Ausrutscher oder Rassenlehre?

2. März 2009 at 5:28 pm 3 Kommentare

Frankfurter Memorandum über Steiners rassistische Äußerungen in der Diskussion

2008 veröffentlichte die anthroposophische Zeitschrift „info3- Anthroposophie im Dialog“ ein „Frankfurter Memorandum“ , um sich mit dem immer wieder – und nicht zu Unrecht – erhobenen Vorwurf zu stellen, Rudolf Steiner habe rassistische und antisemitische Ansichten vertreten. (vgl. Die Philosophie der Un-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus)

Das „Memorandum“ wurde in der „inneranthroposophisschen Öffentlichkeit“ teils erfreut aufgenommen und auch bereits ins Englische und Französische übersetzt.

Der englische Historiker Peter Staudenmaier hat ( worauf der/die BetreiberIn der „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ mich freundlicherweise hinwies ) das „Memorandum“ einer historisch-kritischen Analyse unterzogen und eine fundierte und dabei sehr wohlwollend bleibende Kritik vorgelegt, die nun dank Barbara Elers und dem „Egoisten-Blog“ auch auf Deutsch vorliegt:

http://www.egoisten.de/pixx/frankfurt_memorand.pdf

Staudenmaier legt deutlich klar, dass das Memorandum ein begrüßenswerter Schritt ist, dem aber noch weitere folgen müssen: Steiners rassistische Äußerungen sind nicht nach ihrer heutigen Wirkung, sondern nach ihrer werkimmanenten Bedeutung und ihrem historischen Hintergrund zu bewerten. Auch sind sie keine Ausrutscher, sondern korrespondieren eindeutig mit Teilen des theosophischen Evolutionsmodells. (siehe auch Helmut Zander: Sozialdarwinistische Rassentheorien)

Es wird aber sicher vorerst ( nicht nur m)ein wager Wunschtraum bleiben, dass der Beitrag auch eine ( ergebnissreiche ) neue Diskussion innerhalb der heutigen Anthroposophie auslöst.

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Zander als „Gewährsmann“: In der Anthroposophiedebatte heiligt der Zweck die Mittel Zander als Gewährsmann II- Was sagt das Mittel?

3 Kommentare Add your own

  • […] Weltsicht fruchtbar zu machen (wenn auch manche Versuche ernsthaft danebengehen; vgl. Ausrutscher oder Rassenlehre?). Zu dieser Entwicklung, sowie Wilbers Ansatz überhaupt hat inzwischen auch die Evangelische […]

    Antwort
  • […] wie das von Jens Heisterkamp und Ramon Brüll verfasste „Frankfurter Memorandum“ (vgl. Ausrutscher oder Rassenlehre), das viele KritikerInnen als unzureichend und viele AnthroposophInnen als überzogen kritisch […]

    Antwort
  • […] die Rassen und die Rechten, Leitmotiv Zertrümmerung, Rudolf Steiners Rassenlehre). Aber auch das „Frankfurter Memorandum“ der dialogoffenen anthroposophischen Zeitschrift „info3″, das immerhin […]

    Antwort

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Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

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