (immerhin 28 von 132 Seiten) ist die Schrift zugänglich über:

    Amazon (Blick ins Buch):
    https://www.amazon.de/dp/3837058948/ref=olp_product_details?_encoding=UTF8&me

    Google-Books (Auszüge):
    https://books.google.de/books?id=SMQDDAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

    Bondarew schließt seine Ausführungen ab mit „Wahrspruchworte“ von Rudolf Steiner und versucht dadurch seine offen rassistischen und menschenfeindlichen Ausführungen höheren Weihen zu verleihen:

    Der weißen Rasse neues Morgenrot
    Wird im Erdgebiet sich offenbaren
    Erst wenn dieser Rasse Wissende
    Erfühlen der Seele Band mit dem Geist;
    Und in ihnen wirken wird
    Empfindung von der Schande,
    Die Seelen schwärzt, wenn sie
    Das Menschenwesen durch Materien-Sinn
    Begreifen wollen.
    (27. Februar 1920 – Für Richard Teschner zu seiner Bilderserie «Drei Kulturrassen», GA 40, Wahrspruchworte, S.293)

    Der deutsche Geist hat nicht vollendet,
    Was er im Weltenwerden schaffen soll.
    Er lebt in Zukunftsorgen hoffnungsvoll,
    Er hofft auf Zukunfttaten lebensvoll, –
    In seines Wesens Tiefen fühlt er mächtig Verborgnes, das noch reifend wirken muss. –
    Wie darf in Feindesmacht verständnislos
    Der Wunsch nach seinem Ende sich beleben,
    Solang das Leben sich ihm offenbart,
    Das ihn in Wesenswurzeln schaffend hält?
    (Vortrag Berlin, 14. Januar 1920, GA 40, Wahrspruchworte, S.128)

    Der weißen Rasse neues Morgenrot
    Wird im Erdgebiet sich offenbaren
    Erst wenn dieser Rasse beste Menschen
    Den Materien-Sinn empfinden
    Als beschämend, weil er erlöscht
    Das Bewusstsein vom wahren Menschenwesen.
    (Ergänzend: Entwurf, GA 40, Wahrspruchworte, S.293 )

    Rudolf Steiner, GA 40, Wahrspruchworte
    http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA040.pdf

    Antwort
    • 2. A.M.  |  7. Juni 2016 um 12:08 pm

      Die Leserbriefe finden Sie auf S. 5 in der Juni-Ausgabe von Info3, online leider nicht. Meine Zitation ist aber relativ vollständig.

      Vielen Dank für die Ausführungen zu Bondarew und Duscheck. Die sind mir bekannt und kamen hier auch schon vor, allerdings nur am Rande:

      https://waldorfblog.wordpress.com/2014/04/08/eu-und-ukraine/

      https://waldorfblog.wordpress.com/2015/03/29/davis/

      https://waldorfblog.wordpress.com/2014/09/23/reichsburger/

  • 3. Andreas Lichte  |  7. Juni 2016 um 11:53 am

    Wer „Ethnopluralismus“ als Ziel hat, ist bei Rudolf Steiner richtig.

    Wenn die eigene „Ethnie“ auch noch „Deutsch“ ist, darf er sich auch noch einbilden, zu den „Auserwählten“ zu gehören.

    Da wirkt es seltsam gekünstelt – unglaubhaft –, wenn „liberale“ Anthroposophen versuchen, sich abzugrenzen: als allererstes sollten sie sich – endgültig – von Steiner verabschieden.

    Wäre es ein Verlust?

    Wenn man Steiner im Original liest – „Und nun mischte sich der faule Astralstoff der Hunnen mit den von Angst und Furcht und Grauen durchwühlten Astralleibern der überfallenen Völker …“, siehe Artikel, oben – dann fällt mir wieder meine schon einmal gestellte Frage ein:

    „Wie wäre es denn damit, „Blödsinn“ einfach einmal „Blödsinn“ zu nennen?“

    Gestellt hatte ich die Frage hier:

    „… ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende …

    (…) Prof. Helmut Zander findet auch noch für die absurdesten Äußerungen Steiners „vernünftige“ Erklärungen, und gibt ihnen damit den Anschein von „Seriosität“. Ein Beispiel für Zanders Interpretationskunst, zunächst Steiner, Zitat:

    „(…) Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse. Verfrühte Gehirnabscheidung geht durch den Darm. Der Darminhalt ist seinen Prozessen nach durchaus verwandt dem Hirninhalt. Wenn ich grotesk rede, würde ich sagen, ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende; aber es ist sachlich durchaus richtig. Der Dung ist es, der durch den eigenen organischen Prozess in die Edelmasse des Gehirns umgesetzt wird und da zur Grundlage für die Ich-Entwickelung wird (…)“15

    Dazu Helmut Zanders Interpretation:

    „Beispielsweise korrelierte Steiner Gehirn und Darm, »die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse« (GA 327,201) (eine Analogisierung, die sich möglicherweise aus der optischen Ähnlichkeit von Gehirn- und Darmwindungen herleitet). Wenn aber das Gehirn als Ausscheidungsergebnis des Darmes gedeutet wird, ist auch der »tierische Mist« eine Grundlage der »Ich-Anlage« und »enthält« sie sogar, so daß sich das materielle Gehirn als »fortgeschrittener Dunghaufen« bezeichnen lasse (ebd., 201).“16

    Wie wäre es denn damit, „Blödsinn“ einfach einmal „Blödsinn“ zu nennen? Harry Rowohlt kann das doch auch, wenn er über Steiner sagt: „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“ (…)“

    Antwort
    • 4. A.M.  |  7. Juni 2016 um 12:29 pm

      Also: Blödsinn. Das braucht aber nur ein Wort, dann müsste ich keinen Blog betreiben. Der obige Artikel sagt, meine ich, „Blödsinn“ in extenso.

      Zu den „Liberalen“: Das Problem sehe ich bei den Gemäßigten jeder Religion, aber genau so scheint religiöse Innovation zu funktionieren. Das Neue dem Alten einfach mal einzuschreiben und zu behaupten, es sei seine wahre Bedeutung. Hat ja auch seine Vorteile. Woran man religiös so glaubt, scheint überdies dem bewussten Vorsatz entzogen. Ich sehe mich nicht berufen, jemandem vorzuschreiben, ob er oder sie sich zurecht Anthroposoph/in nennt oder nicht. Man kann sich eben anschauen, was mit diesem Begriff im Einzelfall belegt wird. Auch unsere orthodoxen Freunde wie Niederhausen interpretieren Steiner letztlich sehr frei, geht auch nicht anders: Irgendwie muss man die Widersprüche in seinem Werk vereindeutigen und damit glätten, will man eine kohärente Botschaft daraus beziehen. Diese Vereindeutigung zeigt die Unwahrheit jeder buchstabengläubigen Religiosität: Sie muss sich selbst darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Interpretation der Quellen ist, keineswegs deren wahre Aussage.

    • 5. Andreas Lichte  |  7. Juni 2016 um 12:47 pm

      @ A.M.

      Sie schreiben: „Der obige Artikel sagt, meine ich, „Blödsinn“ in extenso.“

      Ja, „Blödsinn“ in extenso. Und ich bin dankbar dafür, dass Sie den „Blödsinn“ zeigen.

      Aber wenn der „Blödsinn“ sichtbar – deutlich – geworden ist, dann gilt: ab in den Müll, mit dem Blödsinn !

      Und das ist vor allem eine Forderung an die („liberalen“) Anthroposophen, die sich einfach nur komplett lächerlich machen würden, wenn der BREITEN ÖFFENTLICHKEIT bekannt wäre, was für einen „Blödsinn“ Steiner in die Welt gesetzt hat.

      Um das zu verhindern, läuft die („liberal“-) anthroposophische Interpretationsmaschine auf Hochtouren, siehe auch die Versuche von Christian Clement, mit: Des Steiners neue Kleider

    • 6. A.M.  |  7. Juni 2016 um 12:53 pm

      Ich halte die Annahme, es handle sich hier um eine Verschwörung, einen Betrug und das werde alles verschwinden, wenn die „Betrüger“ entlarvt werden, für naiv. Das Bedürfnis nach Esoterik erwächst permanent ‚von unten‘ und wird nicht ‚von oben‘ qua Verarsche produziert.

    • 7. Andreas Lichte  |  7. Juni 2016 um 1:14 pm

      @ A.M.

      Sie schreiben: „Das Bedürfnis nach Esoterik erwächst permanent ‚von unten‘ und wird nicht ‚von oben‘ qua Verarsche produziert.“

      Es ist – auch – ein „Selbstbetrug“. Aber er wird viel schwieriger, wenn klar ist, auf was man sich einlässt …

      Zu Ihrem Artikel „Anthroposophische Reformation II, oder: Bis zur Unkenntlichkeit… und noch viel weiter“ „habe ich geschrieben

      „(…) Bei den Kommentaren auf Michael Eggerts „Egoistenblog“ – mit dessen Atlantis-„Polemik“ Ansgar Martins seinen Artikel beginnt – denke ich immer wieder:

      „Aber die haben Steiner ja gar nicht gelesen!““

  • 8. Bobby  |  7. Juni 2016 um 3:48 pm

    @ A.M.

    „….Das Bedürfnis nach Esoterik erwächst permanent ‚von unten‘ und wird nicht ‚von oben‘ qua Verarsche produziert….“

    Das muss man mit Sicherheit so sehen!

    Das Bedürfnis nach brauner Esoterik (völkisches Denken, Rassismus, AfD, Pegida) ist aber ein Gesamtgesellschaftliches Problem und ist komplex. Zweifelsohne gibt es da aber häufig Berührungsflächen mit manchen Anthroposophen die sich heute in ihr zusammengebasteltes Weltbild von einer größeren Öffentlichkeit bestätigt fühlen.

    Dabei werden die Fronten zwischen den verschiedenen „Lagern“ übersprungen zu einer, wie Sie ausführten, Querfront der „falsche Wärme ethnischer oder kultureller Kollektive….und damit den Volksorganismus….“

    Auch dieses ist kein ausschließliches anthroposophisches Phänomen.

    Der Begriff Querfront hat in den letzten Jahren rasch an Bedeutung gewonnen, ist aber ursprünglich eine Verknüpfung von rechten (nationalen) und linken (sozialistischen, revolutionären) Ideen, die eigentlich unvereinbar sind, in der Weimarer Republik. Die damals neue Bewegung sollte ein „Nationaler Sozialismus“ sein, zur endgültigen Beseitigung der Demokratie. Propagiert wurden völkische Konzepte, wie das der „Volksgemeinschaft“.
    Auch damals war, wie wir heute wissen, die anthroposophische Bewegung dieses Bestreben teilweise sehr zugetan.
    Siehe zur Geschichte der Querfront: https://de.wikipedia.org/wiki/Querfront

    Auch in der Gegenwart sind hierbei Parallelen zur Weimarer Republik in vielerlei Hinsicht vorhanden. Die Querfront ist heute aber auch vor allem Netzwerkgesteuert zu sehen in Zusammenhang mit den Propagandamedien von Putin-Russland. Seit der Ukrainekrise wachsen diese Querfront-Netzwerke gewaltig in Zahl, Umfang und Einfluss, Europaweit, aber auch und vor allem in Deutschland. Sie sind mittlerweile auch in der Gegenwart eine ernsthafte Bedrohung für den freiheitlichen Rechtsstaat, für den Zusammenhalt der Europäischen Völker und für den internationalen Frieden. Dieses ist kein Verschwörungsdenken sondern entspricht den tatsächlichen Intentionen des Putin-Systems im heutigen Russland.

    Ob die neusten Entwicklungen in der USA (Donald Trump und die gegenseitige Sympathien zu Putin) in eine ähnliche Richtung gehen ist nicht zu hoffen, muss aber befürchtet werden und wäre, wenn es so käme, verheerend.

    Auch im anthroposophischen Weltbild ist die Querfront zu Putin-Russland heute verbreitet. Kritiklose Anbiederungen an die Putin-Diktatur sind die Folge. Ein bösartiger, tiefsitzender Anti-Amerikanismus und Sympathien für Russland haben ohnehin Tradition. Dazu gesellt sich immer mehr eine Übereinstimmung mit und eine offene Unterstützung zu AfD und Pegida. Die perfide Verschwörungswelt von Anthro-Liebling Daniele Ganser entfaltet dabei seine Wirkung und wird hemmungslos umarmt!

    Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten in dieser Querfront-Szene aktiven, oder mindestens positiv eingestellten, Presseorgane, Organisationen und Personen:

    Die (r)echte Lügenpresse

    RT-Deutsch
    Sputniknews
    Anonymus.Kollektiv (Mario Rönsch)
    Compact-Magazin (Jürgen Elsässer)
    KenFM (Ken Jebsen)
    Identitäre Bewegung
    Kopp Verlag
    DWI (Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten)
    Wissensmanufaktur (Andreas Popp – Michael Vogt)
    Quer-Denken (Michael Vogt)
    Udo Ulfkotte
    Gerhard Wisnewski
    AKZ (Ivo Sasek)
    Klagemauer TV
    Nuoviso TV
    AMR Allgemeine Morgenpost Rundschau
    Buergerstimme (Joachim Sondern)
    Junge Freiheit
    Junge Welt
    Propagandaschau
    Uncut-News
    Neopresse
    News 23
    Spuelgel an der Lein
    Unbequeme Wahrheit
    Uncut News

    Daniele Ganser
    Nachdenkseiten
    Rüdiger Keuler (Pelagius Verlag)
    Herbert Ludwig (Fassadenkratzer)
    Herwig Duschek (Gralsmacht)
    Lochmann Verlag Basel (Gennadij Bondarew)
    Perseus Verlag Basel (Thomas Meyer)

    Hier noch eine kleine Dokumentation, auch aus der neuesten Zeit, zum Thema Querfront:

    Geschichtliches zur Querfront
    https://de.wikipedia.org/wiki/Querfront

    National und sozialistisch – Wie Europas Rechte mit linken Ideen auf Stimmenfang gehen (Huffington Post 04.06.2016)
    http://www.huffingtonpost.de/2016/06/04/rechte-parteien-linke-ideen_n_10279588.html

    Jürgen Elsässer- Vom Antideutschen zum rechten Volkstribun der Querfront (Patrick Gensing 03.06.2016)
    https://patrick-gensing.info/2016/06/03/juergen-elsaesser-vom-antideutschen-zum-rechten-volkstribun/

    Querfront – Brücke zwischen den Extremen (BR 07.02.2016)
    http://www.br.de/nachrichten/querfront-100.html

    Querfront durch die Mitte (Tobias Jaecker 02.2016)
    http://www.jaecker.com/2016/02/querfront-durch-die-mitte/

    Querfront – OBS analysiert publizistisch-politisch aktives Netzwerk (OBS 21.10.2015)
    Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks (OBS-Arbeitspapiere 18)
    https://www.otto-brenner-stiftung.de/presse/pressearchiv/pressedetail//1//querfront-obs-analysiert-publizistisch-politisch-aktives-netzwerk.html

    Daniele Ganser, rechtsesoterische Verschwörungstheorien und die Querfront (15.12.2014)
    http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.de/2014/12/rainer-rothfu-goes-querfront-tubinger.html

    Robert Kagan über Trump – Vor einer Wiederkehr des Faschismus (NZZ 01.06.2016)
    http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/robert-kagan-ueber-trump-vor-einer-wiederkehr-des-faschismus-ld.85794

    This is how fascism comes to America (Washington Post 18.05.2016)
    https://www.washingtonpost.com/opinions/this-is-how-fascism-comes-to-america/2016/05/17/c4e32c58-1c47-11e6-8c7b-6931e66333e7_story.html

    Antwort
    • 9. A.M.  |  7. Juni 2016 um 4:17 pm

      Aber sicher, keines der hier vorgestellten Probleme ist ein ausschließlich anthroposophisches. Gerade ja Rassismus (obwohl man an Steiners blumig-phantastischen Rassenlehren sehen kann, wie so ein klassischer Rassismusbegriff seinen Gegenstand verliert bzw. selbst historisieren muss), Nationalismus, Konspirationsideologie und Antisemitismus nicht. Es geht aber nun einmal auf diesem Blog um Anthroposophie. Und ich meine ja, frankfurterisch, dass sich die großen Probleme am kleinen konkreten Fall niederschlagen lassen müssen, also dass man an solchen Randphänomenen und ihrer Stellung in der (und zur) Gesellschaft doch so einiges über die letztere erfährt.

    • 10. Bobby  |  8. Juni 2016 um 1:31 am

      Achtung: Die Weblinks für die Otto Brenner Stiftung (OBS) haben sich geändert.
      Alt:
      Querfront – OBS analysiert publizistisch-politisch aktives Netzwerk (OBS 21.10.2015)
      Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks (OBS-Arbeitspapiere 18)
      https://www.otto-brenner-stiftung.de/presse/pressearchiv/pressedetail//1//querfront-obs-analysiert-publizistisch-politisch-aktives-netzwerk.html
      Neu:
      Querfront – OBS analysiert publizistisch-politisch aktives Netzwerk (OBS 21.08.2015)
      https://www.otto-brenner-stiftung.de/presse/pressearchiv/pressedetail/2015/1//querfront-obs-analysiert-publizistisch-politisch-aktives-netzwerk.html
      Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks (OBS-Arbeitspapiere 18, 19.10.2015)
      https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitspapiere/shop/obs-arbeitspapier-nr-18-querfront-karriere-eines-politisch-publizistischen-netzwerks.html
      Direktdownload ausführliche Broschüre
      https://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AP18_Storz_2015_10_19.pdf

  • 11. Bobby  |  8. Juni 2016 um 2:06 am

    @ A.M.
    „….keines der hier vorgestellten Probleme ist ein ausschließlich anthroposophisches…. Es geht aber nun einmal auf diesem Blog um Anthroposophie….“

    Festzuhalten bleibt:

    Bis vor weniger Jahren war der völkische Rechtsradikalismus in der Gesellschaft nur bei Randgruppen ein Thema. Unter Einfluss der von Putins Propaganda-medien-gesteuerten Strategie der Querfront hat sich das Blatt radikal gewendet. Heute boomen völkische Ressentiments und Verschwörungstheorien in der ganzen Gesellschaft. Tendenz: Rapide steigend

    In der anthroposophischen Bewegung war ein völkisches Verschwörungs-Denken schon immer integrierter Teil des Weltbildes. Es war latent vorhanden und radikale Auswuchsen haben es immer wieder an der Oberfläche gebracht (Keuler, Ludwig, Duschek, Bondarev). Eine kritische Selbstreflexion verbunden mit einem historischen Lernprozess hat es bei den meisten Anthroposophen bis heute nicht oder nur unzureichend gegeben. Unter den Voraussetzungen der vorher erwähnten neuen Tendenzen in der Gesellschaft, ist in anthroposophischen Kreisen gegenwärtig ein offenes und offensives Eintreten für höchst fragwürdigen Positionen an der Tagesordnung, begleitet von einer geistigen Nähe zur AfD und Pegida, diese Gruppierungen teilweise auch öffentlich unterstützend, und in Übereinstimmung mit radikalem Gedankengut das heute in der Mitte der ganzen Gesellschaft angekommen ist!

    Antwort
    • 12. Andreas Lichte  |  8. Juni 2016 um 5:45 pm

      @ Bobby

      „Eine kritische Selbstreflexion verbunden mit einem historischen Lernprozess hat es bei den meisten Anthroposophen bis heute nicht oder nur unzureichend gegeben.“

      Was soll das denn für ein „Lernprozess“ sein? Wenn Rudolf Steiner selber ultra-rechts ist. Und „Blödsinn“ schreibt, siehe oben.

      Vielleicht sind Anthroposophen und Waldorfanhänger mit ganz anderem beschäftigt? Damit, Diskussionen in ihrem Sinne zu „gestalten“…:

      „Einige Kommentare kommen mir, verzeiht, so vor, wie bestellt aus der Zentrale der Steiner Sekte“

  • 13. Bobby  |  9. Juni 2016 um 2:20 pm

    @ Andreas Lichte
    „….Wenn Rudolf Steiner selber ultra-rechts ist. Und „Blödsinn“ schreibt….“

    A.M:
    „….Blödsinn. Das braucht aber nur ein Wort, dann müsste ich keinen Blog betreiben….“

    Da braucht es keine weiteren Ergänzungen!

    Zu Rudolf Steiner:
    Ja, auch bei ihm gab es große Widersprüche.
    Wenn man ihm gerecht werden möchte, gilt es damit umzugehen.

    Antwort
    • 14. Bobby  |  10. Juni 2016 um 4:51 pm

      @ Andreas Lichte – Nachträglich
      „….Vielleicht sind Anthroposophen und Waldorfanhänger mit ganz anderem beschäftigt? Damit, Diskussionen in ihrem Sinne zu „gestalten“ ….“

      Dieses trifft mit Sicherheit häufig zu. Manchmal auch in der Extremform:

      Das Festhalten an Anthroposophie als ein in sich geschlossenes, dogmatisches Gedankengebäude, als ein Relikt der Vergangenheit. Da wird nichts Fremdartiges herangelassen. Es könnte sonst alles in sich zusammenbrechen.

      Da gibt es nur eine Maxime: Das eigene Weltbild auf Biegen und Brechen in die Welt hinaustragen um die eigene Sache zu fördern. Es sollte ja schließlich die Menschheit vorm Untergang gerettet werden.

      Jede Dialog-Fähigkeit mit Menschen die andere Ansichten haben wird somit ausgeschlossen. Dazu würde auch die Auseinandersetzung mit heutigen wissenschaftlichen Kriterien gehören, die sich demnach aber immer als Bedrohung gegen die eigene Sache darstellen würden.

    • 15. Andreas Lichte  |  10. Juni 2016 um 8:51 pm

      @ Bobby

      doch Bobby, da braucht es „weitere Ergänzungen“:

      die Anthroposophie ist NICHT reformierbar, weil sie bösartiger „Blödsinn“ ist –

      hast Du – um nur ein Beispiel zu bringen – Rudolf Steiners „Aus der Akasha-Chronik“ gelesen?

      Wie soll da der „Lernprozess“ aussehen? Wie die „kritische Selbstreflexion“, wenn es einfach nur „Müll“ ist, oder wie ich es genannt habe:

      Rudolf Steiners rassistischer Science-Fiction-Trash: ‘Aus der Akasha-Chronik’

    • 16. Bobby  |  11. Juni 2016 um 10:53 am

      @ Andreas Lichte – Abschließend:

      „…..da braucht es „weitere Ergänzungen“…..Anthroposophie ist NICHT reformierbar, weil sie bösartiger „Blödsinn“ ist…..einfach nur „Müll“ ist…..“

      Da könnte ich das Gleiche antworten wie ich am 9. Juni 2016 um 2:20 pm und am 10. Juni 2016 um 4:51 pm schon getan habe.

      Das werde ich natürlich nicht tun, betrachte deshalb die Diskussion mit Ihnen als beendet und werde in dieser Hinsicht zukünftig nicht mehr reagieren.

    • 17. Andreas Lichte  |  11. Juni 2016 um 1:53 pm

      @ Bobby

      „Antwort“ würde ich das nicht nennen, was bisher von Dir kam.

      Aber wenn Du nichts zu sagen hast … noch nicht einmal, ob Du überhaupt Steiner im Original gelesen hast

    • 18. A.M.  |  13. Juni 2016 um 4:19 pm

      Was genau ist denn diesmal Problem? Tatsächlich hat sich das Gespräch im Kreis gedreht.

  • 19. Gertrud Kiefer-Volkert  |  10. Juni 2016 um 11:07 am

    Neurechte, Altlinke, Altrechte und Neulinke undwas tummelt sich noch so in der Anthroszene? Manchmal weiß ich auch nicht, wie ich diese Geistesströme alle einordnen und benennen soll.
    Da Wochenende ist, mein Tip zum Entspannen: Auf Arte wird heute abend der urkomische Film „Sommer in Orange“ gesendet – da hat man was zum Schmunzeln und instruktiv ist dieser Film auch noch.

    Antwort
  • 20. Andreas Lichte  |  19. Juni 2016 um 1:57 pm

    Ich war erstaunt, dass „Wie wäre es denn damit, ‘Blödsinn’ einfach einmal ‘Blödsinn’ zu nennen?“ keinen Zuspruch gefunden hat.

    Jetzt bin noch erstaunter, denn ich habe mich erinnert, was jemand anders gesagt hat, Zitat:

    „Er [= der Erkenntnisweg Steiners] soll modern sein, weil er an das ‘freie’ Ich appelliert. Er sei wissenschaftlich, weil er objektiv und für JEDEN zugänglich zur Erkenntnis der wahren Natur von Mensch und All führen soll. Die konkreten Inhalte, die Steiner da als Produkte seiner ‘Geisteswissenschaft’ anpreist, sind freilich offenkundig blödsinnig.“

    Antwort
    • 21. A.M.  |  21. Juni 2016 um 9:44 am

      Was hat Sie erstaunt?

  • 22. Eric Danielski  |  19. Juni 2016 um 11:34 pm

    Die Anthroposophen wagen auch den Übergriff in die heutige Zeit, was sich anhand zwei aktueller Bücher zeigt.

    „Eine Betrachtung zum Kriegsjahr 1916 und zu Rudolf Steiners Einsatz in ihm – sowie zur Gegenwart des Jahres 2016, zu Navid Kermani, zu den Flüchtlingsströmen, europäischen Abgründen und Chancen.“

    RUDOLF STEINER 1916 und die Herausforderung der Gegenwart von Peter Selg. 2016, 128 Seiten, 1 Abb., Broschur, Euro 10,– / CHF 11,– / ISBN 978-3-905919-74-5

    „Die Studie von Peter Selg widmet sich, anhand der Ausarbeitungen Friedrich Rittelmeyers, dem «Menschwerdungs»- Aspekt des «hervorragendsten» Gebetes der Christenheit in einer Zeit der Extreme, der Kriege, des Terrorismus und der Katastrophen.“

    MENSCHWERDUNG. Das therapeutische Vaterunser im Zeitalter der Extreme [von] Peter Selg. 2016, 80 Seiten, 1 Abb., Broschur, Euro 10,– / CHF 11,– / ISBN 978-3-905919-73-8

    Antwort
  • 23. Ton Majoor  |  7. September 2016 um 11:30 am

    Die graue Kinder und der Aussatz im Mittelalter sind Beispiele der stereotypen Epigenetik (Lamarckismus) bei Steiner (wiki/Epigenetik).

    Attila und seine monotheistische Schamanen stellten sich nach Steiner als Rächer gegenüber dem polytheistischen Christentum (GA 92.19 f.).

    Antwort
  • […] aber „die Neger“ sollten auch nicht nach Europa hineinkommen, wie etwa im Jazz. (vgl. „hat was von Beuys“) Die verschiedenen europäischen Einzel- und „Volksseelen“ dagegen waren als Avantgarde […]

    Antwort

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Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

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Jeder Artikel kann kommentiert werden. Da ich aber bei Internetdiskussionen zu diesem Thema schon einiges an widerlichen Unterstellungen und Beleidigungen von pro- wie antianthroposophischen Seite gelesen habe, werden die Kommentare aber vor ihrer Veröffentlichung geprüft und ich behalte mir vor, sie ggf. zu kürzen oder nicht freizuschalten. Ich will damit niemanden "zensieren", sondern versuchen, eine faire und möglichst sachliche Diskussionskultur zu schaffen.

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Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

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