Die Philosophie der UN-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus

28. August 2008 at 5:16 pm 38 Kommentare

Ich gehe durchschnittlich viermal am Tag dran vorbei. Vor dem Unterricht, nach dem Unterricht, vor und nach der Mittagspause:

„Die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik richtet sich gegen jede Form von Rassismus und Nationalismus. Die Freien Waldorfschulen sind sich bewusst, dass vereinzelte Formulierungen im Gesamtwerk Rudolf Steiners nach dem heutigen Verständnis nicht dieser Grundrichtung entsprechen und diskriminierend wirken.“

Ein merkwürdiger Spruch von einem merkwürdigen Plakat, das seit Ende letzten Jahres irgendwo in jeder deutschen Waldorfschule zu finden sein müsste – an der Freien Waldorfschule Mainz ist das hübsche Ding mit seinem sanften Klischee-Waldorfblau schon irgendwo unter den üblichen Anzeigen, Zeitungsartikeln, Plakaten für Chorauftritte und Ausstellungen, Berichten des Vorstands etc. verschwunden.
Nicht, dass es frisch nach dem Aufhängen jemanden groß interessiert hätte… Oder überhaupt aufgefallen wäre…

Die Stuttgarter Erklärung

Die Stuttgarter Erklärung

Umso trauriger aber ist die Botschaft und die Geschichte, die hinter dem Plakat stecken, die der Waldorfalltag nicht kennt oder ignoriert und der „Bund der Freien Waldorfschulen“ leugnet und vergeblich relativieren will. Ich hatte neulich mal wieder den unerfreulichen Anlass, mich damit auseinanderzusetzen.

Die Rede ist von der „Stuttgarter Erklärung“, die der „Bund der Freien Waldorfschulen“ im Oktober 2007 als Reaktion auf eine lange und fruchtlose Debatte verabschiedete, die dadurch höchstens noch mehr aufgestachelt worden ist. Einer Debatte um die brisante Frage: „War Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfschulen, ein Rassist?“ Es gibt viele Meinungen zu dieser Frage, die zumeist polemisch und völlig falsch sind. Ich möchte in diesem Artikel der Frage nachgehen und dabei bei Steiner selbst ansetzen – deshalb werde ich großenteils Zitate zusammenstellen, um eine realitätsnahe Wiedergabe zu erreichen. Darunter leidet natürlich die Einfachheit des Textes

1. Rudolf Steiners Anthroposophie

Waldorfschulen, Weleda, Wala, demeter, GLS-Bank und dm-Drogeriemärkte sind Namen, die wohl jedeR zumindest schon mal irgendwo aufgeschnappt hat. Ihnen allen ist eins gemeinsam: Ihre Konzepte beruhen auf den Ideen eines gewissen Rudolf Steiner, einer der umstrittensten Figuren des letzten Jahrhunderts. Philosoph, Okkultist, Sozialreformer, Hellseher, Wahnsinniger, Betrüger, Genie – es gibt wohl keine Bezeichnung, die Steiner noch nicht beigelegt wurde.
Nach Philosophiestudium und Mitarbeit an der Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes kam er zu der Ansicht, dass Gott seine „eigene Existenz aufgegeben“ habe. Die ganze Welt, alle Naturvorgänge, die Evolution seien Teil dieser kosmischen Ganzheit, die dem erkennenden Indidviduum bewusst werden könne. „Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“ nannte er das.

Würden die der Natur zugrundeliegenden „geistigen Kräfte“ erkannt, könnten sie dem Menschen, der Menschheit und der Erde zunutze angewandt werden. Der Grundgedanke, auf den sich oben genannte Konzepte und Konzerne berufen. Während z.B. die Waldorfpädagogik weltweit fruchtbare Resonanz erfährt, geben sich die anthroposophischen Institute Organe allerdings als fortschrittsresistent, wenn es um den Umgang mit Steiners umfangreichen philosophisch-esoterischen Lehren geht.

Für die hatte Steiner nicht nur auf goetheanistische Naturbetrachtung, sondern auch auf die okkult-esoterischen Ausführungen der Theosophin Helena Blavatsky zurückgegriffen, die, inspiriert durch taoistische Quellen, nach einer „Universellen Lehre“ suchte, die allen Religionen zugrundeliege. Dieser Lehre waren allerdings Gedanken immanent, die den eigenen universalistischen Anspruch in grausigster Weise unterhölten. Gedanken, an die sich die heutige Anthroposophie noch heute klammert…

2. Es war einmal… – Theosophische Geschichtsschreibung

Von Blavatsky ausgehend will Steiner auch die der „Menschheitsentwicklung“ zugrundeliegenden geistigen Kräfte erlebt haben. Er beschreibt die Menschheitsgeschichte als einen Inkarnationsvorgang des menschlichen Ich, das ihm in neognostischer Tradition nicht etwa als Frucht eines langen Weges, sondern als göttlicher „Feuerfunke“ gilt, der aus immateriell-„astralischen“ Höhen in eine urzeitlich-nebelhafte Erdatmosphäre wirkend eingetreten sei. In der Vorzeit sei das Bewusstsein des Menschen aber noch von gänzlich anderer Beschaffenheit gewesen als unseres, traumhaft und unindividualisiert, völlig hingegeben an den Kosmos und seine Umwelt, deren Ab- und Ebenbild er war, so Steiner.
Er beschreibt die Kultur- und Bewusstseinsgeschichte als Prozess der Emazipation von dieser Ganzheit, dafür entwickelten sich individuelles Wollen, Gedächtnisfähigkeit und logischer Verstand. Blavatsky und Steiner integrierten in diese Geschichte Mythen von versunkenen Erdteilen wie Hyperboräa, Lemurien und Atlantis, teilten „Kulturepochen“ und Zeitalter lange vor den frühen Hochkulturen ein, denen sie die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten, die Entstehung uralter Sagenmotive zuschrieben..

In der „nachatlantischen“ oder „arischen“ Zeit ( ab 10.000 v. Chr. ) entwickelte sich erstmalig das einzelne Individuum weiter, es folgte die Entfaltung des Denkens, Fühlens und ( freien ) Wollens. Das vermeintlich isolierte Ich sei zu Irrtum, schrecklicher Selbstsucht und üblen Taten fähig, könne sich als freies Wesen aber auch von seiner Egozentrik befreien und Mitleid und Liebe entwickeln. Das stellten Steiner wie Blavatsky der Menschheit als Aufgabe, die zu meistern sie die „Theosophische“, er die „Anthroposophische Gesellschaft“ gründete.

3. Evolution mal anders: „Der Mensch ließ einen Teil seiner Brüder zurück…“

Nur naive Esoterik mit rosaroter „Gott-liebt-uns“-Brille? Leider nicht!

Im Anschluss an Blavatksy beschreibt Steiner die „Bewusstseinsetappen“ der Menschheit nicht nur als kulturelle Entwicklung, sondern auch evolutive Veränderung der biologischen Beschaffenheit der Menschheit. Er spricht von den jeweiligen „Wurzelrassen“ der verschiedenen „Entwicklungsstufen“. So schreibt er in der Aufsatzreihe „Aus der Akasha-Chronik“ 1904 über die älteste theosophische „Wurzelrasse“, die Menschen des „lemurischen Zeitalters“:

„Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen durchgegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als sogenannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen. Nur ein kleiner Teil der lemurischen Menschheit war zur Fortentwicklung fähig. Aus diesen bildeten sich die Atlantier. – auch später fand wieder etwas ähnliches statt. Die größte Masse der atlantischen Bevölkerung kam in Verfall, und nur von einem kleinen Teil stammen die sogenannten Arier ab, zu denen unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört. Lemurier, Atlantier und Arier sind, nach der Benennung der Geheimwissenschaft, Wurzelrassen der Menschheit. (… ) Es geht immer eine aus der andern in der Art hervor, wie dies eben in bezug auf Lemurier, Atlantier und Arier angedeutet worden ist. Und jede Wurzelrasse hat physische und geistige Eigenschaften, die von denen der vorhergehenden durchaus verschieden sind. Während zum Beispiel die Atlantier das Gedächtnis und alles, was damit zusammenhängt, zur besonderen Entfaltung brachten, obliegt es in der Gegenwart den Ariern, die Denkkraft und das, was zu ihr gehört, zu entwickeln.“

(heute in GA 11, S. 24f. – im Internet zu finden auf: anthroposophie.net)

„So leben immer Bevölkerungen auf der Erde nebeneinander, die verschiedene Stufen der Entwicklung zeigen.“

resümiert Steiner.

Bei der „Wurzelrassenhypothese“ handelt es sich um ein sozialdarwinistisches Entwicklungsmodell, das H.P. Blavatsky in Anlehnung an Ernst Haeckel entwickelt hatte. Solche biologistischen, linear und hierarchistisch aufgebauten Modelle genossen im 19. Jahrhundert in wissenschaftlichen, aber auch bürgerlichen Kreisen eine erschreckend hohe Popularität.

Tafelzeichnung Steiners

Tafelzeichnung Steiners, GA 100

Die Methode der Wurzelrassenentwicklung beschreibt Steiner kurz und prägnant:

„Der Mensch ließ sozusagen auf seiner Bahn einen Teil seiner Brüder zurück, um selbst höher zu steigen. […] In mancher wilden Völkerschaft haben wir die heruntergekommenen Nachfahren einstmals höher stehender Menschenformen zu sehen.“ [ S. 74 ]

„Man sieht, der Mensch steigt in ein höheres Reich, indem er einen Teil seiner Genossen hinabstößt in ein niederes.“ [ S. 140 ]

Halten wir fest: Die „Arier“ – ein Begriff, den Steiner bald durch „Weiße“ ersetzt – sind die Avantgarde der Entwicklung im „nachatlantischen Zeitalter“. Die anderen Völker, „Rassen“, entsprechen bewusstseinsmäßig ( und, in der Wurzelrassenlehre, damit zusammenhängend: biologisch ) angeblich „früheren“ Menschheitszeitaltern und deren jeweils „zeitgemäßer“ „Rasse“. Sie sind zurückgeblieben und „heruntergekommen“ und für die „vorgeschrittenen Weißen“ gefährlich.

„Nicht absolut brauchen sie zurückzubleiben, aber sie bleiben mit alten Kräften zurück, um diese alten Kräfte später mit der fortschreitenden Evolution in einer anderen Kulturepoche entsprechend in Zusammenhang zu bringen. Man braucht nicht einmal an Wertigkeiten zu denken, sondern nur an Charaktereigentümlichkeiten. Wie sollte denn den Menschen nicht auffallen die tiefe Verschiedenheit, wenn es sich um Geisteskultur handelt, sagen wir der europäischen und der asiatischen Völker. Wie sollte denn nicht auffallen, die Differenzierung, die gebunden ist an die äußere Hautfärbung! (…)
Nur wenn man in einem nicht ganz gesunden Seelenleben befangen ist, kann einem dasjenige besonders imponieren, was als orientalische Mystik die orientalische Menschheit aus alten Zeiten bewahrt hat, wo die Menschen es notwendig hatten, mit niederen Seelenkräften zu leben. Solch ungesundes Geistesleben hat vielfach Europa allerdings ergriffen ( … ) Aber andere Zeiten werden kommen über die Erdenentwicklung, folgende Zeiten. In diesen folgenden Zeiten, da werden veraltete Kräfte mit vorgeschrittenen Kräften wiederum sich verbinden müssen. Daher müssen sie an irgendeiner Stelle bleiben, um da zu sein, um sich verbinden zu können mit den vorgeschrittenen Kräften.“

(GA 174b, S 35ff zit. nach wiki.anthroposophie.net)

Wirklich ein großer Trost. Sogar die „orientalische Mystik“ bringt Steiner mit Hautfarbe und angeblichen „niederen Seelenkräften“ der AsiatInnen in Verbindung. Er verurteilt hier konkurrierende esoterische Praktiken als unzeitgemäß und zurückgeblieben.

An anderen Stellen seines Werkes hat Steiner konkretisiert, wie das mit den Hautfarben genau aussieht, und welche „Eigenschaften“ die angeblichen gegenwärtigen „Rassen“ haben sollen. 1909 schilderte er: „Wenn der Mensch sein inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit [ der Psyche, der Emotionen ] sein Äußeres.“ ( GA 107, S. 288 )

4. Von Farbigen und „Normalmenschen

„Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte […] wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas.“ Ihr Körper sei durch „Egoität verhärtet“, es sei ihnen deswegen unmöglich gewesen, „sich über einen gewissen Grad hinauszuentwickeln“. ( ebd. )
„Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkunge zu sehr ausgesetzt waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz.“ ( ebd. ) Die „übriggebliebenen Reste“ dieser Menschengruppen seien zu den heutigen Schwarzen geworden, deren „Rassencharakter“ zu verschweigen Steiner einfach nicht übers Herz brachte: „…Von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens.“

( ebd., S. 290 ). Die UreinwohnerInnen Amerikas mit ihrer verkörperten Egozentrik und den angeblich passiv-unindividuellen Menschen Afrikas und Asiens hätten ihr Ich also in falscher Weise entwickelt und „Aus allen Völkern, die das Ich zu stark oder zu schwach entwickelt hatten, konnte nichts besonderes werden.“ ( S. 293 ) Die Weißen, EuropäerInnen seien die „Normalmenschen“ ( S. 291 ) und „das waren die Grundbedingungen für die spätere Kultur“ ( S. 293 ). Zwischen südöstlicher Passivität und nordwestlicher Aktivität „mitten hineingekeilt“ habe sich allerdings das Christentum, für Steiner der Impuls zum „Höheren im Menschen“, entwickeln können.

Ein Satz Rudolf Steiners aus dem Jahr 1923 bringt das Ganze auf den Punkt: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, die am Geist schaffende Rasse“. In dem einschlägigen Vortrag konstruiert Steiner Zusammenhänge zwischen der Hautfarbe(n) der Menschen und deren angebliche Einflüsse auf bestimmte Menschengruppen. Steiner greift auf Grundgesetze der Farbenlehre zurück: Weiße Körper reflektieren das Licht, Farbige, besonders Schwarze, nehmen Licht auf. Das glaubt Steiner auch auf Körperbeschaffenheiten anwenden zu können:

„Der Schwarze ist ein Egoist, der nimmt alles Licht und alle Wärme auf. […] Der Gelbe, von der mongolischen Bevölkerung, der gibt schon etwas Licht zurück, aber er nimmt noch viel Licht auf. […] Er arbeitet nicht so stark mit den Gliedmaßen und dem Stoffwechsel. Der Neger ist viel mehr auf Rennen und auf die äußere Bewegung aus, die von den Trieben beherrscht ist. Der Asiate, der Gelbe, der entwickelt mehr ein innerliches Traumleben, daher die ganze asiatische Zivilisation dieses Träumerische hat. Also er ist nicht mehr so in sich bloß lebend, sondern er nimmt schon vom Weltenall etwas auf. Und daher kommt es, daß die Asiaten so wunderschöne Dichtungen über das ganze Weltenall haben. Der Neger hat das nicht. Der nimmt alles in seinen Stoffwechsel herein und eigentlich verdaut er nur das Weltenall. Der Asiate eratmet es sich, hat es in seiner Blutzirkulation.“

Die Weißen hingegen wiesen Wärme und Licht und Licht zurück und entwickelten „das Menschliche in sich“, d.h. unabhängig von den kosmischen Kräften. So verfügten sie einzig über die Fähigkeit, selbsstständig zu denken. Das habe Vor- und Nachteile, denn es wären die Möglichkeiten zu Egoismus, Materialismus und Unmenschlichkeitgegeben. Den farbigen „Rassen“ bliebe das erspart, sie blieben durch das umnachtete vegetieren in den aufgesaugten kosmischen Kräften „schon innerlich Mensch“. Das selbstständige Denken ermöglicht nach Steiner aber erst das wirkliche Erleben und Nachvollziehen des „Geistigen“ auf individuelle Art, wie im „nachatlantischen Zeitraum“ nötig. Daher gilt die „Weiße Rasse“ als die „zukünftige“.

Tafelzeichnung Steiners, GA 349

Tafelzeichnung Steiners, GA 349

Und wem das noch nicht reicht: In der Vortragsreihe „Die Mission einzelner Volksseelen“, die Steiner 1910 hielt, bringt er nocheinmal Ich-Entwicklung, Menschheitsentwicklung und Rassenentwicklung miteinander in Verbindung. Makabererweise kommen zu allem Überfluss die anthroposophischen „Jahrsiebte“ zum Tragen. „Alle sieben Jahre verändert sich der Mensch“ soll Steiner gesagt haben, dabei geht es um die Entfaltung, die emotionale und mentale Reifung des Individuums. Diesen entsprächen die übersinnlichen Welten an bestimmten Stellen der Erdoberfläche, z.B. „im Innern von Afrika“, wo die Lemurier als älteste Vorfahren des heutigen Menschen ihre „Entwicklungsstufen“ absolvierten,

„An diesem Punkte wirken gleichsam von der Erde ausstrahlend alle diejenigen Kräfte, welche den Menschen namentlich während seiner ersten Kindheitszeit ergreifen können. […] So also wirkt jener Punkt auf der Erde, auf dem der Mensch lebt, am allerstärksten in der ersten Kindheitszeit und bestimmt dadurch diejenigen Menschen, die ganz abhängig sind von diesen Kräften, ihr ganzes Leben hindurch so, daß jener Punkt ihnen die ersten Kindheitsmerkmale bleibend aufprägt. […] – in bezug auf ihren Rassencharakter – […]. Das, was wir schwarze Rasse nennen, ist im wesentlichen durch diese [ d.h. kindliche ] Eigenschaften bedingt.“

In diesem Sinne geht es kurz und bündig weiter:

„Der afrikanische Punkt entspricht denjenigen Kräften der Erde, welche dem Menschen die ersten Kindheitsmerkmale aufdrücken, der asiatische Punkt denjenigen, welche dem Menschen die Jugendmerkmale geben, und die reifsten Merkmale drückt dem Menschen der entsprechende Punkt im europäischen Gebiete auf. Das ist einfach eine Gesetzmäßigkeit.“ ( GA 121, S. 74 )

Aber: memento mori! Denn was wären Jugend und Erwachsenenalter, wenn wir nicht um die „Schrecken“ des Alters wüssten? Steiner

:„Wenn wir dann diese Linie weiterziehen, so kommen wir weiter nach Westen nach den amerikanischen Gebieten hinüber, in jene Gebiete, wo diejenigen Kräfte wirksam sind, die jenseits des mittleren Lebensdrittels liegen. Und da kommen wir — ich bitte das nicht mißzuverstehen, was eben gesagt wird; es bezieht sich nur auf den Menschen, insofern er von den physisch-organisatorischen Kräften abhängig ist, von den Kräften, die nicht sein Wesen als Menschen ausmachen, sondern in denen er lebt -, da kommen wir zu den Kräften, die sehr viel zu tun haben mit dem Absterben des Menschen, mit demjenigen im Menschen, was dem letzten Lebensdrittel angehört. […] Nicht etwa deshalb, weil es den Europäern gefallen hat, ist die indianische Bevölkerung ausgestorben, sondern weil die indianische Bevölkerung die Kräfte erwerben mußte, die sie zum Aussterben führten.“ Aber natürlich alles kein Problem:„In unserer Zeit wird der Rassencharakter aber allmählich überwunden.“ ( ebd. S. 75 )

Leider ein paar Jahrhunderte zu spät für die Indianer, aber besser zu spät als nie…

Ekelhafteste Stereotype, ein kosmologisch gerechtfertigter Determinismus, die Steiner aber nicht sonderlich in seiner Postulierung einer theosophischen ( bzw. anthroposophischen ) Verbrüderung der gesamten „Erdenmenschheit“ gestört zu haben scheinen.

„Heute schon sehen wir, wie im Grunde genommen die Kultur nicht mehr getragen wird von einer führenden Rasse unmittelbar, sondern wie die Kultur sich über alle Rassen ausbreitet. Und die Geisteswissenschaft soll ja gerade dasjenige sein, was ohne Unterschied der Rassen und Stämme die Kultur über die ganze Erde trägt […] Und wenn die Theosophie [ später „Anthroposophie“ ] ihren guten alten Grundsätzen treubleiben soll, so wird sie – trotzdem sie zu ihrem ersten Grundsatze hat, ohne Unterschied von Rassen- und Farbeigentümlichkeiten und so weiter, eine Kultur zu begründen – gar nicht darauf verfallen können, eine Zukunftskultur zu erhoffen von einer einzelnen Rasse.“ ( GA 133, S. 151f. )

Die vermeintlichen rassischen Ungleichheiten glaubte er durch weitere esoterische Ausführungen versöhnt:

I. „Ist das nicht ein ungeheurer harter Gedanke, dass ganze Völkermassen unreif werden und nicht die Fähigkeit entwickeln, sich zu entfalten […]? – Aber dieser Gedanke wird für Sie nicht länger etwas Beängstigendes haben!“ Denn: „Die Rasse kann zurückbleiben, eine Völkergemeinschaft kann zurückbleiben, aber die Seelen schreiten über die einzelnen Rassen hinaus.“ ( GA 104, S. 89 ) Mit anderen Worten: Das menschliche Individuum ist letztendlich unabhängig von sogenannten „Rassencharakteren“, bzw. es sei seine Aufgabe, sich davon frei zu machen:

„Daher muss der moderne Mensch, der einsieht, dass über die ganze Erde hin eine gleichmäßige, nicht nur materiell-wirtschaftliche, sondern Seelenkultur wachsen muss, der muss aus anderen Untergründen als den Völkischen geistig-sittliche Ideen entwickeln. […] Für die ethische Grundlegung der Weltanschauung habe ich das versucht in meinem Buche […] ‚die Philosophie der Freiheit‘. Da ist versucht worden, den Menschen den Weg zu Freiheit und zugleich zur Sittlichkeit zu zeigen, so dass in diesem Buche aber auch gar nichts gefunden werden kann, was aus einer einseitigen, völkischen Richtung herausgeboren wäre […] Da ist wie eine selbstverständliche Note durch das ganze Buch durchgehend, dass der Mensch noch nicht Vollmensch ist, wenn er sich als Angehöriger einer menschlichen Differenzierung fühlt, dass er Vollmensch ist erst, wenn er herauswächst aus dieser Differenzierung.“ ( GA 334, S. 291 )

Dabei bleibt die Abwertung der „überholten“, „heruntergekommenen“ und „dekadenten“ Völker/“Rassen“ allerdings bestehen, sie könnten allenfalls überwunden werden.

II

„Da alle Menschen in verschiedenen Reinkarnationen durch die verschiedenen Rassen durchgehen, so besteht, obgleich man uns entgegenhalten kann, daß der Europäer gegen die schwarze und die gelbe Rasse einen Vorsprung hat, doch keine eigentliche Benachteiligung.“

– sehr versöhnlich….wohlbemerkt: Sie bestünde dieser Äußerung nach, wenn nicht die Reinkarnation einen Ausgleich brächte.

III „Es hat zum Beispiel schon gegenüber der heutigen Menschheit keinen rechten Sinn mehr, von einer bloßen Rassenentwicklung zu sprechen. […] Wir können noch von Rassen sprechen, aber nur in einem solchen Sinne, dass der eigentliche Rassenbegriff seine Bedeutung verliert.“ [ GA 105, S. 184 ]

„Die Rasse ist etwas, was entstanden ist und wieder vergeht. Das Zeitalter, in dem die Rassen sich gebildet haben ist das lemurische und atlantische Zeitalter. Heute haben wir nurnoch die Nachzügler der Rassen. […] Bei den großen Umwälzungen [ zwischen dem atlantischen und nachatlantischen Zeitalter ] war alles das, was [ an Rassen ] auf der Atlantis entstanden war, zusammengewürfelt worden, durcheinandergemischt. Man sollte daher in der nachatlantischen Zeit nicht mehr von Rassen sprechen, sondern von Kulturen.“ [ GA 109, S. 233f. u. 245 ]

Aber bevor das optimistisch stimmt: Die Theorie vom Verschwinden der Rassenunterschiede besagt nicht, dass diese schon verschwunden sind:

„In unserem Zeitraum spielen ja Rasse- und Kulturepoche noch durcheinander. Der eigentliche Rassebegriff hat seine Bedeutung verloren, aber er spielt noch immer hinein. Es ist keineswegs möglich, dass eine jede Mission in gleichwertiger Weise von einem jeden Volk bei uns schon ausgeübt wird. Manches Volk ist besonders dazu prädestiniert.“ ( GA 104, S. 152 )

Ausgehend von den wesentlichen Relativierungen seiner Rassentheorie verurteilte Steiner den Nationalismus, wenn er auch befürchtete, dass der Nationalismus „in der nächsten Zukunft“ als „besonders segensreiches Programm gelten“ würde.

„Daher wird man erleben, wenn dieser Nationalismus wird bauen wollen – er kann ja in Wirklichkeit nur zerstören -, dass die Illusionen, die von der Lüge durch eine schmale Kluft getrennt sind, sich eben fortsetzen werden. Denn soviel Nationalismus in der Welt entstehen wird, so viel Unwahrheit wird in der Welt sein, besonders gegen die Zukunft hin.“ ( GA 185a, S. 77 )

Es sei aber „Schon kein Wahn mehr, sondern eine Tatsache: Das Zerspalten, das Zerklüften der Menschheit in sogenannte Nationen…“ ( GA 162, S. 148 ) Mit dem Steiner überhaupt nichts zu tun zu habe vermeinte….

In anderen Zusammenhängen bezeichnete Steiner sogar die Wurzelrassenlehre als „Kinderkrankheit“ der spirituellen Bewegungen und meinte:

„Das ist das Wesentliche. Deshalb ist es notwendig, daß diejenige Bewegung, welche die anthroposophische genannt wird […] gerade in ihrem Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, daß sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind.“ ( GA 117, S. 151 )

5. Umgang mit und Reaktionen auf Steiners Rassismus

„Steiners Œuvre ist letztlich von einer nicht systematisierten oder hermeneutisch integrierten Ambivalenz gekennzeichnet, in der Unvereinbares und Widersprechendes stehengeblieben ist. Es hängt dabei von den Interessen der Leser ab, ob die Anthroposophie rassistisch interpretiert wird oder nicht. Die Rezeptionsgeschichte bietet Belege für beides.“

stellt Helmut Zander, Historiker und Theologe an der Humboldt-Universität Berlin, völlig zurecht zu Steiners Rassentheorie fest. In meinen Augen sind die antirassistischen Äußerungen Steiners schön, gut und wichtig, sie ändern aber nicht viel an der Aussage und Wirkung seiner rassistischen Stereotype.

2007 veröffentlichte Zander sein monumentales Werk „Anthroposophie in Deutschland“, in dem er den KritikerInnen und VerteidigerInnen der Anthroposophie zur Besonnenheit aufruft:

„Es wäre hilfreich, wenn Anthroposophen zugestehen würden, dass dies [ die Behauptung, Steiner sei rassistisch gewesen ] keine schlicht polemische Aussage ist, sondern in der kontextualisierenden Deutung des historischen Materials gründet. (… ) Es gibt meines Erachtens nur einen Weg, Steiners Rassentheorie zu entschärfen: Indem man sie als zeitgebundene Vorstellungswelt historisiert, sich insowiet davon distanziert und in normativer Hinsicht als Irrtum verwirft. So führt ein Weg von Steiners evolutionär hierarchisierter Rassentheorie zu einer egalitären Philanthropie. Aber vor einer solchen Revision schrecken viele Anthroposophen weiterhin zurück, weil dies den Einstieg in die Kritik von Steiners ‚höherer Einsicht‘ bedeuten würde.“

( Zander, Anthroposophie in Deutschland, Vandenhoeck & Ruprecht, 20007, I, 636f. – eine wirklich gute Rezension zu dem vieldiskutierten Buch lieferte die „Zeit„. )

Die Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann-Kastein betrachtet die theosophischen Rassenvorstellungen als säkularisierte, d.h. verweltlichte religiöse Symbolik, in der neognostische Licht-Finsternis-Allegorien in menschliche Hautfarben hineininterpretiert werden. Steiner entwickle, so Husmann-Kastein, „zwar keine geschlossene Rassentheorie für die gegenwärtige Menschheit, aber mehrere rassentheoretische Modelle. Die Differenzierungssystematiken an sich beinhalten Essentialisierungen und Diskriminierungen und verbinden sich mit einem ‚kosmologischen Determinismus‘. Dabei schreiben sich farb- und geschlechtssymbolische Codierungen des Abendlandes deutlich ein. (…) Mich wundert es (…) als historisch arbeitende Kulturwissenschaftlerin weniger, dass es Rassismus im Werk Steiners gibt, als die mehr oder minder durchgängige Verweigerung, dies heute als solches zu benennen und kritisch zu reflektieren.“ [ hu-berlin.de ]

Die „mehr oder minder durchgängige Verweigerung“ seitens der AnthroposophInnen findet sich tatsächlich. Während Steiners Rassismus und von einigen militanten und übereifrigen GegnerInnen ( z.B. Peter Bierl, Michael Grandt – vgl. meinen Artikel „Rassistische Religionsschule?“ ) der Anthroposophie zu deren „Herzstück“ und zum heimlichen und subtilen Unterrichtsinhalt der Waldorfschulen erklärt wird, ist unter AnthroposophInnen Steiners Rassismus noch zutiefst umstritten:
„Vereinzelte Formulierungen“, „Ausrutscher“ Steiners seien in der Tat rassistisch und abzulehnen, heißt es bei den einen. ( Frankfurter Memorandum, PDF ).

Dabei wird allerdings die sozialdarwinistische „Wurzelrassen“-Vorstellung verharmlost. Steiners Rassismus ist kein Ausrutscher, sondern die Konsequenz aus dieser durch und durch evolutionistischen Frechheit.

Aber es kommt – natürlich – noch schlimmer: andere anthroposophische Kreise behaupten, die rassistischen Formulierungen Steiners seien missverstanden und von böswilligen KritikerInnen „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden, in Wirklichkeit gäbe es gar keinen Rassismus bei Steiner. Dabei wird versucht, Steiners Rassentheorie durch seine antirassistischen Äußerungen ebenfalls zum Humanismus und zur Philanthropie zu erklären. ( waldorfschule.info )

In diesen Zusammenhang fällt auch die eingangs zitierte „Stuttgarter Erklärung“, die behauptet, Steiners rassistische Äußerungen würden diskriminierend „wirken“. Die unausgesprochene Fortsetzung dessen: „Ja, sie wirken rassistisch, sind es aber selbstverständlich nicht.“ Mir ist das als Waldorfschüler peinlich. Denn während der „Bund der Freien Waldorfschulen“ sich anderem zuwendet, fabuliert derweil wieder einE KritikerIn die Behandlung von Rassentheorien im Unterricht der Waldorfschulen zusammen… Solcherlei Haarspalterei bestimmt die Debatte auf beiden Fronten seit den Neunzigern, was natürlich nicht sonderlich produktiv ist.

Viel zu selten finden sich klare Distanzierungen, wie die des Anthroposophen Felix Hau: „Diese Verquickung von Vor- und Werturteilen, kompletter Ahnungslosigkeit und dümmlichsten Stereotypen mit esoterischen Erläuterungen und dem Anspruch, etwas zur Erhebung des Publikums auf einen von chauvinistischen Vorbehalten freien Standpunkt zu tun, ist in der Tat eine historische Einmaligkeit. Sie ist einmalig überflüssig und völlig kontraproduktiv…“ Hau ist Redakteur der Zeitschrift „info3“, die einen neuen, integral-pluralistischen Kurs innerhalb der Anthroposophie einschlagen will.

„Die Diskussion um Steiners Rassenvorstellungen“ so der oben schon zitierte Historiker Zander „bleibt allerdings im Wesentlichen eine Theoriedebatte, da sie in der Praxis offenbar weitgehend folgenlos waren. Schon die aus vielen Nationen stammenden Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft bildeten ein Widerlager gegen die Engführungen in Steiners Weltbild. Genau diesen «praktischen Internationalismus» haben die Nationalsozialisten den Anthroposophen zum Vorwurf gemacht, während sie Steiners Rassenvorstellungen offenbar nicht wahrnahmen.“ Meint er in einer Rezension zu Ulrich Werners Buch „Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus“ ( akdh.ch )

Aber was für eine („Theorie“) Debatte!

Während die „Stuttgarter Erklärung“ friedlich weiterschimmelt, ohne aufzufallen, haben wir z.B. gerade Deutsch: Nette Gespräche, Kritzeleien auf dem Block und Briefchen, die wohl nicht so viel anders sind als an allen Nicht-Waldorfschulen. Ganz nebenbei lesen und diskutieren wir in Klasse 12 noch Kant: „Dass die Menschen, wie die Sachen jetzt stehen, im Ganzen genommen, schon im Stande wären oder darin auch nur gesetzt werden könnten, in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel.“ Dem „Bund der Freien Waldorfschulen“ zum Beispiel in Bezug auf Steiners esoterische Rassismen.
Schade, dass aus dem internationalen Engagement und Erfolg der Waldorfpädagogik heraus nicht endlich eine Distanzierung von diesen theosophisch-darwinistischen Albernheiten erfolgt.

6. Ein paar sehr brauchbare Links zum Thema:

Ralf Sonnenberg: „‘Fehler der Weltgeschichte‘: Judentum, Zionismus und Antisemitismus aus der Sicht Rudolf Steiners. War Rudolf Steiner ein „völkischer Antisemit“? Kritische Kurzbibliografie und Resümee“
( hagalil.com )

Helmut Zander: „Sozialdarwinistische Rassentheorien aus dem okkulten Untergrund des Kaiserreichs“ ( akdh.ch )

Jana Husmann-Kastein: „Schwarz-Weiß-Konstruktionen im Rassebild Rudolf Steiners“
( religio.de )

Rudolf Steiner: SEEEEHHHHHHHHHHHHHHHHR Lange Liste seiner un-/und/oder antirassistischen Äußerungen. Zusammengestellt von Lorenzo Ravagli ( von wem auch sonst ) ( dreigliederung.de )

siehe auch die im Text angegebenen Links!

Nachtrag vom 8. September 2008:

Ich habe grade einen lieben und lustigen Kommentar der Rudolf-Steiner-Sphäre ( http://www.rudolf-steiner.de ) auf meinen Artikel gelesen. „Martins“ – hat Grauer, der Autor offenbar entdeckt – „lehnt das Waldorf-Konzept keineswegs pauschal ab…“ in der Tat, „Martins“ ist nämlich so überzeugt von der Waldorfschule, dass er auf einer WaldorfschülerInnenseite mitarbeitet, er fragt sich, was Grauer daran so verwunderlich findet. Dieser weiter:“…sondern reflektiert es mit bemerkenswert sachlicher Distanz und unaufgeregter Kritik.“ Dabei habe ich mir auch alle Mühe gegeben.
Er hebt sich dadurch in überaus erfreulicher Weise sowohl von den vielen bornierten Scheuklappenreaktionen der Waldorfszene als auch von den emotional geführten Kampagnen von enttäuschten Aussteigern ab.“ Immerhin! Fragt sich nur, wer die „enttäuschten Aussteiger“ sind? Sollte damit Andreas Lichte ( der 2004 das WaldorflehrerInnenseminar Berlin besuchte ) gemeint sein: „Martins“ stimmt ihm in der Rassismusdiskussion ( in anderen Punkten nicht! ) emotional wie mental zu.
Ich freue mich auf die angekündigte Auseinandersetzung der „Rudolf-Steiner-Sphäre“, welche laut Grauer nicht nur „vereinzelte Stellen“ ablehnen, sondern auch die dahinterstehenden Evolutionsgedanken untersuchen will! Ein Schritt in die richtige Richtung – hoffen wir, dass weit genug und er sich endlich mal weit genug vom „Frankfurter Memorandum“ oder der „Niederländischen Kommission“ zu Steiner Rassismus abhebt! Ich werde das Vorgehen gespannt verfolgen. (Rudolf Steiner Sphäre)

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Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – aber das hat nicht nur Vorteile!

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  • 1. Andreas Lichte  |  1. Mai 2009 um 11:52 am

    NPD-BLOG.INFO – 28.04.09

    „NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II

    ALLGEMEIN, IN EIGENER SACHE

    NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik. Dieses Projekt hatte Ravagli kurz vor der Buchveröffentlichung im Jahr 2007 gestoppt – und es ist dem Anthroposophen offenbar noch immer unangenehm. So ging Ravagli wegen des Beitrags auf NPD-BLOG.INFO rechtlich gegen Andreas Molau vor, weil er in dem Interview Sätze aus dem Buch zitiert hatte. Und auch Autor Andreas Lichte sowie NPD-BLOG.INFO erhielten Post von Ravaglis Anwälten. Daher steht der Artikel “Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte” jetzt nur noch ohne die Zitate aus dem nicht veröffentlichten Buch von Andreas Molau sowie dem Anthroposophen Lorenzo Ravagli zur Verfügung. Hier der Artikel, die Zitate sind durch ein XXX gekennzeichnet:

    (…)“

    weiter: http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    Antwort
  • 2. Ausrutscher oder Rassenlehre? « Waldorfblog  |  20. Juli 2009 um 2:17 pm

    […] 2008 veröffentlichte die anthroposophische Zeitschrift “info3- Anthroposophie im Dialog” ein “Frankfurter Memorandum” , um sich mit dem immer wieder – und nicht zu Unrecht – erhobenen Vorwurf zu stellen, Rudolf Steiner habe rassistische und antisemitische Ansichten vertreten. (vgl. Die Philosophie der Un-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus) […]

    Antwort
  • 3. Paul  |  30. Juli 2009 um 6:26 pm

    Rudolf Steiner’s books are racist

    confirms “BPjM”, Germany’s Federal Department for Media Harmful to Young Persons

    .

    The “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) (”Federal Department for Media Harmful to Young Persons”) examined 2 books by Rudolf Steiner for “racist content” and decided that the content of the books IS racist. To understand the BPjM´s importance and function here’s its self-portrayal:

    http://www.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/information-in-english.html

    “General information about the BPjM (Federal Department for Media Harmful to Young Persons)

    We are an official administrative authority of the German government called “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) (”Federal Department for Media Harmful to Young Persons”). Our task is to protect children and adolescents in Germany from any media that might contain harmful or dangerous contents. This work is authorized by the “Youth Protection Law” (Jugendschutzgesetz – JuSchG).

    Media monitored by us are, among others: videos, DVDs, computer games, audio records and CDs, print media and internet sites.

    Objects are considered harmful or dangerous to minors if they tend to endanger their process of developing a socially responsible and self-reliant personality. In general, this applies to objects that contain indecent, extremely violent, crime-inducing, anti-Semitic or otherwise racist material. (…)”

    The 2 books examined by thr BPjM are:

    – “Geisteswissenschaftliche Menschenkunde”

    – “Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie”

    The 2 decisions differ from one another only with regard to which particular statements by Rudolf Steiner the BPjM considered to be racist. As stated in the respective decisions on i) “Geisteswissenschaftliche Menschenkunde” and ii) “Die Mission einzelner Volksseelen”, decisions page 6:

    “Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.”

    “The content of the book [by Rudolf Steiner] is, in the opinion of the board of 12 representatives, considered in part as an incitement to racial hatred, respectively as discriminating on grounds of race.”

    This is followed by a definition. I only translate the most important part:

    “Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284).”

    “A medium incites racial hatred, that is, depicts racial hatred as worthy of imitation, if human beings are represented as being inferior or contemptible or are discriminated against, due to their affiliation to another race, nation, religious community or the like.”

    ************

    http://www.liberalconspiracy.org/2009/07/23/pseudoscience-is-not-a-valid-educational-choice/#comment-55805

    from waldorf-critics, http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/11371

    Antwort
  • 4. Kampf bis zur Erleuchtung » ruhrbarone  |  14. August 2009 um 8:25 am

    […] Hautfarbe und ihres Standes in der Menschheitsentwicklung darstellt. ‘Es gibt zweifelsohne rassistische Motive in Steiners Denken’, sagt der Historiker Helmut Zander. ‘Beispielsweise, wenn er von «passiven […]

    Antwort
  • […] neuzeitlichen Rassentheorien mit am Werk gewesen. Aber Steiner konstruierte in der Anthroposophie seine ganz eigene, „spirituelle“ Begründung für diese Stereotype, weil er die gefürchtete Welt der „Finsternis“ und was er dafür hielt in seinem […]

    Antwort
  • […] eignet sich natürlich bestens, um auf vermeintliche „Rassencharaktere“ (vgl. Die Philosophie der UNFreiheit) oder „Völkermissionen“ übertragen oder umgedeutet zu werden. Das tat Steiner denn […]

    Antwort
  • […] nach wie vor vom „Bund des Freien Waldorfschulen“ vertriebenen Buch über Steiners „Volksseelen“-Lehre steht, dass diese „die Erkenntnisse des Genomprojekts (der weltweiten Kartienrung der […]

    Antwort
  • 8. Andreas Lichte  |  5. März 2010 um 2:35 pm

    „Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange.

    (…) Als Beleg und zur Illustration nur dieses Beispiel: Warum sind einige Menschen nicht “weiß”, wie die meisten Europäer, sondern dunkel bis schwarz? Die wissenschaftliche Antwort wird üblicherweise in der Physischen Anthropologie gesucht. Dr. Steiner jedoch weiß es besser und tiefer. Dass jemand dunkel auf die Welt kommt, liegt daran, dass er in seinem vorherigen Leben ein “dunkles”, verderbliches Leben geführt hat. (14) Mehr noch: Er könne jetzt schon bei einigen Zeitgenossen voraussagen, dass sie in der nächstfälligen Inkarnation als Schwarze auf die Welt kämen, zur Strafe für ihre Schandtaten. Das ist die feine anthroposophische Art des Rassismus. Ebenso werden Krankheiten, Missbildungen, Geistesstörungen als Ergebnis früherer moralischer Verfehlungen gedeutet. (…)

    Zum Autor: Prof. em. Dr. Klaus Prange, Jahrgang 1939, Emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Pädagogische Anthropologie als Anthropologie des Lernens und die Pädagogische Ethik.“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

    Antwort
    • 9. Ansgar  |  14. März 2010 um 3:46 pm

      Das, worauf Prange sich bezieht, lautet im Wortlaut so:

      „Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als
      ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätsprofessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.“ (GA 300c)

      Da ist bei aller Verstiegenheit aber nichts von dunklen, verderblichen Taten des Professors die Rede – abgesehen davon, dass hier ein „Neger“ als Professor wiederkommt und nicht ein „dunkler“ Professor als „Neger“. Steiners Rassentheorie wird so leider nicht besser aufgeschlüsselt.

      Die wirklich guten Passagen des Aufsatzes von Prange sind ganz andere!

    • 10. Andreas Lichte  |  15. März 2010 um 10:31 am

      @ Ansgar

      Prof. Prange schrieb mir, bevor du deinen Kommentar veröffentlicht hast:

      „An sowas halten sich immer diejenigen fest, die nicht auf Überlegungen, sondern auf irgendwelche Details und Wendungen reagieren und sich dabei als Oberschiedsrichter aufführen. Auf dergleichen lohnt sich nicht einzugehen. Die Gläubigen lassen sich eh nicht überzeugen.“

      Ansonsten darfst du gerne den gesamten Steiner-Text zitieren:

      Hat es Sinn, diesen Steiner-Wahnsinn („Wahnsinn“ wörtlich ) en detail zu diskutieren? Das möchte ich doch wirklich einem Psychiater überlassen.

      Anmerkung A.M.

      Allerdings ist es ebenso falsch oder kleinkariert, derartige Zitate als Kernstücke aus dem Artikel anderswo zu posten – besonders, wenn mensch, wie du, den Originalwortlaut kennt. Das hättest du nämlich nicht nötig und die guten Passagen und Darlegungen in Pranges Text sind ganz andere. Nur deswegen habe ich das hier kurz richtigstellen wollen. An der Schärfe von Steiners Rassentheorien und der Problematik der „Bilder“ in der Waldorfpädagogik ändert das natürlich nichts.

  • 11. Andreas Lichte  |  5. März 2010 um 2:51 pm

    Prange trifft ins Schwarze, obwohl er selber nicht dabei war. Wo?

    Bei der Diskussion von Helmut Zander mit Johannes Kiersch am 05.12.2007 in der Freien Waldorfschule Kreuzberg, Berlin.

    Dort setzte Johannes Kiersch „Schwarze“ mit „Behinderten“ gleich, als „Trottelinkarnationen“.

    Ein Skandal, über den meines Wissens kein einziger Anthroposoph oder Anhänger der Waldorfschule berichtet hat. Bei der Diskussion gab es auch keine Proteste.

    Die Waldorfschule ist schon eine sehr feine Gesellschaft.

    Antwort
  • 12. Andreas Lichte  |  16. März 2010 um 7:31 am

    @ Ansgar

    „Originalwortlaut“:

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3024:konferenz-vom-mittwoch-25-april-1923-1630-19-uhr&catid=193:ga-300c-konferenzen-mit-den-lehrern-iii&Itemid=14

    Rudolf Steiner, „Vorträge über Erziehung – Konferenzen mit den Lehrern III“, Konferenz vom Mittwoch 25. April 1923, 16.30-19 Uhr, GA 300c, S.70f

    „Der Schularzt spricht über besondere medizinische Fälle.

    Dr. Steiner: Das Mädchen L. K. in der l. Klasse, da wird irgendeine recht schlimme Verwickelung da sein mit dem ganzen Inneren. Da wird auch nicht viel zu machen sein. Das sind diese Fälle, die immer häufiger vorkommen, daß Kinder geboren werden und Menschenformen da sind, die eigentlich in bezug auf das höchste Ich keine Menschen sind, sondern die ausgefüllt sind mit nicht der Menschenklasse angehörigen Wesenheiten. Seit den neunziger Jahren schon kommen sehr viele ichlose Menschen vor, wo keine Reinkarnation vorliegt, sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon. Es gehen schon eine ganze Anzahl alte Leute herum, die eigentlich nicht Menschen sind, sondern naturgeistige Wesen und Menschen nur in bezug auf ihre Gestalt. Man kann nicht eine Dämonenschule errichten.

    X.: Wie ist das möglich?

    Dr. Steiner: An sich ist nicht ausgeschlossen, daß im Kosmos ein Rechenfehler geschieht. Es sind doch lange füreinander determiniert die hinuntersteigen den Individualitäten. Es geschehen auch Generationen, für die keine Individualität Lust hat hinunterzukommen und sich mit der Leiblichkeit zu verbinden, oder die sie auch gleich am Anfang verlassen. Da treten dann andere Individuen ein, die nicht recht passen. Aber dies ist wirklich jetzt sehr häufig, daß ichlose Menschen herumgehen, die eigentlich keine Menschen sind, die nur menschliche Gestalt haben, naturgeistähnliche Wesen, was man nicht erkennt, weil sie in menschlicher Gestalt herumgehen. Sie unterscheiden sich auch sehr wesentlich von den Menschen in bezug auf alles Geistige. Sie können es zum Beispiel nie zu einem Gedächtnis bringen in den Dingen, die Sätze sind. Sie haben eigentlich nur Wortgedächtnis, kein Satzgedächtnis.

    Die Rätsel des Lebens sind nicht so einfach. Wenn eine solche Wesen heit durch den Tod geht, dann geht sie zurück in die Natur, woher sie gekommen ist. Der Leichnam zerfällt; eine richtige Auflösung des Ätherleibes ist nicht da, und das Naturwesen geht in die Natur zurück.

    Es könnte sein, daß irgendwie automatisch etwas geschehen könnte. Der ganze Apparat des menschlichen Organismus ist da. Man kann unter Umständen in den Gehirnautomatismen eine Pseudomoral züchten.

    Man redet sehr ungern über diese Dinge, nachdem wir ohnedies vielfach gegnerisch angefallen werden. Denken Sie, was die Leute sagen, wenn sie hören, hier wird erklärt, daß es Menschen gibt, die keine Menschen sind. Aber es sind Tatsachen. Wir würden auch nicht solchen Niedergang der Kultur haben, wenn ein starkes Gefühl dafür vorhanden wäre, daß manche Leute herumgehen, die gerade da durch, daß sie rücksichtslos sind, etwas werden, daß die keine Men schen sind, sondern Dämonen in Menschengestalt.

    Aber wir wollen das nicht in die Welt hinausposaunen. Die Gegner schaft ist so schon groß genug. Solche Dinge schockieren die Menschen furchtbar. Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätsprofessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.
    Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden.“

    Anmerkung A.M.

    Der Kontext ist obskur – aber das ändert doch nichts an dem, was da über Reinkarnation, den Professor und den „Neger“ steht. Du arbeitest unexakt!

    Antwort
    • 13. Andreas Lichte  |  16. März 2010 um 7:36 am

      „Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden“

      Wie haben es die Waldorfschulen geschafft, das 90 Jahre lang zu verheimlichen?

      Wie kann es sein, dass Rudolf Steiner nach wie vor die Autorität der Waldorfschule ist?

      Das sind die Fragen, die Ansgar Martins sich stellen sollte.

      Anmerkung A.M.

      Einige versuchte Antworten gibt es auf meinemBlog waldorfblog.wordpress.com.

    • 14. Andreas Lichte  |  16. März 2010 um 8:56 am

      „Einige versuchte Antworten gibt es auf meinemBlog waldorfblog.wordpress.com.“

      Habe ich was überlesen? dann hilf mir doch mal …

      Beantworte HIER knapp die Frage:

      90 Jahre Waldorfschule, mit der Autorität Rudolf Steiner, einem Geisteskranken: „Wie ist das möglich?“

      Anmerkung A.M.

      Ich habe in so ziemlich jedem Artikel einige Passagen dazu, wie sich Steiners vorstellung im Waldorfdunstkreis „entwickelten“ bzw wie sie weiter tradiert, umgeformt oder zurechtgelegt wurden. Lies zum Beispiel den, den du grade komentierst. Wäre ich der Meinung, die Frage ließe sich IRGENDWO kanpp beantworten, wäre dieser Blog nicht und wir hätten nicht das Vergnügen bei diesem wunderbaren Austausch 😉

  • 15. Andreas Lichte  |  19. März 2010 um 7:46 am

    patati patata … die totschwätz-nummer kannst du mit anthros und waldorflehrern abziehen, oder am besten mit Valentin Hacken. Nochmal:

    Wie kann sich „Wahnsinn“ entwickeln? Vielleicht zu „kollektivem Wahnsinn“? [Martins: wie sich Steiners vorstellung im Waldorfdunstkreis “entwickelten”]

    90 Jahre Waldorfschule, mit der Autorität Rudolf Steiner, einem Geisteskranken: “Wie ist das möglich?”

    Antwort
  • […] der ansonsten und wohl aus diesem Grund sehr sachlichen Darstellung von Steiners Rassenlehre (vgl. Die Philosophie der Un-Freiheit, Rudolf Steiners Rassenlehre) ausschließlich auf Helmut Zanders „Anthroposophie in […]

    Antwort
  • 17. Andreas Lichte  |  16. Oktober 2010 um 6:20 pm

    „3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

    Vor drei Jahren, am 6. September 2007, entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Die Bücher waren nur knapp der Indizierung durch die BPjM entgangen, weil der Verlag zusicherte, alsbald kommentierte Neuauflagen herauszubringen und bis dahin die Bücher nur mit einer Beilage auszuliefern. Doch nach drei Jahren ist noch immer nichts geschehen. Unser Gastautor Andreas Lichte erstellte für die BPjM ein Gutachten zur Praxisrelevanz von Steiners Rassismus, in dem er auch die Vermittlung von Rudolf Steiner im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ darstellte. Hier ein Auszug, Zitat:

    Tauchten während der Ausbildung zum Waldorflehrer [im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“] auch rassistische Inhalte auf? Ja. Ich möchte drei Ebenen unterscheiden:

    1. Betonung der Überlegenheit der Europäer (= Weißen) unter Ausklammerung der Unterlegenen, der Nicht-Europäer

    2. Beschreibung des Verhältnisses von Europäern zu Nicht-Europäern unter Verwendung rassistischer Stereotypen

    3. Beschreibung der Nicht-Europäer

    Zu jeder Ebene hier ein Beispiel: (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/

    Anmerkung AM

    DAS ist zum Beispiel ein guter – und inhaltlich mal zum Artikel oben passender – Beitrag. Gut und weiter so! 😉

    Antwort
  • 18. Andreas Lichte  |  21. Juli 2011 um 8:48 am

    “Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Hopmann: (…) Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein „bisschen“ Waldorf sein kann.
    Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist (…)”

    zum Interview beim blog „Ruhrbarone“: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

    Antwort
  • 19. Marie Manning  |  26. Juli 2011 um 4:22 pm

    Es ist egal, welchen Wort-Durchfall ich kommentiere: es gibt sehr einfache, klar, deutlich, stehen die da, nein, nicht die niedlichen (wenn es bloß tatsächlich komisch wär und gemeint wär!) „Wurzelrassen“ und das sonstige Ensemble von Unwesen und Unorten, sondern: nach den jedem einsehbaren, zugänglichen Kriterien -Was macht eine Sekte aus – Ist die Rudolf-Steiner-Verehrer-„Gemeinde“ mitsamt ihren Kostümen und Bühnenbildern (bitte nicht hinter die Vorhänge gucken, das könnte sehr weh tun, da gibt es Formen von – zunächst mal – seelischer Grausamkeiten, die traumatisieren können!), ihren Kult-Horten wie „Christengemeinschaft“, ihrer Sprachführung und Wortwahl, ihrer konsequenten „ein-Feste-Burg“-like Abschottung und/oder gnadenlose Zerstörung von Kritik bzw. Kritikern usw. usw. eine SEKTE. Sie wird in Deutschland großzügig staatlich, also von jermanns Steuergeldern in ihrem unsäglichen Treiben unterstützt. Wie sie das schaffen: nun, hinter den Masken …agiert eine der reichsten Sekten der Welt: d. h. , sie haben PR-Agenturen aus der Top10-Liga für sich arbeiten… was die tun? nun: sehr effektive Propaganda!
    Nochmal etwas ganz Einfaches, in fast jedem Steiner-Wortwirren-Werk nachlesbar, ja: Anti-Semitismus und Rassismus in dümmlichster aber durch die dauerhafte „Fortpflanzung“ auch verdammt gruseliger Darstellung, Beschreibung, Begründung!!!
    Rudolf Steiner war, wer es wissen WILL, kann es ohne Mühe wissen… ein (ich möchte hier keine psychiatrische These hineinstellen, ich habe nämlich grundsätzlich auch Empathie für einen offenkundig sehr verstörten Menschen) als „Künstler“ nie akzeptierter und durch die fortwährende Ablehnung wohl tief verletzter noch junger Mann, der dann die in der damaligen Berliner Bohème üblichen, zumindest sehr verbreiteten Drogen … so ziemlich Alles, was bekannt war/ist, probierte, schließlich sein „Seelenheil“ im Dauerkonsum von Meskalin entdeckte : er fühlte sich nun endlich, ohne dass er die Meinung anderer überhaupt noch für wesentlich hielt, großartig, und an und für sich großartig und erfüllt mit feurigem Sendungs-(Macht)-Bewusstsein : er war überzeugt von seiner einzigartigen „Gemüsebrühe“ , mit Zutaten aus allen Weltreligionen, Alles gut gerührt, vermatscht und , damit es „schmackhaft“ wurde, kamen in der Luft herumschwirrende „Gewürze“ wie etwa Rassentheorien und dergleichen mit hinein… Steiner schnappte sozusagen über, konnte sich gar nicht mehr einkriegen, geschweige denn mal den Mund halten… er hatte seine Droge gefunden: Meskalin, ein Halluzinogen mit oft auch Speedähnlicher Wirkung, daher auch die , vom Inhalt mal ganz abgesehen, irgendwann nicht mehr erträglichen Wort-Diarrhöen. Meine Damen und Herren: Es stinkt zum… Wurzelausreißen!

    P.S. Shit, leider weiß ich, wovon ich rede…durch theoretisches Lernen (ja, sogar Philosophiestudium mit PhD, obwohl,nun, in London gab es auch mal eine Uncle Rudy-Mode… aber, wem immer sei Dank, mit mehr Humor!!!) und praktische Erfahrungen, die ich nur unter, aber weit UNTER dem, was etwa „Absurdes Theater“ genannt wird, lagern sehe.

    Anmerkung AM

    Ich entscheide mich meistens, beleidigende Kommentare von Pro- oder Anti-Anthros nicht freizuschalten – aber dieser hier scheint mir einfach zu verworren und zu offensichtlich ahistorisch, als dass er als Beleidigung empfunden wird.
    Es gibt 1. keine einheitliche Sektendefinition, der Begriff ist vielmehr theologisch wie religionswissenschaftlich als unhaltbar entlarvt worden.
    Steiner nahm keine Drogen (bis auf Schnupftabak), das ist eine sehr schwache Unterstellung von Cornelia Giese, und hat sich nie an einer Karriere als Künstler versucht (Sie verwechseln ihn hier offenbar mit Hitler^^). Er hatte zwar keine erfolgreiche akademische Karriere, war aber seriös verheiratet, hat in anerkannten Kreisen philosophische Nachlässe herausgegeben sowie das auch nicht unangesehene „Magazin für Litteratur“. Diese Kreise verlies er bewusst, um sich der Theosophie anzuschließen, nachdem er sich in Marie von Sivers verliebt hatte. Ein Religionen-Mix ist seine Weltanschauung ebenfalls nicht, sondern eine ziemlich exakte Wiedergabe ebendessen: der Theosophie. Diese Lehren wurden durch die 68er erfolgreich, damals ohne große PR-Agenturen. Die Top10-PR-Agenturen sind eine Erfindung, im Gegenteil ist die PR-Abteilung meistens schlecht organisiert…

    Antwort
  • 20. Marie Manning  |  27. Juli 2011 um 7:00 pm

    WO IST MEIN TEXT GEBLIEBEN?

    Marie Manning

    eben war er da (mir fiel einfach doch sehr sehr Trauriges und davon Viel noch ein, obwohl ich nur fragen wollte, wieso mein obiger Kommentar noch nicht „freigegeben „worden ist???)
    Aber wieso saust ein ziemlich, zugegeben, langer Text (in dem ich öffentlich zum ersten Mal über eigene sehr schmerzliche Erfahrungen u.a. berichte…) plötzlich ins digitale Abseits?

    Ich unterstelle Niemandem Nichts…hier… nur, : können Sie mir meinen Text wiedergeben: Bitte!

    Anmerkung AM

    Es ist sehr einfach: ich muss die Kommentare hier einzeln freischalten – das geht leider nicht anders, weil viele Kommentare juristisch bedenklich wären. Und da ich ein Weilchen im Urlaub war, habe ich mich erst jetzt um Ihren Kommentar gekümmert.

    Antwort
  • 21. Marie Manning  |  27. Juli 2011 um 7:49 pm

    okay, vielleicht gut so: dass mein langer Text verschwunden ist.

    Mein abschließendes Statement:
    Definition destroys. There are loads of Insanities, mostly at some war with each other. So, let live and leave entranced in whatever Insanity someone may choose: as long, and no longer, than too many – out of reasons I defy to be interested in no longer – are busy and ruthless , unscrupulous, dangerous, destructive, costly, oh f…. it, you all know, what I mean… have for far too long a time attempted and succeeded in spreading what may only be called: Bullshit, more bullshit, trampled on bullshit, stinking so offensively, sickening people, and, now, this is the absolute „Winner“ in this bullshit-race, somehow there are people who spent a large part of their lifes…either offering old bullshit , which they found for reasons that are beyond by now, so important, that they massively produce more bullshit, and actually want to convince themselves and the rest of the world… that we should all see the purification that bullshit offers.
    What makes me want to howl though are, including myself, all those people who analyse, criticise, write books and what the hell …and all , though from the other side, so to speak „attacking“, finally never get rid of the bullshit, of the stink, of the abominable arrogant ignorance, spelling plain stupidity, = very far spread sort of Insanity with a threatening solid conviction about their insanity being Sanity!…. see, it never leads nowhere but ever more accumulation of stink, a very essential gift that bullshit – as such quite innocent – but towers and castles and temple and now the web, pretty large place!, filled with bullshit made of words, thoughts etc. that all should be just left alone.
    Ignore them! Stop bother about them! Let them rot on their own in their stink… If they make attempts , say, like Neonazis… to be a threat that even awakens one or the other politician, then let them be treated as sectarians that have totally gone out of any conceivable mind and … well, this is it, really: I am sure, totally sure, that this specific sect will have a hard time, if no reasonably intelligent persons take notice of them any more, when certain streams of money dry out, when really intelligent people just react like this: „What do you call yourselves…apols…but, no interest, too boring, just a big touch too mental, …listen, why don`t you just try and get a halfway decent life of your own! “


    Anmerkung AM

    Siehe die Anmerkungen zu den anderen beiden Kommentaren^^

    Antwort
  • 22. Marie Manning  |  20. August 2011 um 6:32 pm

    ja, junger Mann: 1. doch gut, dass ich noch mal auf den blog geguckt hab … hatte erwartet, dass Beitrag von mir nicht „freigeschaltet“ wird, aber das, was Sie sich nun erlauben an konkreter Unverschämtheit (zu verworren… als dass man …): mag ja sein, dass vor dem Hintergrund bzw. eingepackt in das Gedankengewölk von Herrn Steiner, Sie meinen Kommentar „verworren“ empfinden. Bei nochmaligem Durchsehen finde ich nichts Verworrenes, nur kurze Verweise auf wesentlich (= nein, „ahistorisch“ bin weder ich noch der Textinhalt, akribisch recherchiert: ein Rat, dem Sie sicher nicht folgen werden, da zwar leicht hingehauchte Kritik von Ihnen und Ihresgleichen durchaus gewollt ist= macht es Sie doch „glaubwürdiger“…nach dem Motto: wir haben es nicht nötig, uns vor Kritik zu beschützen… aber klar und ohne Chance für Ambivalenz und sonstiges „philosophisches“ Mäandern genannte „hard facts“, weiß ich (und viele andere…) doch, das nun aber nicht, das muss umgehend irgendwie zerfetzt werden… üble persönlich aggressiv degradierende und , wie auch sonst, nicht historisch beweisbare „Fakten“ (so ist das gewesen mit Rudolf und so wird es immer sein!) werden absolut frohgemut (scheinbar: „immer schön lächelnd“, wir vertreten die Wahrheit, die eine und einzig wahre Wahrheit, die uns verkündet wurde von einem „Propheten“= als deren „Jünger“ Sie sich ja schließlich nicht grundlos bezeichnen) dem oder Kritikerin ins Gesicht geschlagen!
    Zwischen Ihren Zeilen liest man den Genuss, der offenkundig entsteht, wenn man allzu präzise Kritiker gleich mal in Richtung „psychiatrische Unverortung“ schleudert.

    Also, es gibt verlässliche Archive, Dokumente, Zeugenaussagen etc., die meine gar nicht böswillige sondern eigentlich immerhin doch erklärende Hinweise, etwa auf den Drogenkonsum des Herrn Steiner (übrigens, noch mal: ich mache ihm daraus keinerlei Vorwurf!,nur, das -auch – aufgrund seines Drogenkonsums entstandene nicht wortgewaltige sondern das Wirrwarr in an schizoide Schreibstile erinnernde Dauergekritzel und Gepredige in Endlosschleifen, und das immer wieder neu veröffentlicht!!! ist nicht erträglich, für die meisten von den Wenigen, die es tatsächlich lesen bzw. irgendwie runterwürgen!)
    Hinweise, ja, nachweisbare belegbare Hinweise, denen nachzugehen – denn da kommt ja noch Etliches, das paukt und trompetet – würde Sie in Gefahr bringen Ihre als „Lehre“ ausgeteilten HoppladiHoppladas, gar mit wissenschaftlichem Anspruch (also, ich bitte Sie!!! da gibt es nun aber Kriterien, die Steiners unselige Unsäglichkeiten nun wirklich nicht erfüllen), ins Wanken und Schwanken zu bringen… oder wie bei „Des Kaisers neue Kleider“ Ihren ignoranten Hochmut entblödet, mitsamt allen „cleveren“ Taktiken , die aus Kritik immer noch etwas heraussaugen zur Selbstbestätigung on the loop!

    Die Amerikaner haben es da sehr viel weiter gebracht: dort wird Steiners Gesamtwerk und Alles, was gemäß diesem veranstaltet wird, zumindest nicht mehr staatlich gefördert…ach ja, und das ganze Brimborium heißt dort Sekte.

    Ob es so heißt oder nicht, wäre mir egal, wenn auch in Deutschland keine finanzielle Förderung mehr stattfinden würde – wenn Sie, in Deutschland, auch mehr Gegenwind aushalten müßten…- doch hier, erstaunlich und zugleich extrem befremdlich, funktioniert die hanebüchene Propaganda und alltägliche Gehirnwäsche, bei von der Propaganda und dem pastelligen „Aren`t we cute“-Gehabe und Bühnenbildern herangezogene weitere „Jünger“, von denen sehr viele davon gar nicht wissen… Hauptsache das Empire steht!

    Ach ja: die , wie ich sie nannte „Gemüsesuppe“ aus Kulten, Religionen etc.: ich finde das einen sehr eu´phemistische Bezeichnung…ja, klar, hat er viel mit-und übernommen von/aus der Theosophie, ja! Von der sprechen heute zumindest kaum noch Leute (bei Verstand)… ach , die 68er, wen immer Sie damit nun genau meinen, nun ja, die haben auch Okkulte Lehren anderer Herkunft eine Zeit lang, ziemlich kurze Zeit, in Mode gebracht. Da gabs ja merkwürdigerweise auch massiven Konsum von halluzinogenen Drogen, manche sehen Frau Blavatzki noch heute in ihren gruseligsten Albträumen. Grüße von mir so wie Abertausenden von Mitgliedern z.b. der „Waldorf-Survivors“! Zum Abschluss noch ein Hinweis für alle, die denken, wenn die das so bescheuert findet, warum gibt sie sich überhaupt damit ab, warum macht sie sich solche Mühe und schreibt dagegen an: ich tue das, weil ich weiß, zu was die Steiner-Jünger fähig sind…da geht es dann irgendwann nicht mehr um das Diskutieren von Abstrusem sondern um puren gnadenlosen Machterhalt, da gibt es „Hire and Fire“ für Leute, die nicht irgendwann aufgeben und auf die Knie sinken, und …so mögen sich Manche fragen: warum gibt es nicht mehr harte Kritik in den Medien? Einige Journalisten, Redakteure, die das sehr wohl versucht haben, nun, es gibt Möglichkeiten Leute zum Schweigen zu bringen und schließlich zu der bei vielen Journalisten bekannten und mit Recht gefürchtetem Vorgehen gegen öffentliche Kritik(er), das dazu führte, dass keiner mehr sich allzu exponiert zu äußern wagt… und auch mir vermutlich sagen würde: Lass die Finger davon, die vergessen Nichts und Niemanden…Süffige „Kritik“ an Details: doch, das geht durch, aber keine fundamentale Kritik auf bestrecherchiertem Fundament! Pass auf! Ja, mach ich…gehe davon aus, dass dieser Artikel nicht freigeschaltet wird oder so kommentiert wird, dass Einem vor lauter Wortverdreherei garniert mit arroganter aggressiver Häme schwindlig wird: mindestens!

    Anmerkung AM

    Ich muss doch sehr bitten – mir alles vorzuwerfen, was Du so mit den Steiner-Jüngern verbinden magst, ist nun auch nicht die feine Art, und bisher sind beide deiner Kommentare formal verworren und inhaltlich dünn bis unrichtig. Statt mir fälschlich irgendwelche unlauteren Zerfetzungsmotive zu unterstellen (womit du übrigens die besagten Jünger kopierst, die tun das gern bei manchen Anthro-Gegnern 😉 ), könntest du damit beginnen, deine Thesen zu belegen. Wenn Steiner drogenabhängig wäre, fände ich das ausgesprochen interessant, nur ist mir dazu in keinem seriösen oder auch nur halbseriösen Buch was dazu untergekommen – außer in den, mit Verlaub, einfach schlecht recherchierten und inhaltlich teilweise unkritischen Büchern von Cornelia Giese alias Juliane Weibring. Wenn du andere Belege hast, freue ich mich, wenn du sie präsentierst, nur präsentiert sie dann eben auch^^

    Wo vermisst du im obigen Artikel denn fundamentale Auseinandersetzungen? Auch bei Steiners Rassentheorie bin ich jederzeit für weiterführende Kritiken meiner Kritik dankbar, nur dann kritisiere auch, statt vorzuwerfen.

    Du magst deinen Begriff „Gemüsesuppe“ ja euphemistisch finden, er ist nichtsdestominder schlicht falsch: Steiner übernahm seine Kosmologie, Kosmogonie, Anthropognie und Anthropologie, weite Teile seiner Christologie, seine gesamte Evolutions-, Reinkarnations- oder Rassenlehre aus der Theosophie. Was vollkommen klar ist: ab 1902, als er das esoterische Weltbild predigte, war er Funktionär und Generalsekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft. Dass er deren Gedankengut dann auch predigte, versteht sich von selbst. Skandalös ist dagegen, dass Anthroposoph_innen und Anthro-Gegner_innen das so gern leugnen…^^

    Zum

    Antwort
    • 23. Andreas Lichte  |  21. August 2011 um 9:31 am

      @ Marie Manning & Ansgar Martins

      „»Gemüsesuppe« aus Kulten, Religionen etc.“ finde ich treffend.

      Ich habe Rudolf Steiners Anthroposophie auf dem „Waldorfblog“ auch schon mal als „Welteneintopf“ bezeichnet – gab es da auch solch ein Protest-Geheul von Ansgar Martins?

      Ob Steiner nun über das übliche Mass hinaus Drogen konsumiert hat, finde ich unerheblich. Tatsache ist, dass Steiner wirres, unverständliches Zeug redet, zum Beispiel dieses:

      ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      “Waldorfschule: Vorsicht Steiner

      (…)

      [Zitat Rudolf Steiner] »Ursprünglich war auch der Mensch ein ätherisches Wesen von pflanzlicher Substanz. Damals hatte der Mensch diejenige stoffliche Natur, welche heute die Pflanze noch besitzt. Hätte der Mensch nicht die pflanzliche Substanz zum Fleisch umgewandelt, so wäre er keusch und rein geblieben wie die Pflanze. (…)

      Die Fortpflanzungsorgane haben am längsten ihren pflanzlichen Charakter bewahrt. Alte Sagen und Mythen berichten uns noch von Hermaphroditen (…).

      Manche glauben, das Feigenblatt, das die ersten Menschen im Paradies gehabt haben, sei ein Ausdruck der Scham. Nein, in dieser Erzählung hat sich die Erinnerung daran bewahrt, daß die Menschen an Stelle der fleischlichen Fortpflanzungsorgane solche pflanzlicher Natur gehabt haben (…).

      Der Mensch wird nicht auf seiner jetzigen Stufe stehenbleiben. Wie er von der reinen Keuschheit der Pflanze in die Sinnlichkeit der Begierdenwelt hinabgestiegen ist, so wird er aus dieser wieder heraufsteigen mit reiner geläuterter Substanz zum keuschen Zustande.«

      (…)”

      mehr zu Waldorfschule, Rudolf Steiner, Anthroposophie: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

      Anmerkung AM

      Das ist ja schön, wenn du das findest – gerade diese Androgynitäts-Geschichten stammen aber 1 zu 1 aus der Blavatsky’schen Geheimlehre. Wo ist der „Eintopf“, wenn Steiner diesen Ideen-Mix in einem Guss aus einer anderen Lehre übernahm, bzw. über 10 Jahre ebendiese Lehre vertrat und dann lediglich umbenannte?

    • 24. Andreas Lichte  |  21. August 2011 um 11:16 am

      Ist es wirklich wichtig, aus welcher Esoterik-Schmuddelecke diese, Zitat Martins, „Androgynitäts-Geschichten“ stammen?

      Entscheidend ist, dass Rudolf Steiner Blödsinn erzählt, Blödsinn, der als „Erkenntnis“ an zukünftige Waldorflehrer weitergegeben wird (siehe: „—>“):

      ––––––––––––––––––––––––––––––––––––

      „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

      (…) In der Oberstufenpädagogik wird ein spannendes Thema präsentiert: „Wie gehe ich als Lehrer mit pubertierenden Schülern um?”

      Na, wenn das nicht Unterrichtspraxis bedeutet! Und die Freude wächst noch, als ausnahmsweise einmal ein Text als Vorlage dient, der nicht von Rudolf Steiner ist! Aber dann lesen wir, was wir eh schon wussten: dass die menschliche Individualentwicklung sich in drei Sieben-Jahre-Schritten vollzieht; bis zum siebten Lebensjahr wird der physische Leib ausgebildet, dann folgt vom siebten bis zum vierzehnten Lebensjahr der Ätherleib und schließlich der Astralleib, mit dem alles krönenden Ich … das ist original Steiner, auch wenn nicht Steiner draufsteht.

      Der Lehrer soll die Schüler ihrem Reifestadium gemäß ansprechen und besonders darauf achten, dass keine „Verfrühung” eintritt. Wenn vorzeitig das Interesse am Sexuellen erwacht, so soll der Lehrer („therapeutisch“) „den Schönheitssinn der Schüler wecken …” – so also geht man mit der Pubertät um!

      Es folgen erhitzte Debatten, mit der immergleichen Frage: „Wie soll ich mich als Lehrer konkret verhalten, wenn dieses oder jenes passiert?” Antworten gibt es keine.

      —> Stattdessen entwirft der Dozent [Michael Handtmann] ein Diagramm der gesamten Menschheitsentwicklung mit Schwerpunkt Sexualität: aus dem ursprünglichen Zustand der Asexualität hat der Mensch sich in zwei Geschlechter getrennt. Das ist der Jetzt-Zustand. „Aber es gibt Hoffnung, denn in der Zukunft wird dieser Zustand überwunden werden und der Mensch sich wieder zu einem asexuellen Wesen entwickeln …” – oder sagt der Dozent „hermaphroditisch”? Auf jeden Fall führt er weiter aus: „Wenn Sie das so betrachten, dann werden Sie vielleicht gelassener mit der Aufgabe des harmonischen Miteinanders umgehen können, dieser riesigen Aufgabe entspannter gegenübertreten können.” (…)“

      Auszug aus meinem Erfahrungsbericht „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

      http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

      Anmerkung AM

      Wie üblich weichst du aus: Es ging gerade noch darum, dass du dein Wort „Weltenetintopf“ gefeiert hast. Das ist aber falsch, da Steiner – als Funktionär der Theosophen – die Dogmen der Theosophie vertrat, und sie 1913 in Anthroposophie umtaufte. Deine traumatischen Waldorf-Erlebnisse sind eine wichtige, aber schlicht andere Ebene der Diskussion.
      Viel wichtiger als seine Androgynitäts- finde ich aber Steiners Geschlechtervorstellungen. Geschlechter sind genauso sozial konstruiert wie „Rassen“ und es ist erstaunlich, dass Anti-Anthros sich stets auf Steiners Androgynitäspostulate stürzen, aber (mit Jana Husmann als brillianter Ausnahme) kaum betonen, dass Geschlechter KOnstruktionen sind. Was einmal mehr zeigt, dass Anthrokritik vielfach nur die Apologie bestehender hegemonialkultureller Annahmen gegenüber einem Abweichler ist.

    • 25. Andreas Lichte  |  21. August 2011 um 12:36 pm

      „Deine traumatischen Waldorf-Erlebnisse“

      wenn du ein „Opfer“ brauchst: such es woanders, nicht bei mir.

      Nicht nur im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wird Rudolf Steiners Wahn ungefiltert an zukünftige Waldorflehrer weitergeben, auch an anderen Waldorfseminaren ist das so:

      –––––––––––––––––––––––––––––––––

      „Waldorfschule: Lehrer gesucht!

      (…) So schreibt der SPIEGEL im Artikel „Die Lehre von Atlantis“: „(…) Dass empirische Forschung nichts zählt, steht sogar im »Studienbegleiter« für angehende Waldorflehrer an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart. Anfänger müssen am staatlich anerkannten Seminar Steiners Buch »Theosophie« nicht nur lesen, sondern dabei auch eine »geistige Schulung« durchlaufen, bei der »Inhalte nicht kommentiert oder interpretiert« werden. Ziel ist, wortwörtlich, das »allmähliche Hinaufarbeiten zur Ebene eines produktiven Erkennens, das im Gegensatz zu den analytischen Erkenntnismethoden steht«. (…)

      zitiert aus: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-lehrer-gesucht/

      Anmerkung AM

      Ganz wie’s dir gefällt. Da du aber die Diskussionsthemen wieder galant verlassen hast, sind wir uns wohl zu deinem Irrtum in puncto „Eintopf“ ebenso einig wie zur sozialen Konstruktion von Geschlechtern und dass Anthrokritiker die bei Steiner übergehen, weil sie generell noch en vogue ist. Gut, wenigstens das abhaken zu können.

      Übrigens: Sollte dir an Diskussion gelegen sein, sind die ständig wiederholten Links überflüssig, besonders, wenn du sie zu ständigen Themenwechseln aus argumentativer Verlegenheit benutzt.

  • 26. Andreas Lichte  |  21. August 2011 um 1:11 pm

    @ Ansgar Martins

    Zitat Martins: „sind wir uns wohl zu deinem Irrtum in puncto „Eintopf“ … einig“

    schalt mal deinen Überheblichkeits-Modus aus. Wir sind uns in NICHTS einig, wie du wissen solltest:

    – Habe ich irgendwo bezweifelt, dass Steiner auch Inhalte aus der Theosophie übernimmt? Nein. Das unterstellst du mir.

    – Und was ist dieses entsetzliche Gelaber Rudolf Steiners – auch wenn es in Teilen aus der Theosophie übernommen sein sollte – anderes als ein „Welteneintopf“? Die Theosophie ist doch selbst ein „Welteneintopf“. Oder ist die Theosophie deine „reine Lehre“?

    Anmerkung AM

    Überheblichkeit?^^ Ich finde es nicht überheblich, wenn ich versuche, bei einem Thema zu bleiben und mir „anmaße“, dich aufzufordern, das ebenfalls zu tun.

    Wenn Steiner ein Gedankengebäude zur Gänze übernimmmt, ist es eine Übernahme, kein Eintopf. Wenn du über die Theosophie Blavatskys diskutieren möchtest, können wir das gern tun. Und da würde ich auf drei relativ übersichtliche Quellen verweisen: 1. Fabre d’Olivet, 2. Franz Anton Mesmer, 3. Hermetik. Sind die ein Eintopf? Wenn ja, warum?

    Nenn mir doch mal, illustrativ, eine einzige Religion, die ohne historischen Kontext auf der Erde erschien und ihre Inhalte nicht anderswoher zusammenkombinierte – denn genauso kamen die Inhalte sämtlicher Weltreligionen und eigentlich auch aller sonstigen mir bekannten zustande. Welche ist mir entgangen?

    Antwort
  • 27. Andreas Lichte  |  1. September 2011 um 7:40 am

    „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Ausgerechnet an Rudolf Steiners berüchtigtem „Arbeitervortrag“ – „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923 – versucht Detlef Hardorp zu belegen, dass Rudolf Steiner kein Rassist sei. Steiner sagt dort, Seite 54f.:

    „Erfindungen sind in Asien sehr wenig gemacht worden. Verarbeitet kann dann die Geschichte werden; aber Erfindungen selber, durch die sie das, was durch die Erfahrung mit der Außenwelt entspringt, verwenden, das können die Asiaten nicht machen.

    Zum Beispiel war es einmal so mit einem Schraubendampfer. Den haben die Japaner den Europäern abgeguckt, und nun wollten sie auch allein fahren. Vorher fuhren immer die Europäer und haben die Geschichte dirigiert. Nun wollten sie einmal allein fahren. Die englischen Ingenieure sind zurückgeblieben an der Küste. Plötzlich gerieten die Japaner draußen, die dann das Schiff geleitet haben, in helle Verzweiflung, denn das Dampfschiff drehte sich fortwährend um sich selber. Sie kriegten es nicht heraus, wie sie zu der Drehung die richtige Fortbewegung hinzubringen konnten. Die Europäer, die das wußten, die grinsten natürlich furchtbar am Ufer. Also dieses selbständige Denken, das der Europäer im Umgang mit der Umgebung entwickelt, das haben die Asiaten nicht. Die Japaner werden daher alle europäischen Erfindungen ausbilden; aber selber etwas ausdenken, das werden die Japaner nicht.

    Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, daß die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus ihrer Naturanlage.“

    Der Deutlichkeit halber noch einmal kurz zusammengefasst, Steiner behauptet: Asiaten haben kein selbständiges Denken. Asiaten können keine eigenen Erfindungen machen. Asiaten können nur die Europäer nachahmen. Deshalb müssen die Europäer den Asiaten helfen.

    Hardorp macht daraus aber dies, Zitat aus Hardorps Artikel „Die Menschen sind über die Erde hin aufeinander angewiesen“:

    „Steiner hat Differenzen in der Naturanlage zwischen Menschengruppierungen nicht geleugnet. Daraus leitet er aber keinen Rassismus ab, sondern im Gegenteil die Notwendigkeit einer symbiotischen Zusammenarbeit innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft. Steiner in dem umstrittenen Arbeitervortrag: »Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, dass die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus der Naturanlage.« Das ist das erwähnenswerte eigentliche Fazit des umstrittenen Vortrages, das ist Steiners Haltung zur multikulturellen Gesellschaft in einer globablisierten Welt.“

    Hardorp zitiert Steiner sinnentstellend, indem er den Kontext des Steiner-Zitats verschweigt. So verkehrt Hardorp die rassistischen Ausführungen Rudolf Steiners in ihr Gegenteil. Hardorps Fazit ist das Ergebnis anthroposophischer „Zitierkunst“, wie sie auch der prominente Anthroposoph Lorenzo Ravagli praktiziert. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-dr-detlef-hardorp-verkauft-rudolf-steiners-rassismus-als-multikulti/

    Antwort
  • 28. Marie Manning  |  1. September 2011 um 7:24 pm

    Dies ist ein Kommentar – nicht zu irgendwelchen Tandareis einer vorgeblich immer vergeblich sich als „wissenschaflich“ an auch noch den obskursten Details abwetzenden nach der Lehre (vielleicht noch nicht so bekannt..) „Obscure the Obscure“ (wobei wesentlich nur ist: dass das gesamte Denkgebäude des armseligen Herrn Steiners völlig in Absurditäten und stilistisch noch gestützt zum Lachen bringt, immerhin, Rudolf Steiner als missverstandener Kabarettist, als Vorreiter von Absurdem Theater, DADA, auch: Theater der Grausamkeit(á la Antonin Artaud) schwierig…er wollte bisschen Viel miteinander verschweißen)
    Also, ich finde Onkel Rudolf hätte langsam mal einen Hollywoodfilm über sein Leben… halleluja… verdient hätte, aber nicht mal Walt-Disney-Productions traut sich zu, etwas wahrhaft Unterhaltsames aus dem Gescribbel eines Psychoten (= mein ich nicht böse oder abwertend…allerdings, wieso folgen diesem nach wie vor so viele, na ja, zu viele auf jeden Fall… , ich mein, warum nicht einen hübschen Rosenkranz anschaffen und da vergeht die Zeit auch, verschwendete Zeit, das ist schlimm, auf die Dauer muss das ein Ende haben!
    Ehrlich, ich verstehe es nicht: ein paar Seiten von Steiner, das sollte doch reichen!!!

    So: nun zum Grund meines „Kommentars“:
    hiermit kommentiere ich, nein, ich werte den „Kommentar“ des , nun, Bloginhabers, Schlussredakteurs, „Moderator“…whatever, in dem er rechtfertigt, dass manche Kritik eben so „widerlich“ sei, dass er ich gezwungen sieht, diese nicht zu veröffentlichen, was jedoch keines falls irgendwas mit „Zensur“ zu tun hat: so, nun hör mal zu , junger Mann… die „Widerlichkeiten“ von Steiner-Äußerungen, die Sprachführung (im übrigen, kurze Zeit später teilweise in ganzen Phrasierungen, auf jeden Fall in Kernbegriffen übernommen von, JA: Goebbels und den anderen, auf allerhöchste Anweisung… übrigens, ein Vorschlag: Steiners sog. Hauptschriften zusammenfassen in dem international bekannten Titel „Mein Kampf“)
    So,bevor meine Pizza kalt wird – und hier sich sowieso Nichts ändert, weil sich Nichts ändern kann, solange man daran festhält, dass jedes Statement von Steiner sozusagen „in Stein gemeißelt“ ist, da bleibt nur das Sysiphos-Getue… und wohin führt das: nun, hier auf alle Fälle zur ZENSUR: doch, herr whoever, Sie üben , vermutlich beseelt von einer Irgendwie-Überzeugung Ihrer Arisch natürlich, was sonst, Durchgeistigung…, aktive, geben es sogar zu: ZENSUR aus! Passen Sie auf, dass kein Neger Sie vielleicht anschwärzt, ich glaub es nicht, was ist das hier: die Geschlossene Abteilung von…Was, WAS? Mensch, habt Ihr Nichts zu tun, gibt ne menge zu tun und auch, jedenfalls versuchsweise, zu verbessern, auf unserem mickrigen kleinen Planeten

    Eine kurzfristig, immer wieder fassungslose Marie Manning

    Anmerkung AM

    Zensur hin oder her – wenn sich meine Kommentatoren gegenseitig als Nazis beschimpfen oder sich betroffene Leser beschweren, will und werde ich das Risiko irgendwelcher Rufmord-Anklagen nicht eingehen.

    Viel Spaß mit der Pizza und langweiligen Nazi-Unterstellungen. Lustigerweise gehörte nun gerade Goebbels zu den Nazis, die auch anthroposophische Praxisfelder strikt ablehnten (vgl. etwa Barth 2003, während Hess ja versuchte, Demeter und Waldorf anthroposophisch zu entkernen und nazitsisch umzufunktionieren). Aber die Behauptung, Nazis hätten sich beim Okkultismus bedient, ist bis heute fragwürdig. Sogar bei einem Theoretiker wie Adolf Lanz gibt es nur Berührungspunkte, die Experten wie Joachim est udn Nicholas Goodrick-Clarke skeptisch beurteilen.

    Meinen Sie mit „vermutlich beseelt von einer Irgendwie-Überzeugung Ihrer Arisch natürlich, was sonst, Durchgeistigung“ mich? Dann kann ich Ihnen empfehlen, mal meinen Blog zu lesen. Da sind Sie ja praktischerweise schon drauf. Und dann kommentieren Sie nochmal und berichten ausführlich, welche rassistischen Überzeugungen Sie bei mir gefunden haben 😀

    Antwort
    • 29. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 11:57 am

      @ Ansgar

      „… langweiligen Nazi-Unterstellungen …“

      http://blog.esowatch.com/?p=2973

      “Der urspüngliche politische Kontext der Waldorf-Bewegung

      […] Waldorf-Sprecher betonten nach 1933 immer wieder das Bekenntnis der Waldorfpädagogik zur „kulturellen Mission der Deutschen“ und distanzierten Waldorf scharf von „internationalen pädagogischen Reformbestrebungen“, wobei sie sich auf die tiefe Verwurzelung der Waldorf-Bewegung im deutschen Volk beriefen. Im März 1935 schickte die Vereinigung der Waldorfschulen ein langatmiges Memorandum an Rudolf Hess, einen der wichtigsten Fürsprecher der Waldorf-Bewegung in der Nazihierarchie. Unter dem Titel „Natur und Aufgaben der Waldorfschulen“ erklärte das Memorandum, dass Waldorf-Schulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischem Staat im Großen anstrebt“ […]“

      Anmerkung AM

      Ganz genau. Waldorf versuchte sich anzubiedern, aber die Nazis schmetterten mit wenigen Ausnahmen ab. Zu behaupten, „Mein Kampf“ oder gar Goebbels sei inhaltlich dieselbe Linie wie Steiner oder umgekehrt zeigt, dass man eines von beiden nicht gelesen haben kann^^

  • 30. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 11:59 am

    @ Ansgar

    Was sagst du eigentlich dazu, Zitat Marie Manning: „Ehrlich, ich verstehe es nicht: ein paar Seiten von Steiner, das sollte doch reichen!!!“

    Ist doch völlig richtig, und ich verstehe auch nicht, warum du nicht endlich klipp und klar sagst, dass Steiner ein Scharlatan ist!

    Es nervt doch irgendwann nur noch, diesen Steiner-Schwachsinn zu lesen – und dann auch noch ganz genau lesen zu müssen, um ja keinen Fehler zu machen: Hardorps Anwälte warten ja nur auf ihren nächsten Auftrag (ich wiederhole den link, damit klar ist, was ich mit „ganz genau lesen“ meine):

    „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-dr-detlef-hardorp-verkauft-rudolf-steiners-rassismus-als-multikulti/

    Anmerkung AM

    Ist das klar? Scharlatan hieße, dass er nciht glaubte, wovon er erzählte. Ich halte das Gegenteil für zutreffend – auch wenn er seine Weltanschauung zweifellos zurechtbog, wenn es um Sieg in einer inhaltlichen Debatte ging.

    Dass ein Text sich schlecht liest oder bizarre Inhalte hat, ist kein Grund, sich nicht damit zu beschäftigen, wenn er offenbar praktische Folgen und Wirkungen zu hat, das gilt für Bibel, Koran, Baghavadgita, das Manifest von Anders Breivik usw. usw. Wenn du es nicht lesen willst, dann lass es, aber echauffier dich nicht.

    Antwort
    • 31. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 3:21 pm

      Dann kann ich also offiziell ab jetzt sagen: „Ansgar Martins hält Rudolf Steiner NICHT für einen Scharlatan.“ Überleg’s dir noch mal, und gib mir dann evt. endgültig dein o.k.

      Du schreibst: „Scharlatan hieße, dass er nicht glaubte, wovon er erzählte. Ich halte das Gegenteil für zutreffend …“

      Kurt Tucholsky sieht das anders:

      http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

      „Rudolf Steiner in Paris

      »Abrakadabra kadibar kadabra –
      Palle – palle! Muff! Muff! Muff!«
      Zauberer in einem Kindertheater

      Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten (…)

      Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) (…)“

      Anmerkung AM

      Wozu der Wunsch nach diesen polaren Vereindeutigungen? Dieser populistische Zug ist nicht nur irrelevant sondern für das Thema auch völlig unbrauchbar.

      Ja, ich meine, Steiner glaubte an eine geistige Welt. Nichtsdestmoninder hat er fleißig Ideenpolitik betrieben.

      Ist dir das kurz und profan genug? ôo

    • 32. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 3:45 pm

      „Wozu der Wunsch nach diesen polaren Vereindeutigungen?“

      Ich möchte Sachverhalte DINGFEST machen, das endlose Gelaber, das sich als „differenzieren“ tarnt, führt zu nichts.

      Letzte Fragen, um endgültig Klarheit zu erlangen, darf ich auch folgendes sagen:

      – „Ansgar Martins ist der Überzeugung, dass Rudolf Steiner NICHT an einer psychischen Erkrankung litt.“

      – Ansgar Martins hält Rudolf Steiners Werk für in der Bedeutung vergleichbar mit Bibel, Koran, Baghavadgita.“

      Anmerkung AM

      Dann mach Dinge dingfest! Aber stattdessen erfindest, unterstellst oder missverstehst du – und zwar konsequent.

      Wie kommst du jetzt von Scharlatanerie zu psychischer Erkrankung? Gerade noch ging es um Scharlatanerie.

      Was ficht dich an zu glauben, dass ich die Bedeutung von Steiner mit der der Bibel vergleichen will? Geschrieben habe ich nichts dergleichen.

      Differenzieren führt gelegentlich zu richtigen Darstellungen, diese Verballhornung nicht.

    • 33. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 4:10 pm

      Frage Ansgar Martins: „Was ficht dich an zu glauben, dass ich die Bedeutung von Steiner mit der der Bibel vergleichen will? Geschrieben habe ich nichts dergleichen.“

      Zitat Ansgar Martins: „Dass ein Text sich schlecht liest oder bizarre Inhalte hat, ist kein Grund, sich nicht damit zu beschäftigen, wenn er offenbar praktische Folgen und Wirkungen zu hat, das gilt für Bibel, Koran, Baghavadgita …“

      Frage Ansgar Martins: „Wie kommst du jetzt von Scharlatanerie zu psychischer Erkrankung?“

      Wenn Rudolf Steiner laut Ansgar Martins kein Scharlatan ist, was ist Steiner dann? Wenn Steiner laut Ansgar Martins selber an seinen Hokus Pokus – Tucholsky: „Zauberer in einem Kindertheater“ – GLAUBTE, vielleicht war Rudolf Steiner psychisch krank?

      Anmerkung AM

      Zitat Ansgar Martins: „Dass ein Text sich schlecht liest oder bizarre Inhalte hat, ist kein Grund, sich nicht damit zu beschäftigen, wenn er offenbar praktische Folgen und Wirkungen zu hat, das gilt für Bibel, Koran, Baghavadgita …“

      Zunächst hast du da eine Auslassung drin: Ich zähle das Manifest des Massenmörders Anders Breivik mit auf. Alles Fälle von ideologischen Texten mit langweiligem Stil und teilweise höchst pikantem Inhalt, der praktische Umsetzung erfahren hat. Deswegen halte ich die Beschäftigung mit ihnen jeweils für wichtig. Um das christliche Europa zu verstehen, solltest du biblische Grundlagentexte kennen, um die neue Rechte zu verstehen, musst dud ich durch deren Manifeste kämpfen, so du dich mit Anthros becshäftigst, lies halt Steiner – aber dann tu‘ es auch^^ Das ist eine Aufforderung und keine Inhaltliche Ineinssetzung dieser Texte.

      Wenn Rudolf Steiner laut Ansgar Martins kein Scharlatan ist, was ist Steiner dann? Wenn Steiner laut Ansgar Martins selber an seinen Hokus Pokus – Tucholsky: „Zauberer in einem Kindertheater“ – GLAUBTE, vielleicht war Rudolf Steiner psychisch krank?

      Mal überlegen: Steiner tritt der Theosophischen Gesellschaft bei, wird Generalsekretär, besucht ihre „Esoterische Schule“ und verkündet theosophische Inhalte. 1913 löst Steiner sich formal ab, verkündet die Inhalte aber weiter. Ich würde sagen: er war gläubiger Theosoph. Wieder einmal hast du bewiesen, zu was dein Populismus führt. Zu nichts. Jedenfalls nichts Brauchbarem.

  • 34. Andreas Lichte  |  2. September 2011 um 4:47 pm

    @ Ansgar Martins

    Ich bin mit dem Ergebnis meiner Spontan-Befragung sehr zufrieden. Das kann ich jetzt jederzeit zitieren:

    „Ansgar Martins hält Rudolf Steiner NICHT für einen Scharlatan.“

    Ansgar Martins sagt: „Rudolf Steiner war gläubiger Theosoph.“

    Des weiteren: „Ansgar Martins hält die Bibel, was den »höchst pikanten Inhalt« angeht, für vergleichbar mit dem Werk Rudolf Steiners.“

    WOW!

    Anmerkung AM

    Das glaube ich dir unbesehen, dass du zufrieden bist. Nur war es a) keine Befragung, sondern der Versuch, Aussagen von mir in populistisch zitierbare Undifferenziertheiten zu verkürzen, b) ist dir ebendies nicht gelungen, weil davon irgendwie nichts so richtig dem entspricht, was ich gesagt habe, c) war deine explizite Ablehnung differenzierter Debatten (zumindest hinsichtlich der Anthro-Diskussion) eine sehr präzise Offenlegung deiner Intention und Arbeitsweise, die nicht zu deinen Gunsten ausfällt.
    Schon dein Versuch, mich irgendwie so zu lesen, als wolle ich Steiner und die Bibel auf eine Stufe stellen, ist doch einfach nur blamabel, wobei ich mich frage, ob du diese Brille so dicht auf hast, dass du am Ende sogar selbst *glaubst*, dass ich das, was du mir da unterschiebst, tatsächlich gemeint habe.

    Antwort
  • 35. Wolfgang Stadler  |  2. März 2012 um 12:56 am

    Wow, – ich bin aufrichtig begeistert über diesen „Dialog“. Ganz ehrlich: an Unterhaltungswert kaum zu überbieten! Sollte eigentlich auch bei den „Ruhrbaronen“ veröffentlicht werden. Andreas Lichte ist hiermit so klar „entlarvt“, daß ich aufrichtig den Hut vor Dir ziehe! 🙂
    – Aber eine Frage habe ich an Dich: Willst Du Dich nicht darauf festlegen, daß es sich bei R.Steiner nicht um einen Scharlatan handelte? Dir also die Möglichkeit offen halten, daß Du ja irgendwann in Zukunft zu dem gleichen Schluß kommst wie Andreas Lichte – daß Steiner ein Scharlatan oder gar ein psychisch kranker Mann war? Und Du magst auch nicht sagen „R.Steiner war ein gläubiger Theosoph?“ Ansonsten habe ich noch eine ganz andere Frage: Hat Steiner wirklich lebenslänglich nur die „Lehren“ der Theosophie weitergegeben? Wie schauts aus mit Steiners Christologie? Die ist doch nicht theosophisch. Und genau da ist doch der Knackpunkt gewesen, weshalb Steiner die Theosophen verließ – und die „Anthroposophische“ Gesellschaft gründete.(die Krishnamurte-Geschichte…) Ansonsten hat er doch nicht nur das übernommen, was die Theosophen sagte – er hat doch massenhaft Dinge selbst „recherchiert“ oder „erforscht“ und gefunden und in Vorträgen erzählt, was nichts mit der Theosophischen Gesellschaft zu tun hatte. War Deine Antwort an Lichte nicht sehr verkürzt – so wie man sie nur jemandem geben kann, der selbst keine Ahnung hat von Anthroposophie?

    Anmerkung AM

    Natürlich hat Steiner sich nicht darauf beschränkt, theosophische Lehren zu *wiederholen*, er hat sie munter modifiziert, kritisiert, weiterentwickelt, erweitert, verkürzt usw. Aber sein Weltanschauungsgebäude weist doch in den Grundlagen seit 1902 so wichtige Gemeinsamkeiten, dass man auch die Anthroposophie als Spielart der Theosophie einordnen *kann*. Ich würde auch Mani als gläubigen Gnostiker bezeichnen, was nicht der Tatsache widerspricht, dass er Begründer des Manichäismus war. Insofern: Ja, es ist eine verkürzte, aber auch eine richtige Antwort.

    Antwort
  • 36. Wolfgang Stadler  |  2. März 2012 um 3:14 am

    Pardon – ich hab nun doch noch eine letzte Frage:
    Angenommen, ich halte es für möglich, daß tatsächlich das, was R.Steiner unter “der weißen Rasse” verstand, wirklich der Menschenschlag ist – oder damals war, der am meisten “am Geiste arbeitend” ist/war – bin ich dann automatisch ein Rassist? Und was machen wir, wenn das stimmt…? Oder vielleicht vor 100 Jahren noch eher stimmte – und wo Steiner wohl an eine schwarzafrikanische Bevölkerung (wohnhaft auf dem Lande, – “im Dschungel”) dachte…Inzwischen würde er das so sicherlich nicht mehr sagen, – jetzt gibts ja auch schon dunkelhäutige Präsidenten. Und er selbst sah das auch nur als vorübergehend an – sonst hätte er nicht davon geredet, daß “Rassen” im Untergang seien – bzw. in Zukunft alle Menschen die gleiche Hautfarbe hätten…
    Ansonsten: waren nicht tatsächlich die weißen Europäer die dominate Bevölkerungsgruppe auf der Erde? Vielleicht war das ja tatsächlich etwas wie eine “karmische” Angelegenheit…Und sind nicht vielleicht Goethe, die Aufklärung, J.S.Bach und gerade Leute wie Jana Husmann-Kastein ein Beweis dafür, daß “die weiße Rasse” am Geiste schaffend ist/war – und dieses Schaffen natürlich sich zur Zeit gleichermaßen auf alle Bevölkerungsgruppen verteilt…?
    Und kann es nicht sein, daß wir heutzutage Dinge als “rassistisch” betrachten, weil wir gerade in dem Zeitalter leben, wo wir diese Art “moralischer Empörung” erlernen – und später mal sieht man das anders…- wie ja R.Steiner auch meinte, daß er noch nicht alles sagen könne, da die Menschheit noch nicht “reif” dazu sei…- Was für geheimnisvolle Dinge könnten das sein – wenn nicht solche, die uns Menschen von heute moralisch empören würden…?
    Manche Leute sind ja schon empört, daß evtl. unmoralisches Verhalten zu Krankheit oder gar Behinderung im nächsten Leben führen könnte – weil man dann Behinderte ja anschauen könnte wie unmoralische Leute, die selber schuld sind an ihrem harten Schicksal…- Dennoch kümmern sich Anthroposophen um Körperbehinderte, die Camphill-Bewegung, …Steiner hat viel gesagt um Kranken (diesen Bösewichten der letzten Inkarnation) zu helfen. Könnte es sein, daß dieser “Rassist” alle Menschen – ja, auch Chinesen, Franzosen, Neger und Indianer – geliebt hat? Ein Rassist, der – anders als andere Rassisten – die “minderwertigen” geliebt hat?
    Fragen über Fragen…

    Anmerkung AM

    Nunja, ja, dann sind könnte man Sie als Rassisten bezeichnen… De „Europäer“ dominierten, nur eben nicht durch spirituelle Brillianz, sondern Rassismus, Kolonialismus und Ausbeutung, die auf rassistischen Wahngebäuden gründeten, wie Steiner sie (abgeschwächt) theosophisch ebenfalls plausibilisierte. Rassismus definiert sich ja nicht selbst automatisch als „Hass“, oft sah man sich eben in der Rolle der klügeren, kompetenteren, begabteren „Rasse“ und glaubte, man habe deshalb das Recht oder gar die „Bürde“, die anderen Rassen zu regieren oder zu pflegen usw. Das nennt man dann paternalistischen Rassismus.

    Antwort
  • 37. Wolfgang Stadler  |  2. März 2012 um 4:09 am

    Wenn von den „Rassismus-Kritikern“ immer wieder das „Indianer-Zitat“ erwähnt wird – und man daraus ableitet, daß Steiner eine Art „spirituellen Rassismus“ verkünden würde und eine „Hierarchie“ der Völker entwickelte – wie kommt es dann, daß er davon erzählte, daß sich zu seinen Lebzeiten massenhaft Indianer in Mitteleuropa inkarnierten? Von der „niedrigsten“ Sorte Leute – schwupp – gehts dann gleich da hin, wo die „Elite“ sitzt: nach Deutschland…
    Könnte es nicht sein, daß wir noch viel zu naive Vorstellungen haben davon, wie sich die Reinkarnationen in der Realität abspielen – und projizieren in R.Steiner einen Rassismus bzw. ein hierarchisches Denken, das in Wirklichkeit überhaupt nicht vorhanden ist? So, daß man alle Äußerungen Steiners in Zukunft ganz anders sehen wird?
    Hälst Du es für unmöglich, daß wir die ganzen „zweifelhaften“ Steiner-Zitate nicht richtig sehen, da wir nicht wahrhaben wollen, daß die Grundhaltung Steiners lebenslänglich die war (und was deshalb z.B. Raviagli auch ausdrückte und wofür Du ihn kritisiert hast) – was aber Steiner selbst ähnlich ausdrückte:
    (in dem Buch, das man am meisten kritisiert, weil er es da von „Negern“, Chinesen usw. hat – und nicht den Kern des Menschen, sondern die Hüllen)

    „…ich bitte das nicht mißzuverstehen, was eben gesagt wird; es bezieht sich nur auf den Menschen, insofern er von den physisch-organisatorischen Kräften abhängig ist, von den Kräften, die nicht sein Wesen als Mensch ausmachen, sondern in denen er lebt…“ (GA 121, 4.Vortrag)

    Und vermutlich war auch das Folgende seine lebenslange Haltung – und man muß das immer mit im Hintergrund sehen, wenn man wiedermal ein „zweifelhaftes“ Zitat liest:
    »Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne… Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelndes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.«
    Rudolf Steiner in: „Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901“ (GA 31), S. 378 f.

    Und auch das war eine lebenslange Haltung von R.Steiner, die er noch kurz vor seinem Tod so ausdrückt:
    »Das ist ja etwas ganz Furchtbares, wie heute die Menschen hineinstreben in Rassen und Völker und wie sie allen Kosmopolitismus im Grunde begraben wollen.«

    Rudolf Steiner, 18. September 1924, Apokalypse und Priesterwirken, GA 346, S. 206.

    Ansgar, Du erscheinst mir so sicher in Deinen Äußerungen. Bist Du Dir sicher, daß Du in allem, was Du sagst über den Rassismus Steiners eine wirkliche und zweifelsfreie Berechtigung hast?
    herzliche Grüsse
    Wolfgang Stadler

    Anmerkung AM

    Es gibt bei Steiner diese Aussagen über Indianer als degeneriert, dekadent, heruntergekommen. Dass er die Reinkarnation des „Ich“ in verschiedenen „Rassen“ vorschaltete, hebt diese Rassenlehre nicht auf: Die Abwertung der Indianer bleibt voll und ganz bestehen, nur dürfen diese sich eben auch mal in „höheren“ Rassen reinkarnieren. Sie können nicht einfach die rassistischen Aussagen Steiners durch seine individualistischen wegdekretieren wollen – und wenn Sie das versuchen, ist es das gute Recht von AnthroposophiekritikerInnen, seine anti-biologistischen Stellungnahmen zu leugnen und nur die rassistischen zu berücksichtigen. Ich halte beide Haltungen für kurzsichtig.

    Antwort
  • 38. Andreas Lichte  |  7. Juni 2012 um 3:21 pm

    “Anthroposophie und Faschismus

    FRANKFURT/M. (hpd) “Ja, gewiss kam es zu Spannungen…” – ein Interview mit Prof. Peter Staudenmaier über Rudolf Steiners Rassismus und Antisemitismus, deren Stellung im “Mainstream der damaligen Esoterik” und die ideologischen Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus (…)”

    weiterlesen: http://hpd.de/node/13507

    Antwort

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Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

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Jeder Artikel kann kommentiert werden. Da ich aber bei Internetdiskussionen zu diesem Thema schon einiges an widerlichen Unterstellungen und Beleidigungen von pro- wie antianthroposophischen Seite gelesen habe, werden die Kommentare aber vor ihrer Veröffentlichung geprüft und ich behalte mir vor, sie ggf. zu kürzen oder nicht freizuschalten. Ich will damit niemanden "zensieren", sondern versuchen, eine faire und möglichst sachliche Diskussionskultur zu schaffen.

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Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

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