„Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“

22. Juni 2010 at 8:27 am 15 Kommentare

Auszug aus dem Artikel „Drei Gründe für die Waldorfschule“, erstveröffentlicht von Ruhrbarone.

Vorwort von Ansgar Martins 

„Dieses integrative Heilkonzept verbindet die Erfolge moderner Medizin systematisch mit menschenkundlicher Erkenntnis (…) Das Entwicklungspotential der Krankheit anzunehmen, ist oft der erste Schritt zur Genesung und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte.“ („medizin indivdiduell – Zeitschrift für ein modernes Gesundheitswesen“, Sonderausgabe Herbst 2003, S. 5) 

Ebenso populär und umstritten wie die Waldorfpädagogik ist Rudolf Steiners „Anthroposophische Medizin“. Zusammen mit der Ärztin Ita Wegmann entwickelte Steiner seine anthroposophische „Heilkunst“ aus Homöopathie und Romantischer Medizin des 19. Jahrhunderts, die er in seine Mitteilungen über Karma und Evolution aus „feinstofflichen Geisterwelten“ verpackte. Die anthroposophische Medizin nimmt für sich in Anspruch, die universitäre Medizin durch einen Fokus auf das „Geistige“ zu ergänzen und den Menschen „als Individuum, nicht nur als Fall“ (ebd.) zu behandeln. Hält dieser Anspruch der Realität stand? 

Zur Diskussion gestellt sei hier ein Text von Andreas Lichte, der Voraussetzungen und Konsequenzen anthroposophischer „Impfkritik“ hinterfragt. Mit Lichte, dem derzeit aktivsten Kritiker der Anthroposophie, teile ich zwar nicht alle Überzeugungen und Folgerungen, wohl aber die Besorgnis gegenüber manchen Auswüchsen anthroposophischer „Reformkonzepte“. Ich danke Andreas Lichte für die Genehmigung zur Wiedergabe und hoffe auf eine anregende – und falls genehm: sachliche – Debatte.

 

Von Andreas Lichte 

Wie ermittelt man, ob eine bestimmte „Soziale Gruppe“ die selben Überzeugungen teilt? Mit umfangreichen Befragungen? Für die Waldorfschule – bzw. Anthroposophen – könnten das beispielsweise solche Fragen sein:

  • „Glauben Sie an Karma?“
  • „Glauben Sie, dass Ihr Kind, als es noch ein Geistiges Wesen war, Sie für seine Inkarnation als Eltern ausgewählt hat, weil Sie ihm die besten Voraussetzungen für die Erfüllung seines Karmas bieten?“

Wer antwortet darauf wahrheitsgemäss? Dieses Verfahren scheint doch sehr fehleranfällig. Gibt es vielleicht irgendein objektives, gemeinsames Kennzeichen, das man wissenschaftlich, statistisch, erfassen könnte? Ja:

Im März 2008 reist das Schulorchester einer Schweizer Rudolf-Steiner-Schule, der „Freien Oberstufenschule Baselland“ in Muttenz, zu einem Konzert in die Salzburger Rudolf Steiner Schule. Der Gastauftritt findet internationale Beachtung: Nicht nur in Salzburg, nein, in ganz Österreich, in Deutschland und Norwegen – überall brechen die Masern aus.[1]

Im April 2010 lese ich von Masern in Mettmann, NRW.[2] Als ich der Pressestelle des Kreisgesundheitsamtes sage, dass ich mich für den Masernausbruch interessiere, fragt man: „Wieso? Die Masern sind doch schon wieder vorbei.“ Ich sage: „Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber ich möchte wissen, ob eine Waldorfschule betroffen war.“ Am anderen Ende der Leitung macht es „aaah“, man weiss sofort Bescheid und sagt: „Dann ist es wohl am besten, wenn Sie Frau Kohnert zurückruft.“ Das tut Regina Kohnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Mettmann, und bestätigt mir, dass alle Masernfälle in Waldorfschulen aufgetreten sind. Die Kinder hätten Kontakt zur Waldorfschule in Essen gehabt, auch dort gibt es die Masern …[3]

„Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“, aber da sage ich Frau Kohnert wirklich nichts neues. J E D E R der mit Impfprävention zu tun hat, weiss das.

So warnt Dr. Axel Iseke vom Gesundheitsamt Münster Ende April: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es über die Waldorfschule auch in Münster zu einem größeren Masernausbruch kommt.“ Denn in Essen sind die Masern ja schon, und Zitat Presseerklärung Münster: „Familien aus dem Umfeld von Waldorfschulen seien häufig überregional vernetzt.“ [4]

Doch wer weiss genaueres über die Infektionskette Waldorfschule? Doch sicher das „Robert Koch Institut“ (RKI), „die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention“.[5] Dort müssen seit der Einführung der Masern-Meldepflicht im Jahr 2001 alle Fälle gemeldet werden. Ich spreche mit der Epidemiologin Dr. Anette Siedler. Doch sie überrascht mich, meint, dass das RKI nicht den Verursacher der Krankheit ermittetele, der weltanschauliche Hintergrund einer Schule nicht berücksichtigt werde. Auch die entscheidende Information kann Dr. Siedler nicht liefern, sie sagt:

„In Deutschland gibt es keine verlässlichen Zahlen zur Impfrate in Waldorfschulen bzw. öffentlichen Schulen.“

In der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“[6] werden Zahlen genannt, sie sollen hier als Orientierung dienen, auch wenn sie sich auf Schweden beziehen:

Geimpft waren gegen MMR (Masern-, Mumps-, Röteln- Kombinationsimpfung):

  •  in öffentlichen Schulen: 93 %
  • in Waldorfschulen: 18 %

61 % der Waldorfschüler hatten eine Masernerkrankung durchgemacht.

Warum untergraben Waldorfschulen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 in Europa auszurotten? Und warum werden Menschen dem Risiko einer Infektion mit einer schweren Krankheit ausgesetzt?

Masern[7] sind nämlich keinesfalls eine „harmlose Kinderkrankheit“:

  • bei etwa 20–30 % der Masern-Fälle kommt es zu Komplikationen. Durchfall, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen sind dabei am häufigsten, oft ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
  • Die Meningoenzephalitis ist selten (bei 0,1 % der Erkrankungen), verläuft jedoch in 15–20 % der Fälle tödlich. In weiteren 20–40 % bleiben dauerhafte Schädigungen des Gehirns zurück.
  • Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist eine sehr seltene Spätkomplikation nach Maserninfektion, verläuft nach langem Siechtum aber immer tödlich[8].

In Waldorfschulen treffen sich 2 Gruppen von Impfverweigerern, Zitat Dr. Georg Vogt, Gesundheitsamt Duisburg: die „ideologisch verhärteten Anthroposophen“ und die „oberkritischen Gebildeten“[9].

Anthroposophen – natürlich auch der anthroposophische Schularzt der Waldorfschulen – folgen Rudolf Steiner. Steiner begründet, warum die Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss, so:

Ein Mensch hat in seinem letzten Leben zu viel „gegrübelt“, was zu einer „Schwäche der Seele“ führt. Die Masern sind die „physisch-karmische Wirkung“ dieses Fehlverhaltens im letzten Leben. Die Masern macht man durch, „um organische Selbsterziehung zu üben“, „die Krankheit kann in einen geistigen Prozeß zurückverwandelt werden“ …

Wer meint, dies sei aber eine völlig idiotische Zusammenfassung, der überzeuge sich selbst: Im „Anhang“ gibt es Steiners Karma-Masern-Quacksalberei im Original zu bestaunen.

Und was ist mit der zweiten Gruppe der Waldorf-Impfverweigerer, den „oberkritischen Gebildeten“, für die Entscheidungen von Medizinern und Gesundheitsbehörden nicht gelten?

Im Januar 2010 durften rund 260 Kinder der Rudolf Steiner Schule Berlin zu Hause bleiben[10]. Als Quarantäne-Massnahme wurde der Schulbesuch vom Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf untersagt, nachdem in der Waldorfschule Masern aufgetreten waren. Ein Vater, von Beruf Anwalt, klagte gegen den Ausschluß der Schüler beim Verwaltungsgericht und verlor:

„Das Gericht gab der Behörde Recht. Die Kinder könnten bei einer Erkrankung Mitschüler anstecken, bevor sie selbst sichtbare Symptome zeigen, hieß es zur Begründung. Ihr Interesse am Schulbesuch müsse angesichts der Ansteckungsgefahr der mitunter sogar tödlich verlaufenden Krankheit zurücktreten.“[11]

Vorher hatte der Vater der zuständigen Berliner Stadträtin in einem Brief geschreiben:

„Allein die Tatsache, dass Masern auch tödlich verlaufen können, gibt der Gesundheitsverwaltung meines Erachtens nicht das Recht, derartig einschneidende Maßnahmen zu ergreifen.“ [12] 

Anhang:

Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss: 

„Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff[13]

IDS – Vortrag – 5.5.2010


 [1] Eurosurveillance: „An ongoing multi-state outbreak of measles linked to non-immune Anthroposophic communities in Austria, Germany, and Norway, march-april 2008“

[2] „Kreis Mettmann – Acht Kinder an Masern erkrankt“

[3] „Ausbruch von Masern in Essen. Derzeit 54 Masernfälle in NRW“

[4] „Gesundheitsamt: Masern-Schutz überprüfen“

[5] Robert Koch Institut (RKI)

[6] The Lancet, „Atopy In Children Of Families With An Anthroposophic Lifestyle“

[7] Masern, Wikipedia

[8] „Natalie, 10 Jahre, erkrankt an Masern-SSPE“

[9] SPIEGELOnline

[10] Berliner Zeitung

[11] Berliner Morgenpost

[12] Berliner Zeitung

[13] Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910

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„Kreative Fundgrube“? – Der „neue“ Steiner und die Kunst Plötzlich „EX-Waldorfschüler“ – Rückblick und Danksagung

15 Kommentare Add your own

  • […] der erstaunlichen Absurdität vieler seiner Aussagen (vgl. „Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen…“, Steiner und die Prügelstrafe) ist es erstmal eine naheliegende Option, Steiner einfach für […]

    Antwort
  • 2. Andreas Lichte  |  19. April 2011 um 10:53 am

    http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=67&db=news_lokales&table=artikel_ortenau&id=16256

    „Masern: Waldorfschule schließt

    (…) Masern-Alarm an der Offenburger Waldorfschule. 26 Kinder aus allen Klassenstufen haben sich mit der ansteckenden Krankheit infiziert. Grund genug für das Gesundheitsamt und die Schulleitung der Waldorfschule, die Notbremse zu ziehen und die Schule ab heute bis nach den Osterferien zu schließen.

    15.04.2011 – Seit Beginn dieser Woche verzeichnet das Offenburger Gesundheitsamt eine rasch ansteigende Zahl an Masernerkrankungen im Ortenaukreis. Insgesamt 34 Fälle wurden gemeldet – 26 davon betreffen die Offenburger Waldorfschule »Im Einvernehmen mit der Schulleitung haben wir den Unterricht bis zu den Osterferien ausgesetzt, um eine Weiterverbreitung einzuschränken«, so Thomas Wolf, Arzt beim Gesundheitsamt gestern. (…)

    Auf ihrer Internet-Seite (http://neu.waldorfschule-og.de) informiert die Offenburger Schule transparent über die Masern-Fälle und die Schulschließung. Dort heißt es: »Leider war es durch vorgelagerte Maßnahmen wie Elternbriefe und Impfbuchkontrollen nicht möglich, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, sodass wir leider zu dieser Maßnahme in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt greifen müssen.«

    Begonnen hat alles ganz harmlos. Nach den Fasnachtsferien hatte sich ein Kind infiziert. Es ist dann zu Hause geblieben, alle Eltern wurden mit Merkblättern über die Krankheit und eine Impfung informiert

    Die Waldorfschule hat dabei bewusst zu dem Merkblatt des Gesundheitsamtes auch ein Merkblatt der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte beigefügt, die einer Masernimpfung eher skeptisch gegenübersteht (ebenfalls nachzulesen auf der Internetseite der Schule). Wolfgang Meyer-Buerdorf: »Wir haben es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder impfen lassen wollen oder nicht. Das kann nicht unsere Entscheidung sein. Wir als Schule verhalten uns neutral.«

    Kurt Fleig aus Lahr, dessen beide Kinder (15 und 17) die Offenburger Waldorfschule besuchen, befürwortet die neutrale Haltung der Schule: »Diese Entscheidung müssen die Eltern treffen.« Fleig selbst hat sich nach langer Überlegung und Beratung dafür entschieden, seine Kinder nur mit dem Notwendigsten zu impfen. Eine Masern-Impfung gehört nicht dazu. »Das haben wir mit den Kindern gemeinsam so entschieden«, so Fleig auf Anfrage der Mittelbadischen Presse. Der Familienvater wehrt sich dagegen, dass seine Haltung als »fahrlässig« bezeichnet wird: »Wir haben sehr bewusst und verantwortlich gehandelt.« Wäre die Waldorfschule nicht ab heute geschlossen, wären seine Kinder weiterhin in den Unterricht gegangen. (…)“

    Antwort
  • 3. Andreas Lichte  |  19. April 2011 um 10:55 am

    http://kinderdoc.wordpress.com/2011/04/15/masern-im-suddeutschen/

    „masern im süddeutschen

    15 APR 2011, by kinderdok

    um dann mal wirklich bei dem thema impfen zu bleiben – es beschäftigt einen kinderarzt schon sehr, denn wir machen uns ernsthaft sorgen um ungeimpfte kinder – passen dann auch die aktuellen meldungen aus dem süddeutschen über eine ablaufende masernwelle im großraum freiburg. und danke, ja, es ist eine waldorfschule.

    spannend finde ich, dass dort jetzt die schule bis zu den osterferien frühzeitig geschlossen wird, um die inkubationszeit auszusitzen und die welle damit einzudämmen. mag funktionieren, muß aber nicht: gibt es doch bei eltern, die ihre kinder nicht impfen lassen, auch immer noch die unsitten der masern- und windpockenparties, damit die kids „mal so richtig in der entwicklung vorankommen“. und außerdem bedeutet ein verfrühter ferienbeginn, dass die frisch inkubierten in den urlaub fahren, und die viren fröhlich weiter verteilen.

    rein epidemiologisch sind wir ärzte alle mal wieder gespannt, ob die quote der 1 enzephalitis auf 1000 masernerkrankte auch im ortenaukreis und umgebung erfüllt wird, wie wir das auch bei den letzten ausbrüchen z.b. in nrw erleben durften. aber das ist natürlich eine uninteressante quote im vergleich zu den häufigen impfschäden.“

    Antwort
    • 4. Gertrud Kiefer-Volkert  |  1. Juli 2011 um 2:46 pm

      Bedenkt man, dass viele Waldorffamilien Familien mit mehreren Kindern sind, so wirkt die Maßnahme des Gesundheitsamtes nur unzureichend. Zwar ist der Übertragungsort Schule damit ausgeschlossen, doch in der Familie, in der keine Trennung von Geschwisterkindern realistisch durchgeführt werden kann, da greift das Gesundheitsamt nicht ein. Zynisch ist es erfahren zu müssen, dass Geschwisterkinder damit ihrem Schicksal überlassen bleiben. Die meisten Parties finden also zuhause statt.

  • 5. sHitlist: Most dangerous | FSMoSophica  |  28. Juni 2014 um 1:28 pm

    […] https://waldorfblog.wordpress.com/2010/06/22/%E2%80%9Emasern-werden-von-waldorfschule-zu-waldorfschul… […]

    Antwort
  • 6. Andreas Lichte  |  25. Februar 2015 um 6:21 pm

    MASERN IN BERLIN – Gesundheitsminister Gröhe kritisiert Impfgegner

    (…) Die beim staatlichen Robert-Koch-Institut für Impfungen zuständige Sabine Reiter erklärte die Impfskepsis bei Masern, Mumps und Röteln jüngst im Deutschlandfunk so:

    “In den deutschsprachigen Ländern, also auch in der Schweiz und Österreich, ist die Skepsis in weiten Teilen der Bevölkerung sehr verbreitet. Das kommt vor allen Dingen daher, dass viele denken, das sei eine harmlose Kinderkrankheit und das Durchmachen würde das Immunsystem stärken.”

    Ferner wies Reiter auf den starken Einfluss von Anthroposophen in dieser Frage hin: “In den letzten Jahren, wenn wir Masernausbrüche in Schulen und Kindergärten hatten, waren die oft in Waldorf-Kindergärten oder anthroposophischen Schulen.”

    http://www.deutschlandfunk.de/masern-in-berlin-gesundheitsminister-groehe-kritisiert.1818.de.html?dram:article_id=312349

    Antwort
  • 7. Andreas Lichte  |  28. Februar 2015 um 11:00 am

    Wer seine Kinder ohne Impfung an eine Waldorfschule schickt, WILL, dass seine Kinder die Masern bekommen.

    “Fünf Schulkinder in Sankt Augustin an Masern erkrankt

    27.02.2015 – Gleich fünf Kinder einer Waldorfschule in Sankt Augustin sind an Masern erkrankt. Das Gesundheitsamt hat daraufhin Schüler wie auch Angestellte, die keine Impfbescheinigung vorlegen konnten, vom Besuch der Schule ausgeschlossen …”

    http://www.rundschau-online.de/rhein-sieg/gesundheitsamt-fuenf-schulkinder-in-sankt-augustin-an-masern-erkrankt,15185860,29989510.html

    Antwort
    • 8. A.M.  |  28. Februar 2015 um 12:28 pm

      Ob das der Plan ist oder irgendeine Hypokrisie gegen die böse, kalte, technisierte Medizin, kann ich nicht entscheiden.

  • 9. Andreas Lichte  |  14. März 2015 um 9:01 am

    Masernausbruch in der Waldorfschule Ludwigsburg, März 2015

    “Zwei Schüler an Masern erkrankt

    Stuttgarter Zeitung, von meb/tim 13. März 2015

    In der Freien Waldorfschule in Ludwigsburg sind die Masern ausgebrochen: Offenbar sind zwei Schüler an dem Virus erkrankt.

    In der Freien Waldorfschule in Ludwigsburg sind die Masern ausgebrochen: Zwei Schüler einer dritten und einer zehnten Klasse sind an dem ansteckenden Virus erkrankt. Deshalb dürfen in den betroffenen Klassen nun nur noch Kinder zur Schule kommen, die geimpft sind – oder bereits an Masern erkrankt waren und deshalb gegen eine erneute Infektion geschützt sind. Das führt dazu, dass diese Klassen zurzeit zur Hälfte leer bleiben. „Es gibt bei uns recht viele Elternhäuser, in denen die Kinder nicht geimpft wurden“, erklärt Markus Fuhlendorf, der Geschäftsführer der Schule (…)”

    Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ludwigsburg-zwei-schueler-an-masern-erkrankt.84ba2e8d-7535-4270-92ca-a3e8a51632a6.html

    Antwort
  • 10. Andreas Lichte  |  17. März 2015 um 12:52 pm

    „Zwei bestätigte Masernfälle an Waldorfschule Erfurt“

    17.03.2015, Quelle: http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/15-Masernfaelle-an-Waldorfschule-Erfurt-207669849

    Antwort
  • […] verstörender Regelmäßigkeit tauchen im Waldorfmilieu Masernfälle auf (im März 2015 gab es bestätigte in Erfurt, Sankt Augustin und Ludwigsburg). Wer aber einen […]

    Antwort
  • 12. Andreas Lichte  |  18. März 2015 um 7:09 am

    „Bereits 20 Masernfälle in Erfurt bei ungeimpften Schulkindern

    18.03.2015

    Erfurt. Die Masern breiten sich weiter aus, bestätigte am Dienstag das Erfurter Gesundheitsamt. Am Nachmittag waren aktuell 20 erkrankte und unter Verdacht stehende Kinder betroffen. Konzentriert auf die Waldorfschule in Bischleben.

    Trotzdem waren Kinder der Schule am Dienstag auch im Rathausfestsaal zum Kinderkonzert und mit den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs.

    (…)

    Zunächst waren zwei Kinder nachweislich erkrankt, bei einem Dutzend Mädchen und Jungen bestand der selbe Verdacht. Das war allerdings schon am 6. März und konnte gut unter der Decke gehalten werden.

    (…)

    Zwei Mal kamen Mitarbeiter vom Gesundheitsamt direkt in die Schule, zur Beratung und Kontrolle der Impfausweise. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass nur ein Drittel der 260 Waldorfschüler geimpft ist. Ein Drittel hatte keine Unterlagen, ein Drittel verweigerte bewusst die Impfung.

    (…)“

    Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Bereits-20-Masernfaelle-in-Erfurt-bei-ungeimpften-Schulkindern-306869720

    Antwort
  • 13. Andreas Lichte  |  18. März 2015 um 10:58 pm

    „Masern-Welle schwappt von Leipzig nach Dresden – Ausbruch in Waldorfschule

    18.03.2015

    (…)

    Laut Radio Dresden teilte die Freie Waldorfschule Dresden in einem Elternbrief mit, dass 14 Kinder an der Schule von Masern betroffen seien. Etwa 200 von 800 Kindern müssten derzeit bis Ende nächster Woche zu Hause bleiben. Zudem müssten viele der 75 Lehrkräfte ihren Impfstatus beim Gesundheitsamt überprüfen lassen.“

    Quelle: http://www.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/masern-welle-schwappt-von-leipzig-nach-dresden–ausbruch-in-waldorfschule/r-mitteldeutschland-a-279595.html

    Antwort
  • 14. Andreas Lichte  |  15. Mai 2015 um 7:14 pm

    Masern: Anthroposophischer Export ins Elsass

    Deutsches Ärzteblatt, Donnerstag, 14. Mai 2015

    Stockholm – Ein französischer Austauschschüler hat die Masern-Viren von Berlin ins Elsass verschleppt. Dort sind an anthroposophischen Einrichtungen sogleich 67 Personen erkrankt. Die EU-Behörde ECDC befürchtet angesichts einer geringen Impfquote, dass das Virus auf andere Bevölkerungsgruppen übergreift.

    In den letzten 12 Monaten sind in Europa 3.760 Masern-Erkrankungen registriert worden, die meisten davon in Deutschland. Die Epidemie, die im Oktober in Berlin begonnen hat und bis Ende April zu 1.134 Erkrankungen (inklusive einem Todesfall) geführt hat, könnte in den letzten Wochen nach Frankreich exportiert worden sein.

    In der Region Colmar im Elsass sind nach Angaben französischer Behörden seit dem 10. April insgesamt 67 Personen an den Masern erkrankt. Darunter waren 39 Schüler einer anthroposophischen Privatschule. Die Epidemie breitete sich offenbar über eine Musikschule in Colmar aus. Viele Erkrankte hatten diese Schule besucht, für die anderen ließ sich ein Kontakt mit den Schülern nachweisen. Als Index-Patient wurde der Schüler einer anthroposophischen Privatschule ermittelt, der vor seiner Erkrankung an einem Austauschprogramm mit Berlin teilgenommen hatte und in dessen Gastfamilie ein Kind nachweislich an Masern erkrankt war.

    (…)“

    weiter: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62804/Masern-Anthroposophischer-Export-ins-Elsass

    Antwort
  • 15. Andreas Lichte  |  11. Mai 2017 um 7:23 am

    „Masern: Schulen in Chemnitz schränken den Unterricht ein

    Nachdem weitere Krankheitsfälle bekannt geworden sind, dürfen nur noch Kinder und Lehrer mit Impfschutz die Waldorf-Einrichtungen betreten. Und das mitten in der Prüfungszeit.

    (…)“

    http://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/MITTWEIDA/Masern-Schulen-in-Chemnitz-schraenken-den-Unterricht-ein-artikel9902010.php

    Antwort

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Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

Kommentare

Jeder Artikel kann kommentiert werden. Da ich aber bei Internetdiskussionen zu diesem Thema schon einiges an widerlichen Unterstellungen und Beleidigungen von pro- wie antianthroposophischen Seite gelesen habe, werden die Kommentare aber vor ihrer Veröffentlichung geprüft und ich behalte mir vor, sie ggf. zu kürzen oder nicht freizuschalten. Ich will damit niemanden "zensieren", sondern versuchen, eine faire und möglichst sachliche Diskussionskultur zu schaffen.

Haftungsausschluss für externe Verweise und Links

Mit Urteil vom 12.Mai 1998 hat das LG Hamburg entschieden, dass mensch durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der verlinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das LG, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

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