Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz

20. Januar 2014 at 10:16 pm 14 Kommentare

„Um einer wachsenden, den eigenen Absichten gefährlich scheinenden geistigen Bewegung den Garaus zu machen, verbanden sich die sonst sich gegenseitig befehdenden Parteien. Alldeutsche, Katholiken, protestantische Pastoren, Kommunisten und Vertreter der Wissenschaft waren in diesem Bestreben einig. Und die finanzmächtigen und pressegewaltigen jüdischen Kreise taten alles, um durch Hetzartikel den Vernichtungswillen der Feinde zu stützen und zu schüren.“
Marie Steiner 1944 über die „Gegner“ der Anthroposophie

Der Angreifer hat viele Namen und Gesichter. Juden, Katholiken, Protestanten, Alldeutsche, Kommunisten, Wissenschaftler – und neuerdings: Mormonen. Eine Hand voll anthroposophischer Konspirationstheoretiker versucht erfolglos, eine historisch-kritische Edition der Hauptwerke Rudolf Steiners zu desavourieren. Da sachliche Argumente nicht zu finden sind,  muss die ganze Galerie anthroposophischer Ur-Feindbilder herhalten (vom Antisemitismus lässt man sorgsam die Finger). Steiner historisch-kritisch zu edieren, sei Einfluss der erzdämonischen „Wesenheit Ahriman“, die „die Geisteswissenschaft“ attackieren wolle, findet etwa Thomas Meyer, Chefredakteur von „Der Europäer“. Solche dummdreisten Diffamierungsversuche stehen natürlich in alter Tradition, die Frage ist, wie weit die (über Clement mehrheitlich erfreuten) anthroposophischen Medien dem derzeit entwachsen.

„Feuer und Flamme“

„Dass von anthroposophischer Seite hilfsbereit und begeistert darauf reagiert wird, wie das schriftliche Werk eines Mannes, dessen Goetheanum schon mal von Gegnern abgebrannt wurde, dessen Werk also ohne jeden Zweifel wachsamen Schutz braucht, in den Händen unverbindlicher Menschen liegt, mutet eigenartig, weltfremd und gar skurril an. Es braucht Menschen, die in Feuer und Flamme stehen für die Anthroposophie und dessen [!] Schöpfer, die offen zu diesem Werk stehen, und die sich keine überlebten wissenschaftlichen Maßstäbe auferlegen lassen.“

Alles klar? Wir sind einmal mehr zurück im tiefsten Akasha-Dschungel, der Autor der zitierten Zeilen heißt Arnold Sandhaus und Objekt seines Hasses ist die sog. „SKA“, die erste historisch-kritische Ausgabe von Rudolf Steiners Werken. Dass bei einer so grässlichen Sache wie einer Steinerausgabe, in der die Textüberarbeitungen ihres Autoren kenntlich gemacht sind, niemand an den Brandanschlag auf’s „Erste Goetheanum“ denkt, findet Sandhaus „eigenartig, weltfremd und gar skurril“. Denn nichts Besseres haben auch die „unverbindlichen Menschen“ als „Gegner“ zweifellos im Sinn. Makabererweise will unser kosmischer Feuermelder statt Gebäuden lieber eine anthroposophische Gesinnung „in Feuer und Flamme“ haben.

Was zuvor geschah

Das Sakrileg: Die „SKA“ wird sukzessive Steiners Hauptwerke nach wissenschaftlichen Standards herausgeben. Im ersten Band hat Herausgeber Christian Clement die Textveränderungen in verschiedenen Auflagen nachgewiesen. Überdies hat er hunderte Quellen Steiners aufgetan – und gezeigt, welcher Vorstellungen der Esoteriker sich für seine Interpretation der christlichen Mystik bediente. Quellenarbeit, wie sie jede historisch-kritische Edition erfordert. Dass dabei die Sprünge in Steiners Argumentation, die zeitgenössischen Wurzeln vieler seiner Vorstellungen, die Ungenauigkeit vieler seiner Recherchen zum Vorschein kommt, sollte niemanden überraschen. Steiner selbst betonte in einem Brief, er habe das unter den Begriffen „Mystik“ oder „Christentum“ Behandelte absichtlich nicht im historisch üblichen Sinne verwendet, sondern damit eigene Konzepte verschlagwortet:

„Mein «Christentum» nehmen Sie bitte für nicht mehr, als es sein will. Ich kenne seine Fehler, namentlich die historischen, ganz genau. Der Zusatz «als mystische Tatsache» will ganz ernst genommen werden. Und ich wollte mir den Eindruck nicht dadurch verderben, daß ich an gewissen Punkten auf andere, zum Beispiel auf Strauß hinwies. Ich lege den Wert auf die Erkenntnis-Gesinnung, die ich zum Ausdruck bringe.“ (GA 39, 422)

Clements interpretativer Trick besteht denn auch darin, Steiners „ideogenetische“ „Erkenntnis-Gesinnung“ den Kontingenzen seiner philologisch-historischen Arbeit gegenüberzustellen. Es sei Steiner um die Illustration seiner eigenen Einstellung gegangen, nicht um eine geistesgeschichtlich korrekte Abhandlung zur Mystik. Wie weit das schon die Grundbotschaft Steiners gewesen ist, wäre allerdings zu diskutieren. (vgl. zu Clements Thesen auch Helmut Zander: Zeitwende)

Juden, Jesuiten, Freimaurer und – Mormonen!

Die großen anthroposophischen Zeitschriften reagierten erfreut: In „Info3“, „Die Drei“ und „Das Goetheanum“ lobten Jens Heisterkamp, David Marc Hoffmann und Johannes Kiersch Clements Steiner-Deutung und seine philologische Arbeit. Sogar mein besonderer Freund Lorenzo Ravagli war glücklich. Hoffmann, Nietzsche-Experte, ehemaliger Leiter des Basler Schwabe-Verlags und gegenwärtiger des Rudolf Steiner-Archivs, gefiel Clements Steinerdeutung so gut, dass er den Steiner-Verlag zur Kooperation mit dem fromann-holzboog-Verlag aufforderte, der die „SKA“ druckt. Das Kooperationsprojekt kam zustande. Ein Aufschrei über diesen „Verrat“ des Steinerverlags ging durch’s fundamentalistisch-anthroposophische Lager. Wilfried Hammacher fühlte sich sogar bemüßigt, das frommann-holzboog in einem mehrseitigen Brief mitzuteilen. Clement pflege einen „aggressiven Ton“ und „pharisäische Verdrehungen“, mache Steiners Werk zum „Kriminalroman“ usw. usf.

Die positiven Stimmen werden (kaum qualitativ, sehr wohl aber quantitativ) von einem lautstarken Splitter der Steiner-Anhänger übertönt, der die Anthroposophie als letzte Insel des Lichts in einer „angloamerikanisch“-freimaurerischen Weltverschwörung sieht. Freilich, solche Verschwörungstheorien sind unter vielen Anthroposophen noch mehrheitsfähig (vgl. Anthroposophischer Geschichtsrevisionismus). Sie auf einen Steiner so geneigten Forscher wie Clement anzuwenden, blieb jedoch dem rechten Rand der heutigen Anthroposophie vorbehalten. Zwei Umstände dienen als Grundgerüst der kunstvollen Kampagne: 1. Clement arbeitet an der mormonischen „Brigham Young University“, 2. der Steiner-Verlag unterstützt und fördert das Editionsprojekt. Willy Lochmann, der in Kooperation mit Ravagli schon dem anthroposophischen Shoa-Banalisierer Gennadij Bondarew ein Forum verschafft hat, zog daraus den Schluss:

„Wer mit der Anthroposophie Rudolf Steiners vertraut ist, der weiss, dass es neben den Jesuiten vor allem die Freimaurer sind, die ausschliesslich deren Zerstörung mitsamt dem Ansehen Rudolf Steiners beabsichtigen. Und dazu ist ihnen jedes Mittel und auch jede Allianz recht. Im Moment sind es die Mormonen, die ihren Assistant-Professor Christian Clement dafür finanzieren, dass er eine sog. „Kritische Textausgabe“ Rudolf Steiners herausgeben kann … Doch es ist dies nur ein taktisches Verwirrspiel … Er betäubt uns, damit wir sein Machwerk nicht durchschauen. Und er wird solche Unterstellungen selbstverständlich wieder als „paranoide Phantasien“ brandmarken … Clement ist natürlich ein Wolf im Schafspelz … [der sich] als ein „Verständiger“ darzustellen versucht, als einer, der sich in die Gedankenwelt der Anthroposophie eingearbeitet hätte. … Er betäubt uns, damit wir sein Machwerk nicht durchschauen.“

Pietro Archiati hat gar ein Buch über Clements „Willen zur Vernichtung der Anthroposophie“ geschrieben.

Aus der fabelhaften Welt des Thomas Meyer

Thomas Meyer vom „Europäer“ konstatierte dann auch noch Bezüge zum weltpolitischen Zeitgeschehen. Im Oktober war das für ihn der syrische Diktator Assad, der gegen die bösen machthungrigen Amerikaner (die selbstverständlich in Wirklichkeit von schwarzmagischen Geheimlogen regiert werden) beschützt werden musste. Klar, dass auch 9/11 (natürlich von der hinterlistigen Bush-Regierung inszeniert) irgendwie eine Rolle spielt. Meyer:

Das Kesseltreiben gegen Assad schaukelt nach wie vor um einen gefährlichen Höhepunkt herum, an dem eine reale Kriegsgefahr besteht. Atomsprengköpfe wurden für den Ernstfall in aller Heimlichkeit von Texas an die Ostküste verlegt. Wenn auch Präsident Obama die Kongress-Abstimmung über eine Militärintervention in seiner Rede an die Nation vom 10. September verschob und der diplomatischen Lösung den Vorzug geben wollte – das mit Lügen angefüllte Pulverfass Syrien bleibt explosiv: Die fortwährenden Behauptungen von Assads «mutmaßlichen» Giftgas-Einsätzen erinnern an die mutmaßlichen «Massenvernichtungswaffen» von Saddam Hussein, deren angebliche Existenz sich als verlogener Kriegsvorwand herausstellte …“

Für Meyer war es sachlich offenbar naheliegend, einen Absatz später zu Christian Clement und zur „SKA“ überzugehen. Der Umstand, dass Clement Professor an der Brigham Young University ist, hat auch bei Meyer Phantasien über den Zugriff „der Mormonen“ ausgelöst. Diese ohne jede Begründung (die ja auch nicht existiert) zuzugestehen, besitzt auch er die Chuzpe.

„Wir hatten zu Clement und seinen Aktivitäten bereits im Editorial vom Juli 2012 – zur Zeit der Präsidentschafts-Kandidatur des Mormonen Mitt Romney – berichtet. Wir schlossen das damalige Editorial mit einer durchaus berechtigten Frage: «Anthroposophie und Mormonentum? Eine (…) sich anbahnende neue Allianz? Sie würde jene von Kirche und ‹Anthroposophie› noch in den Schatten stellen.»

Denn ja: „Die Kirche“ ist ebenfalls nicht anthroposophisch und außerordentlich böse, überhaupt muss man ja auch immer wieder mit den fiesen Jesuiten rechnen. Aber Clement besaß auch noch die Frechheit, dieser „durchaus berechtigten Frage“ zu widersprechen. Meyer weiter:

Diese Bemerkung hat Clement jüngst auf Facebook folgendermaßen kommentiert: «Für Freunde von Verschwörungstheorien: nachdem zuerst Thomas Meyer öffentlich die kritische Steiner-Edition als Zeichen einer ‹unheiligen Allianz› zwischen Dornach und Salt Lake City gedeutet hat http://www.perseus.ch/archive/3021, hat sich nun auch Willy Lochmann angeschlossen und überbietet Meyer noch an Detailreichtum seiner paranoiden Phantasien (…)» … Dass sich der neue kritische Steiner-Herausgeber mit der Universalphrase «Verschwörungstheorien» in solcher Art als Verunglimpfer von Leuten betätigt (inkl. des Autors Wood des abgebildeten Buches!), die ihrerseits kritische Fragen stellen, ist, gelinde gesagt, erstaunlich. … Freunde der Geisteswissenschaft Steiners, die sich für deren sachgemäße Ausbreitung in der Welt mitverantwortlich fühlen, sollten sich die sich hier anbahnenden «pro-anthroposophischen Allianzen», die Steiners Werk historisieren, psychologisieren und «kontextualisieren», genau ansehen, bevor sie sie als unbedingten Fortschritt preisen. Nicht nur Kerry’s und Obamas Phrasen gegenüber, auch solchen neueren publizistischen Entwicklungen gegenüber tut geistige Wachheit und Klarheit not. Die Frage ist: Wes Geistes Kind sind sie?“

Was nicht sein darf, kann nicht sein

Auch diese Frage beantwortet Meyer sich selbst. Denn der einmal aufgekommene Verdacht wird von Clement niemals ausgeräumt werden, Verschwörungstheorie ist ja auch nur so eine „Universalphrase“. Thomas Meyer ist nicht nur Ankläger, sondern zugleich auch Richter der geistigen Welt. Den seiner Meinung nach „vielleicht bedeutendsten Schüler Steiners im Westen“, D. N. Dunlop, zitierend, erklärt er jüngst, welcher (Un-)Geist hinter der „SKA“ steckt: Ahriman, der neurotisch-materialistische Finsternis-Dämon in Steiners Geisterkabinett. Der, so Dunlop, wird „stärker werden und einen noch hinterhältigeren Charakter annehmen“ … und, wie es scheint, schließlich die hinterhältige Philologie ausbrüten, zum Ende aller esoterisch-christlichen Clairvoyance. Keiner von Clements anthroposophischen Möchtegernkritikern hat auch nur einen relevanten Fehler in dessen Arbeit gefunden. Ein Grund mehr, dem bösartigen Mormonenspitzel die wissenschaftliche (erst recht „geisteswissenschaftliche“) Befähigung schonmal vorsorglich abzusprechen. 

Clement hatte darauf hingewiesen, dass dem Realschüler, Naturwissenschaftsstudenten und späteren Herausgeber, Archivar und Journalisten Steiner das „nötige philologische Rüstzeug“ fehlte, um „sich auf dem Felde klassischer, hellenistischer, mittel-alterlicher und frühneuzeitlicher Literatur“ (SKA V, S. XXXI) in dem Maße umzutun, dass er sein „Christentum als mystische Thatsache“ auf Originalquellen hätte aufbauen können. Meyer widerspricht allen ernstes mit dem Hinweis darauf, dass Steiner in seiner Autobiographie erwähnt, er habe nach autodidaktischem Lernen Latein- und Griechischnachhilfe gegeben. Dass Meyer 1. die Qualifikation eines Hauslehrers und Studienabbrechers mit einer philologisch-religionsgeschichtlichen für identisch hält und diesen einzigen (auch noch auf einem Missverständnis seinerseits beruhenden) „Fehler“ 2. zum Anlass nimmt, Clements gesamtem Werk die Wissenschaftlichkeit abzusprechen, ist charakteristisch für die Argumentationen im „Europäer“ wie das Verschwörungsdenken Marie Steiners. Wer braucht schon Beweise, wenn er die „wahre“ Natur der mit Nettigkeit getarnten „Feinde“ kennt.

Dass Clement Steiner hunderte von freien Paraphrasen, Übernahmen und Plagiaten nachweist und vielmehr noch erklärt, warum dies seiner Originalität nicht schade, wird weder kritisiert noch honoriert – sein beschönigendes Fazit „Saubere Quellenarbeit, Methodenschärfe und sachliche Distanz zum Gegenstand… waren Steiners Sache nicht“ halten die orthodoxen Anthroposophen für „Vorurteile“, Unterstellungen und „Gegnerschaft“. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Lieber den Überbringer der Botschaft ohne Gründe diffamieren, als sich mit Steiner zu beschäftigen.

Rotkäppchen, der Wolf und die Erreger

Dass Meyer, Sandhaus, Lochmann, Pietro Archiati, Irene Diet, Marcel Frei usw. den von ihnen über Clement verbreiteten Unsinn wirklich für die Realität halten, ist vielleicht schwer zu glauben. Zu beachten ist allerdings, dass „Der Europäer“ seit vielen Jahrgängen zu einem großen Teil mit „angloamerikanischen“ finsteren Plänen vom Ersten Weltkrieg zu 9/11 und „dem kosmopolitischen wahren deutschen Geist“ beschäftigt ist. Meyers Behauptungen zur „SKA“ wenden den Gehalt der sonstigen Artikel nur auf einen neuen Gegenstand an. Dass Thomas Meyer sich jedoch mit etwas so Garstigem wie dem unqualifizierten Mormonenfreimaurerjesuitenahrimanamerikaner Clement überhaupt beschäftigen muss, hält offenbar mancher Stammleser trotzdem für eine große Zumutung (hier zu den Leserbriefen). Ein „Dr. med Olaf Koob“ schrieb in einem dreispaltigen „Europäer“-Leserbrief:

„Ich wünsche Thomas Meyer, dass er sich nicht zu sehr von den Lügen und Verdrehungen fesseln lässt und so andere Aufgaben vernachlässigt. Aber es ist gut, dass dies oben Genannte einmal im Europäer klar gestellt wurde und schon Kafka meinte treffsicher: ‚Einer muss wachen…'“

Der Dr. med hat natürlich auch eine Erklärung dafür, wie es Clements in jeder Hinsicht affirmativer Steinerdeutung gelingt, trotzdem perfideste Perfidie zu sein:

„…wie der Wolf im Rotkäppchen mit einer Stimme spricht, die der Großmutter ähnelt – um die innerste Substanz der Anthroposophie und Rudolf Steiner selber zu diskriminieren und zu zersetzen … Erreger können nur dann in einen Organismus eindringen und ihn zerstören, wenn sie sich tarnen, um das ohnehin schon geschwächte Immunsystem zu umgehen…“

Und Leser Alois Ratzlin schreibt:

„Christian Clements Kritische Ausgabe ist ein Symbol, das Symbol einer Krankheit. Fein, wie die Europäer-Redaktion wacker gegen diese Kritische Ausgabe, diesen «Morbus CC» mit all seinen Fiebersymptomen angeht. Frau Diet hat die Hilflosigkeit des Mormonen, Steiner zu beurteilen, sauber herausgearbeitet, erfrischend die Karikatur von Dilldapp. Clement hat sie bereits auf seine Fratzenbuchseite («Facebook-Homepage») genommen.“

Statt dass unseren „Europäern“ die von ihrer Hetze gezeugten Pathologisierungsversuche peinlich wären, werden letztere sogar noch abgedruckt. „Krank“ ist alles, was nicht auf Linie liegt. „Krank“, wer Steiner philosophisch gelehrt deutet. „Einer muss wachen“, „gut“ dass Thomas aufpasst, dass niemand die anthroposophische Bewegung aus ihrem dogmatischen Schlummer weckt.

1914 – 2014: Hundert Jahre Hass

Wer die Geheimnisse der göttlichen Hierarchien und des Elementarreichs kennt und weiß, dass Erster und Zweiter Weltkrieg hauptsächlich von dämonisch-„materialistischen“ Dunkelmännern (mit Sitz in der englischsprachigen Welt) vorbereitet wurden… wer jeden Menschen in die nächstliegende ideologische Schublade (hier eben: „Mormone“) einsortiert, um dann einen „geisteswissenschaftlichen“ Kübel Dreck über dessen Haupt auszugießen, wer dabei noch meint, eine „Freiheitsphilosophie“ zu vertreten – der kann es anscheinend auch schlicht nicht ertragen, wenn jemand den großen Menschheitsführer Steiner als beweglichen Menschen darstellt, der für seine Bücher und Vorträge sogar recherchieren musste.

Die überaus freundliche, ja bis in die Terminologie der Anthroposophie verwandte, aber liberale Steinerdeutung Clements gebiert Ungeheuer. Keine tatsächliche ideologische Entgegensetzung, sondern die Konkurrenz um die Deutung Steiners ruft die orthodoxesten Steinerjünger auf den Plan, die solange weitermachen werden, bis Clement selbst zu Steiner schweigt. Als „Morbus C[hristian]C[lement]“ erscheint er in der Tat für jene, denen das Universum eine notwendig gefügte Enzyklopädie ist, deren erbarmungs- und lückenlose Identität von einem ins Maßlose verzerrten Rudolf Steiner garantiert wird. Sie fordern ideologisch (mitnichten realpolitisch) ein, was Max Horkheimer als „Welt ohne Unterschlupf“ bezeichnete. Jeder Riss im Beton und die Blüten, die daraus für eine deviante Steinerlektüre treiben könnten, müssen weggewischt, die „Erreger“ ausgerottet werden – auf dass wieder Eindeutigkeit einkehre. Um die versteinerte Geisteswüste wieder in ein hellsichtig-durchsichtiges Panoptikum zu verwandeln, in dem nichts außen vor, transzendent, intim oder geheim bleibt – außer okkulten Logen und ihren dämonischen Herren, gegen die „einer wachen muss“. Der deus absconditus ist der deus malignus. Es ist eine Welt von Freund, der das heilige Wissen teilt oder zumindest hineinpasst – oder Feind.

Das Verschwörungsdenken, zu dem unsere „Europäer“ neigen, ist kein Unfall, sondern zutiefst mit alteingesessenen anthroposophischen Selbstwahrnehmungen verflochten. Die ganz oben zitierten Worte Marie Steiners stehen dafür exemplarisch. Ihre Einkreisungsphantasie wird von den „Europäern“ letztlich geteilt, die freilich den Seitenhieb gegen die „finanzmächtigen jüdischen Kreise“ heutzutage kaum noch bemühen werden (und Steiner wahrscheinlich für den größten Anti-Antisemiten halten). Dieselben dunklen Mächte, die den deutschen Propheten Steiner vernichten wollen, wollen auch Deutschland vernichten. Alldeutsche, Katholiken, Protestanten, Juden, Kommunisten – so leicht wie Steiners Witwe halluzinierte, sie alle hätten sich verbündet, um Steiner zu schaden, so leicht wurde diese anthroposophische Ungeschichtsschreibung seit 1944 weitergesponnen (unterbrochen in der Tat von Interventionen wie denen Christoph Lindenbergs oder, zu ganz anderen Themen, Hoffmanns).

Der ahrimanische Christian Clement, die bösartigen Alliierten und ihre freimaurerisch-jüdischen Geheimlogenherren, die den unschuldigen, friedliebenden Deutschen zwei Weltkriege zugejubelt haben, sind, so die pathische Projektion, ontologisch-kosmologisch letztlich identisch: „Widersachermächte“. Die angeblich verbündeten und verschwisterten „Anthroposophiefeinde“ sind austauschbar und duplizieren sich munter, je nach Anlass. Aus diesem (von Clement selbst nicht zu Unrecht als paranoisch bezeichneten) Kern sind alle Phantasien über Mormonen und heimliche Gegner, die geistigen „Erreger“ usw. usf. vielleicht unbewusst, aber konsequent abgeleitet. Die Mehrzahl seiner anthroposophischen Rezensenten steht solchen Gedanken zumindest im Hinblick auf Clement fern. Nur Ramon Brüll und Jens Heisterkamp (Info3) haben allerdings ausführlich gegen die Gerüchte von Diet, Lochmann, Meyer und Co Stellung bezogen (Brüll auch gegen jüngst neu aufgelegte Verschwörungsthesen zum Ersten Weltkrieg). In gewisser Hinsicht steht hier die anthroposophische Bewegung selbst an einem Scheideweg: Der Ball liegt im Feld der durchaus prominenten Herren Heisterkamp, Hoffmann, Ravagli oder Kiersch. Wird eine esoterische Strömung, die sich selbst die höchsten moralischen und spirituellen Güter und Tugenden zuschreibt, Mittel, Motiv und Mut aufbringen, sich mehrheitlich von diesem Konspirationsgeraune zu distanzieren? Ich fürchte, die Chancen stehen schlecht. Das Jahr 2014 wird vermutlich eine weitere von erstaunlich vielen verpassten Chancen sein.

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Entry filed under: Christian Clement, Der Europäer (Zeitschrift), Marie Steiner-von Sivers, SKA, Verschwörungsdenken, Willy Lochmann.

Neues Buch. Hans Büchenbacher: Erinnerungen 1933-1949 Rosa steht ganz oben. Zur Verdummung der Anthroposophiekritik

14 Kommentare Add your own

  • 1. Frau Dings  |  21. Januar 2014 um 10:06 pm

    Diesem verrückten reaktionären Geschwurbel von Meyer und Co. mit Gelassenheit und Gleichmut zu begegnen ist weder leicht noch m.E. sinnvoll. Danke für den Beitrag. Ehrlich.

    Antwort
  • 2. Wolfgang Stadler  |  22. Januar 2014 um 4:26 pm

    Das Zitat oben von Marie Steiner ist sehr irreführend. Darunter steht: „Marie Steiner 1944 über die “Gegner” der Anthroposophie“
    Damit ist aber nicht klar, daß Marie Steiner in Wirklichkeit über die „Gegner“ von Anfang der zwanziger Jahre erzählte…- und nicht über solche der dreißiger oder 40-er Jahre. Ich finde, das macht einen Unterschied – und der wird so nicht sichtbar.

    Anmerkung AM

    1. Das Zitat steht im Präteritum. Steiner-von Sivers äußert sich also für jeden lesbar über die Vergangenheit. 2. Auf Links kann man klicken – wer sich für den Zusammenhang interessiert, ist sofort im Originalkontext der Aussage. 3. Einen wesentlichen Unterschied macht das nicht: Steiner-von Sivers bezeichnete in den Dreißigern z.B. die Ludendorffs (antisemitische Agitatoren, die auch die Anthroposophie bekämpften) als Anhänger des „alten Jahve-Prinzips“ oder behauptete, die Nazi-Denunziationen gegenüber Anthroposophen seien „von der jüdischen Linkspresse“ in die Welt gesetzt worden (und eben nicht von rechts). Den Nationalsozialismus nahm sie dagegen zu diesem Zeitpunkt nicht als Bedrohung wahr, da hat auch Roman Boos‘ Einfluss eine Rolle gespielt. Soll heißen: Ähnliches hat sie in verschiedenen Zeiten an verschiedenste (unpassende) Adressen gerichtet – auch deshalb, weil eine Verschwörung von Freimaurern usw. fester Teil ihrer Überzeugungen war. Diese Überzeugung erzeugte ihre falschen Gegenwartsdiagnosen und nicht umgekehrt. Wenn Sie sich noch ein Weilchen gedulden möchten, finden Sie mehr auf diesem Blog und hier: http://www.info3-magazin.de/buechenbacher/

    Antwort
  • 3. Martin-Ingbert Heigl  |  24. Januar 2014 um 12:07 am

    Prima Artikel!
    Weg mit dem ganzen rechten Weltverschwörungs-Anthroposophen-Gesoxe mit seinen lächerlichen Bedenken!
    Und weg mit dem Bemühen um Sachlichkeit und Ausgewogenheit!
    Das ist die Streitkultur der Zukunft!
    Wozu auch andere Standpunkte, wo doch der eigene der einzig richtige ist!
    Nur immer zu! Erlaubt ist, was schadet! Alles in einen Topf geschmissen und dann – ab damit!

    Das Niveau der erklärten Waldorfgegner, der Anthroposophie-Hasser hast du in diesem Artikel schon mal lässig unterboten.

    Dass du wenigstens die Links zu den vernichteten Gegnern angegeben hast, ehrt dich. Ehrlich!
    Das reicht allemal für eine „faire und sachliche Diskussionskultur“!
    Soll doch jeder selbst nachsehen, wie dreckig die in deiner Schlammschlacht dastehn!
    Oder ob der Dreck vielleicht doch nur an deinen eigenen Fenstern klebt.

    Auf jeden Fall. Eine faire Diskussionskultur muss unbelegte Unterstellungen von rechts außen unbedingt ernst nehmen – zumindest, wenn sie von Anthroposophen ausgesprochen werden. Thomas Meyers Ansichten sind wirr, Ihre viel gefährlicher. Danke auch für Ihren Link. Sowas ein Zufall aber auch, da auf „Vidar“ zu stoßen, sehr eigene Meinung…

    http://widar.de/

    Mit ahrimanischen Grüßen,
    AM

    Antwort
  • 4. Gustav Holz  |  31. Januar 2014 um 6:31 pm

    Wenn ich dein gelaber hier anhöre ist es für mich vom gefühl her, wie wenn ein Einstein Kritiker alle Mathe Bücher durchgelesen hat und dann meint munter kritisieren zu dürfen, obwohl er auch nicht nur einen Zusammenhang in der Mathematik verstanden hat!!!
    Du redest hier einen Stuss über Weltgeschichtliche Zusammenhänge, das mir gerade hören und sehen vergeht!
    Wer IMMER NOCH nicht verstanden hat das z.B. 9/11 ein fake war der … ja weiß auch nicht… -der wird auf jedenfall auch nicht Steiners Aussage verstehen, dass um das Jahr 2000 vom Westen (USA) etwas ausgehen wird, dass freies Denken geradezu verbietet – damit hat er wahrscheinlich 9/11 voraus gesehen … -aber egal, wie gesagt, du bist ganz schön weit von der Wahrheit abgedriftet in deinen sinnlosen analysen und versuchen, der Anthroposophie irgendwie sachen wie Nazi, rassismus, …. in die Schuhe zu schieben. -mach einmal die Augen auf, dann siehst du vielleicht, dass WEltweit genau entgegengesetzte Impulse von der Antroposophie ausgehen!!!

    Genau! Steiner hat die Weltherrschaft der bösen Juden, Freimaurer, Jesuiten, Amerikaner und Mormonen lange vorausgesehen. Gut, dass „Der Europäer“ aufpasst!

    Einstein hat sich übrigens auch mal zu Steiner geäußert: „Bedenken Sie doch diesen Unsinn!“ Danke für Ihren äußerst aufschlussreichen Kommentar!
    AM

    Antwort
    • 5. Thomas Erdmann  |  7. Dezember 2014 um 9:11 pm

      „Bedenken Sie doch diesen Unsinn“? Einstein konnte nicht wahrnehmen, wieviel Gutes dieser „Unsinn“ in der ganzen Welt später (heute) bewirken würde. Unsinn ist es vielmehr, ein Gehirn zu sezieren, um die Ideen darin zu finden. Und in dieser Art der Wissenschaft arbeitete auch Einstein. Sein Gehirn wurde seziert, aber niemand fand seine Gedanken.
      TE

  • […] Thomas Meyer wieder einmal über die gerade erschienene erste historisch-kritische Steiner-Ausgabe, die er für eine Verschwörung der Mormonen hält. Im selben Text geht es auch um die sog. Ukraine-Krise – wirkt zusammenhanglos, ist es aber […]

    Antwort
  • […] verstecken, haben in ihrer unsäglichen Bosheit schließlich Kaspar Hauser ermordet, eine kritische Steiner-Ausgabe verbrochen, den Ersten Weltkrieg und so nebenbei noch den Zweiten ausgeheckt (vgl. Anthroposophischer […]

    Antwort
  • […] auf der Seite seines “Lochmann-Verlags” übersichtlich dokumentiert. (vgl. auch Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz) Auch Lochmann hat freilich seine ganz eigene Version der Gründung der BRD zu bieten, die mir […]

    Antwort
  • […] Dies, wie gesagt, nur als Beispiel für die wendige und kluge Kontextualisierungsarbeit, die diese Edition leistet. Selbst wer die unterschiedlichen Auflagen und Überarbeitungsschritte von WE bereits kennt, wird hier manch unerwarteten Hintergrund und manche verborgene literarische Anspielung Steiners entdecken. Immer weist Clement auf die diesseitige Dimension der Steinerschen Jenseitsreisen hin: Es gehe letzterem darum, Meditation “in handfeste politische und soziale Projekte umzusetzen”, die “in der meditativen Arbeit erworbene höhere Wachheit” in “der konkreten Alltagswirklichkeit” einzubringen. (XXVI) An dieser Stelle referiert Clement nicht zum einzigen Mal auf Anna-Katharina Dehmelt (“Institut für anthroposophische Meditation”), von der er auch viele Überlegungen zur Genese des Steiner’schen Schulungswegs übernimmt. Tatsächlich ist auch Band 7 der SKA, was Helmut Zander mit Band 5 initiiert sah: eine “Zeitenwende”. Mit Vorliegen dieses Bandes wird man Steiners Schulungsweg künftig in neuem Licht und mit vertieftem Verständnis lesen. Dies wird bei orthodoxen Anthroposophen zweifellos weiterhin Angst und Schrecken verbreiten. (vgl. Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz) […]

    Antwort
  • […] Natürlich kaufen die orthodoxen Steinerverehrer sich munter Steiners Rassismus und seine Verschwörungsideologie ein. Christian Clements Steiner-Edition wird in den Augen ihrer anthroposophischen Möchtegernkritiker zum diabolischen Plan mormonisch-jesuitisch-freimaurerischer Weltverschwörungen, die natürlich nichts besseres zu tun haben, als zur Zerstörung der Anthroposophie häretische Steinerinterpretationen auf den Markt zu werfen. (vgl. Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz) […]

    Antwort
  • […] Wurzeln haben. (vgl. auch Anthroposophischer Geschichtsrevisionismus, EU und Ukraine, Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz) Sowohl die Akzeptanz und selbstverständliche Rezeption der Davis’schen Praktiken als auch […]

    Antwort
  • 12. Ameli Zieseniß  |  2. August 2015 um 5:24 pm

    Sind diese Auseinandersetzungen nicht unvermeidlich?
    Und ist es nicht gerade für Anthroposophen, die vor 100 Jahren mit dabei waren, schwierig, ihr Verhältnis zur Anthroposophie zu bestimmen?
    Eigentlich müsste man (individuell) Neues entwickeln. Das geht oft nicht, weil die Anthroposophie sozusagen stagniert.
    Andererseits: Wie vermeidet man, dass die Anthroposophie aufhört zu stagnieren, ohne sich zu etwas völlig anderem zu entwickeln?
    Ich kann die Befürchtungen von Thomas Meyer verstehen, aber ich teile sie nicht.

    Wir müssen den Mut haben, alle möglichen Suchbewegungen auszuführen und den damit verbundenen Streit aushalten.
    Wenn ich ehrlich sein soll, so habe ich auch so etwas wie eine „Verschwörungstheorie“ auf Lager. Ich benenne sie mal, damit Thomas Meyer sich nicht so einsam vorkommen muss mit seiner:

    Ich sehe eine „unheilige Allianz“ aus Scientology, EAP und KGB, esoterisch unterfüttert von der Fraternitas Saturnii beziehungsweise dem Ordo templis orientis..
    Die berüchtigte Theorie von der „freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung“ halte ich für ein gezielt ausgestreutes Märchen. Von wem ausgestreut?
    Na, von der „unheiligen Allianz“ natürlich.

    Also, jeder von uns hat da so seine Theorie, und keiner kann echte Beweise liefern. Auch würde ich nicht soweit gehen, Thomas Meyer als Wasserträger der von mir vermuteten Allianz zu bezeichnen. Und das ist dann vielleicht doch der entscheidende Unterschied, nämlich ob man dem Andersdenkenden noch zugesteht, ein Mensch mit eigenem Willen und eigenem Denken zu sein, oder ob man ihn in Bausch und Bogen als „Werkzeug“ verurteilt, ihn damit gewissermaßen seiner Menschenwürde beraubt.

    Antwort
    • 13. A.M.  |  10. August 2015 um 6:56 pm

      Sieh an. Und was haben nochmal die Illuminaten und 9/11 damit zu tun? Sind die eher bei Meyers Scientology-KGB oder wurden die auch gezielt augestreut?

  • […] Dogmatische Anthroposophen wie Holger Niederhausen, Thomas Meyer usw., die Clement verketzern (vgl. Willy, Thomas und der Wolf im Schafspelz), übersehen, dass dieser nicht den Geist, sondern die Welt leugnet. Anthroposophiekritikern ist […]

    Antwort

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Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

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Jeder Artikel kann kommentiert werden. Da ich aber bei Internetdiskussionen zu diesem Thema schon einiges an widerlichen Unterstellungen und Beleidigungen von pro- wie antianthroposophischen Seite gelesen habe, werden die Kommentare aber vor ihrer Veröffentlichung geprüft und ich behalte mir vor, sie ggf. zu kürzen oder nicht freizuschalten. Ich will damit niemanden "zensieren", sondern versuchen, eine faire und möglichst sachliche Diskussionskultur zu schaffen.

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Mit Urteil vom 12.Mai 1998 hat das LG Hamburg entschieden, dass mensch durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der verlinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das LG, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

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Bild im Titel: Ita Wegman, Rudolf Steiner, Marie Steiner-von Sievers


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