Ravagli, die „Rassen“ und die Rechten

15. Juli 2009 at 2:33 am 75 Kommentare

Nur kurz erwähnt hatte ich die Debatte um den publikationseifrigen Anthroposophen und „Erziehungskunst“-Journalisten Lorenzo Ravagli ( vgl. Wie gehts weiter? ). Die hat in einigen jüngst auf diversen pro- wie antianthroposophischen Seiten erschienenen Flut von Artikeln gerade eine Art Höhepunkt erreicht und ich halte es für hilfreich, selbst ein paar Zeilen zum Thema zu schreiben.

Die Debatte dreht sich im Wesentlichen um das Verhältnis von Anthroposophie heute und zu Steiners Zeiten im Verhältnis zum Nationalsozialismus und der neuen Rechten – und um das, was Lorenzo Ravagli in diesen Auseinandersetzungen vertritt. Ravagli, der als ein relativ kritischer Anthroposoph in die Öffentlichkeit getreten, veröffentlichte 1994 im „Jahrbuch für anthroposophische Kritik“ als dessen Herausgeber einen Artikel über „Anthroposophische Mythologeme“:
„Nicht wenig wird das Leben der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung bestimmt durch einen Komplex von Vorstellungen und Urteilen, die sich bei näherem kritischen Zusehen als Mythologeme entpuppen. (…) Diese dogmatische Tradition ist trotz ihres scheinbar festen Charakters in stetiger Fortbildung begriffen, auch wenn ihre Angehörigen behaupten, die reine Lehre zu bewahren. (…) Allein, in ihrer Fortbildung dokumentiert sich nur eine Scheinlebendigkeit dieser Tradition, denn sie besteht lediglich in der Hervorbringung neuer Wortformeln, in denen die Tradition sich den Anschein der Zeitbezogenheit verleiht. (…) Viele Menschengemeinschaften, die sich im Namen Rudolf Steiners zusammenfinden, sind von dieser dogmatischen Tradition geprägt und stellen sich – aus scheinbar unerfindlichen Gründen – unter die Herrschaft dieser Tradition. (…) Es sind die Gesetzmäßigkeiten der Sektenbildung. (…)Wesentlich für eine Sekte ist, daß sich Menschen um bestimmte Vorstellungen gruppieren, die sie für ihre Gemeinschaft als konstitutiv empfinden, denen gegenüber sie sich verantwortlich fühlen. (…) einerseits ist die Gruppierung angetreten, um das Heiligste der Menschheit zu hüten, ja um diese Menschheit selbst vor ihrem Verderben zu retten. Aber die Menschheit ist diesem Heiligsten feindlich gesinnt, ja, sie ist selbst das Feindliche, das es zu fliehen oder zu tilgen gilt. Das heißt, die freundliche Maske der allgemeinen Menschenliebe verwandelt sich im Handumdrehen in die hämisch grinsende Fratze des Menschenhasses.“ ( Anthroposophische Mythologeme oder wie man mit dem Hammer denkt )

Lorenzo Ravagli - DER Apologet der Anthroposophie?

Mehr als ein Jahrzehnt später scheint Ravagli selbst in die von ihm als sektenhaft kritisierte Haltung verfallen –und zwar in der Rolle eines Apologeten der Anthroposophie. Er selbst hält dies in einem Selbstinterview für „ein Gerücht. Erstens weiss ich gar nicht, was die Anthroposophie eigentlich ist, obwohl ich mich schon lange mit dem Werk Steiners beschäftige. Und zweitens habe ich die Anthroposophie nicht verteidigt, sondern mich um die zeitgemäße Reformulierung einiger ihrer Grundideen bemüht.“ ( anthroblog )


In schlichtweg atemberaubenden Aktionen voller Fettnäpchen, Fehlgriffe und Kurzsichtigkeiten hat er sich dabei in seinem esoterischen Labyrinth verlaufen, in dem ihm die trostlose Sackgasse der Steinerschen Rassentheorie zum Verhängnis wurde.

„Hammer und Hakenkreuz“

Der jüngste Steiner des Anstoßes ist Ravaglis Buch „Unter Hammer und Hakenkreuz. Der völkisch-nationalsozialistische Kampf gegen die Anthroposophie“ ( Stuttgart 2004 ). Die Stärken ( v.a. in Bezug auf die bisher ungenügend erforschten Biographien von Guido List und Hugo Vollrath ) und zentralen Patzer des Buchs hat Helmut Zander in einer Rezension herausstellt:

„In Ravaglis Ausführungen wird deutlich, dass die Anthroposophie nicht umstandslos zur „rechten“ Esoterik gehört, wohin sie von vielen Kritiker aufgrund von Steiners rassistischen Äußerungen gestellt wird; er mahnt hier zu Recht Differenzierungen an. Allerdings ist dies nur eine Dimension des Verhältnisses der Anthroposophie zu ihren Gegnern. Ravagli benennt zwar die Unterschiede der Anthroposophie zu diesen völkischen Esoterikern, er dokumentiert Steiners Kritik an ihnen, aber Berührungen und Überschneidungen im Denken Steiners marginalisiert er. (…) So entsteht ein Bild, in dem Steiner als Lichtgestalt auf der guten Seite steht, der als Kämpfer „gegen Autoritätsglauben“ (S. 280) und gegen den Nationalismus (S. 333) erscheint (…) Über Steiners Antijudaismus, seine autoritären Führung, seine Völkerstereotypen oder seine Demokratiekritik verliert Ravagli kein kritisches Wort. Aufgrund dieser fehlenden Ambivalenz in der Deutung Steiners fällt ein fahles Licht auf Ravaglis Materialsammlung…

Unter Hammer und Hakenkreuz: zwischen Wissenschaft und Heiligsprechung

„Unter Hammer und Hakenkreuz“: zwischen Wissenschaft und Heiligsprechung

Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen in dem Buch sind stereotyp und einfach: Steiner als keusche, bedrohte und tragische „Lichtgestalt“ in einer von „Pseudotheosophen“ und Nazis bedrohten Welt, heutige AnthroposophInnen, die sich heute gegen „böse“ „Linke“ erwehren müssen…

1994 hatte Ravagli es noch als Merkmal von „Sekten“ beschrieben, im Befremden der „Außenwelt“ eine feindlich gesinnte Verschwörung zu sehen und gefordert: „…Erst wenn sich die anthroposophische Tradition von der puristischen Verschwörung gegen die Öffentlichkeit befreit, wird sie Eingang in diese Öffentlichkeit finden.“

2004 hat Ravagli sich offenbar selbst in eine solche Verschwörungstheorie eingenistet und seine frühere Forderung dabei offenbar in deren Bequemlichkeit vergessen. Er fabuliert eine „Verschwörung“ zur Vernichtung der Anthroposophie herbei: Meist „linksextreme“ „Kryptohistoriker“ und „Verschwörungstheoretiker“ wollten seit der angeblich „entgültigen historischen Erledigung der kommunistischen Utopien“ die Anthroposophie diskreditieren, und zwar aus Eifersucht:

„Thesen, die in der Frustration gescheiterter Linker angesichts anthroposophischer Erfolgsgeschichten ihren Ursprung haben, geistern inzwischen auch in von katholischen Theologen verfassten Beiträgen wissenschaftlicher Handbücher herum.“ (Hammer und Hakenkreuz, a.a.O., S. 9f.)
Bei letzteren sind die Arbeiten des Religionswissenschaftlers Zander gemeint. Die „Linksextremisten“ und ihre katholischen Marionetten seien in ihrer Kritik an Steiners Rassismus, den es nach Ravaglis Ansicht nie gegeben hat, „den völkischen Anhängern des Mythos der jüdischen Weltverschwörung geistig verwandt“ (S. 11) – wieso auch immer. Gewiss gibt es üble Diffamierungen der Anthroposophie. Aber vielmehr weist hier Ravaglis phobische Behauptung Verwandtschaft mit jedem Typ von Verschwörungstheorien auf. Neben solchen Unterstellungen und Diffamierungen findet aber keine sachliche Diskussion der kritisierten Behauptungen statt. Zander konterte deshalb in seiner oben zitierten Rezension: „Von den einschlägigen wissenschaftlichen Werken werden zwar einige genannt, aber eine Auseinandersetzung mit Interpretationsproblemen unterbleibt, (…) wer die wissenschaftliche Literatur kritisiert, muss sich auch mit ihr auseinandersetzen.“

Wieder hat Ravagli 10 Jahre früher die passende Entgegnung auf seine eigenen Mythologeme geliefert: „Diese Theorien sind ein Ersatz für die Erkenntnis wirklicher Zusammenhänge.“

„Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit“

In einer weiteren Publikation bemühte Ravagli sich neben der Diffamierung von GegnerInnen vor allem, Rudolf Steiner vom Vorwurf des Rassismus reinzuwaschen. ( „Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit – Anthroposophie und der Rassismusvorwurf“, Stuttgart 2002 ) Zusammen mit seinem Co-Autor Hans-Jürgen Bader vom BdFW erklärte Ravagli etwa, als Steiner von „Degeneration“ und karmischer Notwendigkeit der Ausrottung der Indianer sprach, habe er lediglich von EuropäerInnen übertragene Seuchen gemeint, seine Ausfälle gegen „Hottentotten“ und „Negerromane“ seien bloße Scherze und alle sie würden durch Steiners Ich-Philosophie ohnehin aufgehoben.

Das Buch überzeugt sicher unbedarfte LeserInnen und solche, die die Tatsache, dass Steiner sich gegenüber diversen „Rassen“ und „Völkern“ mitunter grausig geäußert hat, auch vorher nicht akzeptieren konnten. Bei einem Vergleich mit den Originaltexten verblassen die Interpretationen jedoch, da die besprochenen Vorträge oft falsch oder tendenziös zitiert werden. Vor allem aber bedienen sich die Autoren eines wenig differenzierten Begriffs von Rassismus. Dieser sei:

„…die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, also die ausdrückliche positive Behauptung, diesen müssten oder dürften aufgrund ihrer Rassenzugehörigkeit bestimmte Menschenrechte nicht gewährt oder entzogen werden.“ (S. 65)

Zwar ist dies bei Steiner in der Tat nicht der Fall. Mit dieser Rassismusdefinition wird aber die Existenz von „Rassen“ bzw. „Rassenzugehörigkeiten“ keineswegs in Frage gestellt. Und von da ist es zu „Rassencharakteren“ und „-Missionen“ nurnoch ein Schritt. Die Stereotype Steiners werden also letztlich akzeptiert. Gelegentlich fand sich deshalb gottseidank auch hier Widerspruch gegen das apologetische Unternehmen bei anderen AnthroposophInnen, siehe etwa Ralf Sonnenberg: Vergangenheit, die nicht vergehen will (und dazu Von „Nicht vergehender“ Vergangenheit).

„Falsche Propheten“

Noch makaberer als die Umtriebe in „Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit“ erscheint freilich Ravaglis Zusammenarbeit mit dem damaligen NPD-Funktionär Andreas Molau ( heute DVU ), der acht Jahre als Waldorflehrer tätig war. Mit diesem gemeinsam schrieb er das Buch „Falsche Propheten. Anthroposophie und völkisches Denken. Eine Abgrenzung in Form eines Briefwechsels“, dessen tatsächliche Veröffentlichung er aber kurz vor der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2007 verhinderte – weil „ein Buchprojekt mit einem bekennenden Rechtsaußen derzeit von der Öffentlichkeit im falschen Kontext bewertet werden könnte“ ( so Ravagli gegenüber stern.de ) Auf amazon.de titelt die Produktbeschreibung nach wie vor:

„…sowohl die Linke, die versucht, Steiner als Rassisten und völkischen Nationalisten abzustempeln, als auch die Rechte, die versucht, ihn zu vereinnahmen, befindet sich auf dem Holzweg. Falsche Steiner-Bilder sind da wie dort verbreitet. (…) Ravagli führt in diesem Buch eine Diskussion mit einem führenden Rechtsintellektuellen, Andreas Molau, der glaubt, die Anthroposophie völkisch-national deuten zu können.“

Ravagli glaubte offenbar, in dieser Publikation zu zeigen, dass Steiners Anthroposophie nichts mit den Vorstellungen völkischer Gruppierungen zu tun hat. Eine Unterstellung, die nicht nur schlicht falsch ist, sondern deren Umsetzung Ravagli offenbar auch selbst nicht überzeugte, als er das Buch zurückzog. So konnte er zwar nicht verhindern, dass pikante Zitate aus seinem Buch an die Öffentlichkeit gelangten ( nämlich bei der AAG „altem Ego“ NWA ), bemüht sich aber nach Kräften, mit allen mobilisierbaren juristischen Mitteln und Instanzen und unter Berufung auf alle möglichen Rechte, das weitestgehend zu unterbinden (NPD-Blog).

„Zanders Erzählungen“

Das neueste Meisterstück in der Ravagli’schen Verschwörungstheorie ist sein Buch „Zanders Erzählungen“ (Berliner Wissenschaftsverlag, 2009), in dem er versucht, die „Basisthesen“ von Helmut Zanders Standardwerk „Anthroposophie in Deutschland“ zu „dekonstruieren“. Zanders historische Kontextualisierung von Steiners Werk sei in Wahrheit der Versuch „statt den Engel das Tier im Menschen zu sehen, statt das höhere Ich den Doppelgänger…“ (S. 45) Ich will nicht unfair sein: Es gibt in Zander Pionierarbeit Fehler, Einseitigkeiten und Irtümer, die mensch zurecht kritisieren kann. Es handelt sich dabei aber um Detailfehler, die abzuarbeiten Zanders gesamtes Werk keinesfalls disqualifiziert. Leider sind die Anschuldigungen Ravaglis auch hier wieder tendenziös und arbeiten an Methode und Absicht Helmut Zanders in der Unterstellung einer „Zertrümmerungsabsicht“ völlig vorbei. Schade, denn so wird die nötge Auseinandersetzung mit dieser Arbeit fast zur Gänze verschenkt. Wieder fände sich in Ravaglis Text von 1994 über „Anthroposophische Mythologeme“ die perfekte Antwort auf diese Aktion:

„Es ist klar, dass auf diesem Boden keine Arbeit erwachsen konnte, die von den akademischen Wissenschaften hätte ernstgenommen werden müssen. Die sog. Wissenschaftliche Arbeit auf anthroposophischem Feld [ und leider auch „Zanders Erzählungen“ von Ravagli – A.M. ] befindet sich zudem häufig, was die praktizierten Methoden anbelangt, auf dem Niveau der frühchristlichen Apologetik und Patristik.“

Besonders krass sind aber Ravaglis vermeintliche „Dekonstruktionen“ der von Zander sehr fair dargestellten Debatte um Steiners Rassentheorie ( „Anthroposophie in Deutschland“, S. 631-37 ). Steiners Ausführungen in „Aus der Akasha-Chronik“ über vermeintliche niedere „Menschenrassen“ als „heruntergekommene Nachfahren einstmals höherstehender Menschenformen“, bei denen auch „das Innenleben (…) verkommen“ sei, „weil es sich in der verfestigten äußeren Leiblichkeit nicht ausleben konnte.“, erklärt Ravagli zu einer „Studie Steiners über die Metamorphosen der Lebenskraft (…), deren unterschiedliche Ausprägung den Inhalt der einzelnen Entwicklungsstufen der atlantischen Menschenvorfahren bildet. Diese (…) wiederum werden nicht mit anthropologischen Begriffen beschrieben, sondern mit Begriffen, die ihre Seeleneigenschaften und die spezifischen Kulturformen charakterisieren, die aus diesen Seeleneigenschaften hervorgegangen sind. (…) Alle Kulturen entstehen und vergehen, so wie der einzelnde Mensch entsteht und vergeht.“ ( S. 277 f. ) Ravagli bringt es auf den Punkt: Steiner meinte „Seeleneigenschaften“ und „Kulturformen“, nicht rein physische Unterschiede, aus denen sich allenfalls der Geist befreien könne.

Zanders Erzählungen: Tragischer Dekonstruktionsversuch

„Zanders Erzählungen“: Tragischer „Dekonstruktions“versuch

Als nächstes entscheidet Ravagli sich aber doch anders und weist“Rassen“ dem rein körperlichen Wesen des Menschen zu. Er zitiert aus einem berühmtberüchtigten Arbeitervortrag Steiners folgende Zeilen, um zu zeigen, dass auch Steiner das so sah (und sich deshalb nie rassistisch geäußert haben könne): „Sehen Sie, meine Herren, alles dasjenige, was ich Ihnen [über vermeintliche „Rasseneigenschaften“ – A.M. ] jetzt geschildert habe, das sind ja Dinge, die im Leibe des Menschen vor sich gehen. Die Seele und der Geist sind mehr oder weniger unabhängig davon. ( GA 349, S. 62, bei Ravagli zit. auf S. 288 )
Indem er dies zitiert, will Ravagli also suggerieren, Seele und Geist des Menschen hätten in Steiners Darstellung mit der „Rasse“ nichts oder wenig zu tun. Steiner sagt allerdings das genaue Gegenteil davon, wie ersichtlich wird, wenn mensch auch die Schlussfolgerungen Steiners aus dieser angeblichen Tatsache ebenfalls zitiert ( die von Ravagli wiedergegebenen Sätze unten grün ):

Sehen Sie, meine Herren, alles dasjenige, was ich jetzt geschildert habe, das sind ja Dinge, die im Leibe des Menschen vor sich gehen. Die Seele und der Geist sind mehr oder weniger unabhängig davon. Daher kann der Europäer, weil ihn Seele und Geist am meisten in Anspruch nimmt, Seele und Geist am meisten verarbeiten. Der kann es am ehesten vertragen, in die verschiedenen Erdteile zu gehen.“ ( GA 349, S. 62 )

Damit weist Steiner den nichteuropäischen „Rassen“ einen Platz im Leiblich-Materiellen zu, während EuropäerInnen von Seele und Geist am meisten Gebrauch machen könnten. Werden sie folglich „Materialisten“, sei dies freilich schlimmer als bei den anderen „Rassen“. Durch das „Schaffen am Geiste“ sind EuropäerInnen für Steiner allerdings gegenüber den anderen ausgezeichnet. Auf dieser Rhetorik ruht auch Steiners Phantasie, dass „Gelbe“ und „Schwarze“ es im Gegensatz zu „Weißen“ nicht „vertragen“ könnten, in andere Erdgegenden gehen könnten, ohne ( zu „Braunen“ und „Roten“ ) zu degenerieren.

Steiner skizzierte seine Ansichten über Rassen ( GA 349, 1923 )

Steiner skizzierte seine Ansichten über „Rassen“ ( GA 349, 1923 )

Steiners Rassentheorie – die natürlich für diesen leider keine Theorie, sondern Ergebnis „höherer Einsicht“ war – korrespondiert schließlich ( s.o. ) eindeutig mit dem anthoposophischen Evolutionsmodell. Dort wird sie freilich durch Steiners Christologie, seine Vorstellungen über die Göttlichkeit des „Ich“ und den Reinkarnationsgedanken relativiert, aber nicht aufgehoben! Auch nicht, wenn Steiners antinationalistische und esoterisch-christologische Aussagen Seiten über Seiten zitiert werden. Vielmehr sollten gerade diese Anlass dazu sein, sozialdarwinistische Implikationen des anthroposophischen Entwicklungsdenkens endlich über Bord zu werfen. Auch eine Distanzierung von einzelnen Äußerungen ändert an dem nämlich nichts.

Flecken, die anhaften

Mit seinen Darstellungen und Aktionen nützt Ravagli weder der Anthroposophie noch der Waldorfpädagogik noch sich. Er bringt vielmehr alle drei immer nur mehr in Verruf, auch, wenn anthroposophische SympathisantInnen wohlmeinende Solidaritätsbekundungen verfassen (Was hat man dir, du armes Kind getan?) und er Selbstinterviews auf seinem Anthroblog betont:

„Der Nationalsozialismus war die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Die von ihm begangenen Verbrechen sind unverzeihlich. (…)Jeder der heute an diese schreckliche Episode der Geschichte positiv anknüpft oder die nazistische Ideologie zu rechtfertigen oder zu verharmlosen sucht, wird zu Recht ins Abseits gestellt.“

Parallel zu diesen begrüßenswerten Positionierungen veröffentlichte Ravagli das Schlusskapitel seines Buchs „Unter Hammer und Hakenkreuz“ (Nationalsozialismus als Entfesselung einer Massenpathologie) in dem er den Nationalsozialismus als dämonisches Phänomen interpretiert, sich aber auf einen gewissen Karl Heyer beruft, der betonte, wie sich auch „die Kräfte des Bösen“ letztlich „sinnvoll“ in den „großen Gang der Geschichte“ einfügten, wie die NWA nach der Veröffentlichung dieses Schlusskapitels konterten ( freilich nicht, ohne dies rhetorisch zum letztlich zentralen Inhalt der Waldorfpädagogik als vermeintlicher „Erziehung im Sinne des antidemokratischen und rassistischen Sektenführers“ Steiner weiterzubasteln. )

Die Gefahr dieser esoterischen Ausdeutung des Nazi-Terrors, wie sie Ravagli von Heyer übernimmt, aber auch selbst fleißig produziert, hat Nickolas Goodric-Clarke als weit größere Gefahr auch für alle Nichterleuchteten der Gegenwart enttarnt. Er zeigt eine seit den Dreißigern immer breiter wuchernde Literatur an „Nazi-Mysterien“ auf:

„…Bemühungen (…), den Nationalsozialismus entpolitisierend und enthistorisierend mit Religiösem, Okkultistischen, Esoterischem, Mythischem und dergleichen in Verbindung zu bringen und diese metaphysischen Bezüge als ‚wahres Wesen‘ der braunen Bewegung hinzustellen. (…) Der Leibhaftige möglicherweise, ein dualistischer Krieg im Himmel vielleicht [ etwa der von AnthroposophInnen in diesem Zusammenhang manchmal beschworene zwischen Michael und Ahriman im 19. Jahrhundert bzw. Christuslamm und Sorat – A.M. ], unbedingt aber satanische Inspiration und der versuchte Einsatz dunkler Kräfte. (…) Die Gefahr dabei: Es wird zu leicht geglaubt. (…) Zwar liegt den meisten Nazi-Mystifikatoren gewiss der Vorsatz fern, Nazi-Apologie zu betreiben, doch nutzen Interessierte deren Mystifikationen längst genau in diesem Sinne. (…) Die geächteten Führer des Nationalsozialismus und ihre Ideen erscheinen jetzt wie verbotene Götter eines dunklen Reichs – ein Faszinosum für nicht wenige, die der Reiz des Verbotenen lockt.“
( Nicholas Goodrick-Clarke: „Im Schatten der Schwarzen Sonne. Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung“, auf deutsch erschienen im Marix-Verlag, Wiesbaden 2009, S. 264f. )

Die „spirituelle“ Ader geschichtlicher Symptomatologie sollte sich von solchem okkulten Unfug schon längst abgegrenzt haben (in Bezug auf viele solcher Einstellungen zu den Nazis unter AnthroposophInnen geschah dies in Beiträgen von Arfst Wagner, Christoph Lindenberg oder Jens Heisterkamp in den 90ern, nie aber gegenüber Heyer, und auch Kritik an Ravagli wurde unter AnthroposophInnen öffentlich kaum erhoben, eine erfreuliche Ausnahme bildeten einige Artikel von Ralf Sonnenberg, s.o., aber auch bei Hagalil und in der Zeitschrift „Novalis“ 2003) Der braune Sumpf hinterlässt auch und gerade dann Flecken, wenn mensch versucht, ihn ( als stümperhaften Abgrezungsversuch ) wegzuphilosophieren, wie sich am Beispiel Lorenzo Ravagli zeigt. Flecken, die anhaften.

Advertisements

Entry filed under: Anthroposophie & Rassismus, Hintergründe, Lorenzo Ravagli, Nachrichten.

“Vollgas mit Handbremse“ (5.): Schule für Menschen Der Schatten einer Seifenblase oder: Warum dieses Blog?

75 Kommentare Add your own

  • 1. Helge Mücke  |  15. Juli 2009 um 7:56 am

    Sehr erhellend – danke!

    Antwort
  • 2. Helga  |  15. Juli 2009 um 9:41 am

    Danke!!!

    Antwort
  • 3. Lola  |  15. Juli 2009 um 9:54 am

    @ Helge Mücke

    könnten Sie bitte ausführend, was Sie mit „Sehr erhellend“ meinen?

    Würden Sie sich nach diesem Artikel Ansgar Martins öffentlich von Lorenzo Ravagli distanzieren?

    Auf Ihrer homepage verlinken Sie zum „Anthro-Antiquariat“ von Ruth Jäger:

    http://anthroposophisches.wordpress.com/

    Hier gibt es Artikel, die Ravaglis Propaganda unterstützen, völlig undifferenziert für ihn werben. Vielleicht einfach nur, weil Ruth Jäger weiter Ravaglis Bücher verkaufen will? Was sagen Sie dazu?

    Antwort
  • 4. Cardinal  |  15. Juli 2009 um 10:45 am

    Nanu, du wirst ja hier richtig fleißig. So viele Artikel gabs auf namenstaenzer.de nie auf einmal. Kein schlechter Artikel aber manches ist komisch, zB die „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ als „alten Ego“ der Anthroposophischen Gesellschaft zu betiteln.

    Antwort
  • 5. Lola  |  15. Juli 2009 um 11:16 am

    @ Cardinal

    ausser „komisch“ fällt dir nichts ein?

    (was ist das für ein bekloppter nick? bist du Anthro?)

    Antwort
  • 6. Christoph Kühn  |  15. Juli 2009 um 11:27 am

    Lieber Ansgar,

    welche „sozialdarwinistischen Implikationen“ sollten aus dem anthroposophischen Entwicklungsdenken entfernt werden? Könntest du zwei, drei davon auflisten?

    Grüße, Christoph

    Antwort
  • 7. Helge Mücke  |  15. Juli 2009 um 12:31 pm

    @ Lola: Erhellend war für mich zum Beispiel der Vergleich zwischen Ravaglis früheren und jetzigen Aussagen. (Alle begründenden Einzelheiten kann ich hier natürlich nicht wiedergeben, das würde die Kommentarfunktion überlasten.)
    Ich würde mich nicht von einer Person insgesamt distanzieren, pauschal macht das keinen Sinn, nur von den kritisierten Aussagen.
    Wenn ich eine Queradresse einer Seite aus dem Umkreis angebe, muss ich nicht mit jedem Artikel dort übereinstimmen.

    Antwort
  • 8. Ansgar Martins  |  15. Juli 2009 um 6:06 pm

    Hallo,

    @ Lola

    Wieso bekloppter Nick? Wir wollen ja hier nicht wieder beleidigend werden

    @ Helge Mücke

    Sehe ich ähnlich. Kommunikative Aufarbeitungen sind in dieser Hinsicht sicher günstiger, weil produktiver

    @ Christoph:

    Hätte ich vielleicht näher ausführen sollen:

    – „Die Notwendigkeit führt die Entwicklung vorwärts“. Warum?

    – Warum müssen Naturvölker sich „höher“entwickeln?

    – Wieso darf jemand urteilen, es gäbe „richtig“ und „falsch“entwickelte?

    – Die psychotische Sicht Steiners auf Tiere als aus der Evolution herausgefallene, „heruntergekommene“ Wesen

    Das ist natürlich kein „survival of the fittest“-Darwinismus, aber ein Evolutionismus mit diskriminierenden Konsequenzen.

    Dieselbe Problematik besteht natürlich ebenso bei Ken Wilber und Konsorten oder vielen Philosophen des deutschen Idealismus. Überall, wo BewusstseinsVERÄNDERUNG einseitig zu HÖHER-Entwicklung erklärt wird, und dabei übersehen, dass nicht nur ein Gewinn, sondern eine schlichte Umlagerung stattfand. In Steiners esoterischem Kosmos treten natürlich krassere Beispiele auf, vermischt mit den sicher zeitgebundenen Begrifflichkeiten von „Rassen“.

    Antwort
    • 9. Leuthel  |  16. Juli 2009 um 5:52 am

      > Überall, wo BewusstseinsVERÄNDERUNG einseitig zu HÖHER-Entwicklung erklärt wird, und dabei übersehen, dass nicht nur ein Gewinn, sondern eine schlichte Umlagerung stattfand.

      Ausgezeichnet eingedampft! => Knackpunkt aller westlichen Esoteriken

    • 10. Christoph Kühn  |  19. Juli 2009 um 6:49 pm

      Lieber Ansgar!

      Wie ich sehe, ist die Debatte unten einwenig abgeschweift. Ich versuche mal dran zu bleiben:

      – “Die Notwendigkeit führt die Entwicklung vorwärts”. Warum?

      Ich sehe an dieser Vorstellung nichts Verwerfliches. Aber natürlich wäre auch eine Seitwärts- oder Rückwärtsentwicklung vorstellbar. Warum möchtest du diesen Satz aus dem anthroposophischen Entwicklungsdenken entfernen?

      – Warum müssen Naturvölker sich “höher”entwickeln?

      Müssen sie das denn gemäß anthroposophischen Entwicklungsdenkens. Und wenn ja, betrifft dies nur speziell „Naturvölker“?

      – Wieso darf jemand urteilen, es gäbe “richtig” und “falsch” entwickelte?

      Ich halte Genitalverstümmelung für eine falsche kulturelle Entwicklung. Ist das rassistisch?

      – Die psychotische Sicht Steiners auf Tiere als aus der Evolution herausgefallene, “heruntergekommene” Wesen

      Puhh, es fällt mir schwer, das als Problem zu sehen. Rassismus gegen Tiere?

      Liebe Grüße,
      Christoph Kühn (ich poste nicht als „Christoph“, sondern als „Christoph Kühn“)

    • 11. Ansgar Martins  |  19. Juli 2009 um 7:27 pm

      Hallo Christoph,

      Schön. =) Ich dcahte du wärst ausgestiegen. =)

      1.

      > „Die Notwendigkiet führt die Entwicklung vorwärts.“
      > Warum möchtest du diesen Satz aus dem
      > anthroposophischen Entwicklungsdenken entfernen?

      Weil er unzutreffend ist, bzw. aus einer einseitigen normativen Perspektive formuliert. Mensch kommt zu einem bestimmten linearen Geschichtsbild, schnell dazu, zu sagen, was „richtig“, „falsch“ entwickelt bzw. hinter der zwingenden „Notwendigkeit“ zurückgeblieben ist. So ist das etwa bei Hegel oder eben der gesamten anglo-indischen Theosophie.

      2.

      >“ Wieso darf jemand urteilen, es gäbe “richtig”
      > und “falsch” entwickelte?“
      >
      > Ich halte Genitalverstümmelung für eine falsche
      > kulturelle Entwicklung. Ist das rassistisch?

      Nö, aber magisch-naturreligiöse Kulturen als solche ( da nicht auf dem „richtigen“ Stand des „Deutschen Idealismus“ ) als falsch, die „Wilden“ als „heruntergekommene Menschenformen“ etc. zu sehen, ist rassistisch und wieder einseitig.

      3.

      > Die psychotische Sicht Steiners auf Tiere als
      > aus der Evolution herausgefallene, “heruntergekommene”
      > Wesen
      >
      > Puhh, es fällt mir schwer, das als Problem zu sehen.
      > Rassismus gegen Tiere?

      Speziezismus. Es geht wieder um eine normative, dogmatische, mental fixierte Haltung, in der „das Tier“ für niederes, minderes steht. Stattdessen müsste es darum gehen, eine integrierende, pluralistische Haltung gegenüber der Welt zu haben. Nicht zu WERTEN, sondern alles als „göttlich“ erfahren zu können, was einem/einer begegnet. Dann braucht es keine metaphysischen „Evolutionen“ und dutzende übersinnliche Ebenen und Hüllen mehr, sondern nur Ehrfurcht, Liebe zur Größe jeder Erscheinung, jedes Wesens, dem Kosmos als Ganzem.

      Dann geht es nicht länger um das Erreichen von Vollkommenheit ( Höher-Entwicklung ), sondern von Vollständigkeit ( die nicht wertet, sondern integriert ).

      vgl. Jean Gebser http://www.amazon.de/Gesamtausgabe-02-Ursprung-Gegenwart-1/dp/3907160029/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1248031419&sr=8-1

    • 12. Ansgar Martins  |  19. Juli 2009 um 7:30 pm

      Ach ja, siehe auch den Kommentar von Leuthel und meine Antwort unten ( Kommentare 16/17/24/25)

    • 13. Christoph Kühn  |  19. Juli 2009 um 10:42 pm

      zu 1) Steiners Gerede von etwaigen „Notwendigkeiten“ kann nerven, ja. Es erinnert an den Marxismus-Leninismus, wonach sich ebenfalls alles nach „Notwenidigkeiten“ entwickeln muss. Es wirkt engstirnig.

      zu 2) Rassistische Diskriminierungen zu benennen und zu kritisieren, ist selbstverständlich. Aber wie ist es denn mit jenen steinerschen „heruntergekommenen Menschenformen“: Haben sie eine Chance zur Weiter- oder „Höher“-Entwicklung? Oder bleiben sie nach Steiner für immer „heruntergekommen“?

      zu 3) „Nicht zu WERTEN, sondern alles als “göttlich” erfahren zu können, was einem/einer begegnet.“ Das erscheint mir als ein schier unmögliches Unterfangen. Was ist falsch am Werten?

    • 14. Jörg Thomsen  |  11. Dezember 2009 um 11:56 am

      man muß kein Idealischer sein, um hier sagen zu dürfen:

      Mir erscheint das „alles“ als eine längst fällige, jedoch hier scheinbar von einer Folge-Folge-Genaration ausgeübte Tiefenanalyse und -verarbeitung Nationalsozialistischen Deutschtums auf naivem Niveau.

      Sei’s d’rum, nur, leider, vergebens, wenn nicht die Begegnung(!)
      in/mit der Wahrnehmung gefunden scheint.
      Ganz im „Ernst“: ein Schwein sagt (jetzt und hier und täglich) mehr als tausend Steinerzitate.
      Eine gesteinigte Araberfrau mehrals das „alte Testament“.
      Ein israelischer Backstein mehr als die Thora.
      Der Blick eines Inuit oder Franzosen mehr als die Charta der „VereintenNationen“.

      Anti-Steiner Nazismus ? AnthroFaschismus ? Oder was ?

      Solange man eine Weltanschauung sucht oder verteidigt versagt
      das Welt_Anschauen… und sie verdurstet.

      LG.

  • 15. Christoph  |  15. Juli 2009 um 6:14 pm

    „welche “sozialdarwinistischen Implikationen”

    Hhhmmm – vielleicht die, dass die minderbemittelten „Rassen“ wegsterben und die „Weißen“ am Geiste schaffen?

    Antwort
    • 16. Ansgar Martins  |  19. Juli 2009 um 11:12 pm

      [ Antwort auf Christoph Kühn, Kommentar 13]

      zu 1)

      > Es erinnert an den Marxismus-Leninismus, wonach
      > sich ebenfalls alles nach “Notwenidigkeiten” entwickeln
      > muss. Es wirkt engstirnig

      Ja, das auch. Und wenn ich immer auf ein fernes notwendiges Ziel schaue ( gerade bei spirituellem Anspruch ), übersehe ich nicht auch, wo Geist in der allgegenwart des Jetzt wirkt?

      Zu 2.)

      > Haben sie eine Chance zur Weiter- oder “Höher”-
      > Entwicklung? Oder bleiben sie nach Steiner für
      > immer “heruntergekommen”?

      Ihr Geist könnte sich nach Steiner zum Christusimpuls wenden und damit aus der niedrigen Seinsstufe aufsteigen. Aber trotzdem werden dabei die Schätze ganzer Kulturen denunziert. Ich persönlich glaube, dass es nötig wäre, magisch-naturreligiöses, mythisch-polytheistisches, mental-monotheistisches bzw. rationalistisches eben gleichberechtigt als realisationsarten nebeneinanderzuschauen, dass sie aufeinanderhin transparent werden können. Dann braucht „Christus“ keine normative Seinshöhe.

      Zu 3.) Ja, es ist sicher ziemlich unmöglich. Dafür gibts ja dann Meditation^^ Aber der Versuch, die Seinswirklichkeit in ihrer Gesamtheit als göttlich wahrzunehmen oder vorzustellen erscheint mir sinnvoller als (polemisch ausgedrückt ) psychische Konstrukte aufzubauen, um diese Göttlichkeit esoterisch zu erklären und dabei Wesen in evolutive Schubladen zu sortieren.

    • 17. Christoph Kühn  |  20. Juli 2009 um 9:59 pm

      zu 2) Also scheinen die christologischen Elemente im anthroposophischen Entwicklungsdenken das Problem zu sein. Da sind wir doch schon einen Schritt weiter. 🙂

      zu 3) Du präferierst offenbar prinzipiell eher eine nichtevolutive Weltanschauung, das ist okay. Steiner dagegen vertrat ein Entwicklungsdenken. Welche Relevanz das in seinem Gesamtwerk hat und in welcher Schaffensphase es zuerst auftritt, wäre interessant.

    • 18. Ansgar Martins  |  21. Juli 2009 um 8:40 am

      zu 2) Nein. Das Problem ist, das auch Christus einfach zu einer bestimmten Entwicklungsstufe auf dem einzig gangbaren linearen Weg der Geschichte gesehen wird. Das Problem ist iese Sicht auf die „Evolution“ als zwingende Notwendigkeit.

      Ein weiteres Problem ist natürlich, das Evolution ebensoschlecht wie Höherentwicklung für die Formen menschlichen Bewusstseins und ihre historischen Übergänge benutzt werden kann.

      zu 3) Ich hab nichts gegen Evolution, ich glaube aber sie ist ein Spiel des Göttlichen, nicht seine primäre Manifestationsart auf immer neuen Stufen der Heiligkeit. Steiner war doch in der prätheosophischen Phase Fan von Haeckel und Co, also sicher recht „evolutiv“. Von „höher“ oder „niedriger“ in diesem Zusammenhang spricht er aber m.W. erst in der „Mystik im Aufgang…“

      Was hälst du denn von Evolution und Geist?

  • 19. Lola  |  15. Juli 2009 um 6:59 pm

    @ Helge Mücke

    Sie schreiben: „Erhellend war für mich zum Beispiel der Vergleich zwischen Ravaglis früheren und jetzigen Aussagen.“

    Soll ich Ihnen sagen was der Unterschied ist? 1994 gab es in Deutschland noch nicht die öffentliche Diskussion zu Rudolf Steiner, die es heute gibt. Da wussten nur Insider, dass Steiner ein Rassist war, heute steht es in Publikationen des Deutschen Bundestags.

    Sie schreiben: „Ich würde mich nicht von einer Person insgesamt distanzieren, pauschal macht das keinen Sinn, nur von den kritisierten Aussagen.“

    Was soll das sein? Wir üben ein wenig Kritik und danach „Business as usual“? Sie sind total unglaubhaft. Auch was Ihre Ausrede zum „Anthro-Antiquariat“ angeht: Frau Ruth Jäger verkauft Lorenzo Ravagli!

    Stellen Sie doch mal dar, warum das o.k. sein soll – mit einigen „begründenden Einzelheiten“ – Platz genug ist hier.

    Antwort
  • 20. Lola  |  15. Juli 2009 um 7:09 pm

    @ Helge Mücke

    Damit wir wissen, worüber wir reden:

    http://www.bundestag.de/dasparlament/2009/26/PolitischesBuch/24903973.html

    „Rasante Zeiten

    von Nikolaus German

    (…)

    Esoterische Szene

    Eine geistig einflussreiche Figur dieser Zeit war auch Rudolf Steiner, der zu den Idolen der damals überall in Europa aufkommenden esoterischen Szene gehörte. Als Begründer der Anthroposophie in Deutschland war Steiner der Guru einer riesigen Jüngergemeinde. Bis heute steht er als geistiger und geistlicher Ahnherr bei den deutschen Anthroposophen in hohem Ansehen. Steiners angebliche Schauungen der transzendenten Welt und übersinnlichen Erfahrungen wurden allerdings von etlichen seiner Zeitgenossen kritisch beurteilt, etwa von Albert Einstein („Hokuspokus“) oder Hermann Hesse („ungenießbar“). „Bedenken Sie doch diesen Unsinn: Übersinnliche Erfahrung. Wenn schon nicht Augen und Ohren, aber irgendeinen Sinn muss ich doch gebrauchen, um irgend etwas zu erfahren“, echauffierte sich Einstein.

    Was auf die Gestalt Steiners einen Schatten wirft, ist indes weniger seine obskure Esoterik. Bedenklich ist vielmehr – was heute die wenigsten Steiner-Jünger wahrhaben wollen – dass dieser „traurige Prophet“ und „selbsternannte Visionär“ (Blom) ein ausgesprochener Rassist war, der die Überlegenheit der „arischen“ weißen Rasse predigte und die Minderwertigkeit der Schwarzafrikaner, der „triebhaften Neger“. Steiner siedelte die „Neger“ in seiner hierarchisch aufgebauten Rassenlehre knapp über, manchmal sogar unterhalb der Stufe von Tieren an. Das erweist Steiner als einen Geistesverwandten des national-sozialistischen Rassenwahns und arischen Herrenmenschentums. Freilich hatten sich damals die Ideen von Rasse und Volk in vielen Köpfen festgesetzt, selbst Intellektuelle waren nicht frei davon. Das betrifft auch den weit verbreiteten Antisemitismus.

    Dass Rudolf Steiner und andere rassistische Esoteriker (Liebenfels, List) von Blom als „Mystiker“ bezeichnet werden, ist allerdings ganz verfehlt, ein arger Missgriff. Es zeugt von Unkenntnis des Wesens der Mystik. Ein kleiner Makel in diesem sonst ausgezeichneten Buch.“

    Antwort
  • 21. Ansgar Martins  |  15. Juli 2009 um 7:27 pm

    Hallo zusammen,

    Ich habe diese Seite aufgemacht, weil ebensolche Anmerkungen zu ähnlichen Themen auf namenstaenzer.de ausgeufert sind.

    Ich werde hier keine beleidigenden und persönlichen Angriffe veröffentlichen, überlegt Euch also, was ihr schreibt.

    Viele Grüße,

    Ansgar Martins

    Antwort
  • 22. Leuthel  |  16. Juli 2009 um 5:46 am

    Die Diskussion ist von vornherein auf dem falschen Dampfer, solange „ad personam“ argumentiert wird.

    Um inhaltsbezogen und thematisch aufzulösen, würde ich lieber Fragen stellen wollen (durchaus auch an mich selbst als „Westler“):

    1)
    Haben wir als Menschen der „westlichen“ Kultur das alleinige Anrecht auf Deutungshoheit, wie „Menschheit“ kulturell zu leben hat? Wieso muß man eigentlich erst alle heutzutage an „Menschheit“ Beteiligten sinnvoll und verbindlich befragen, bevor man kolonialistische Ideologie-Versatzstücke des 19. Jahrhunderts erklärt oder unaufgelöst repliziert (oder re-ideologisierend „ablehnt“, „verteidigt“, usw.)?

    2)
    Wieso hat die zumeist christlich fundierte Esoterik des 18./19. Jahrhunderts (und alle folgenden) sich dermaßen in ariosophische Selbstbezüge verkettet – daß man ihre heutigen, zumeist etwas naiven Vertreter praktisch mit dem Kochlöffel aus der Küche treiben muß – in den Kräutergarten der Vernunft?

    3)
    Wieso maßt sich jede Gruppe in dieser Diskussion die alleinige Deutungshoheit über das Therma „war Steiner…?“ an, ohne auch nur im Mindesten daran zu denken, daß die eigentlich zugrundeliegende ideologische Differenz – und zwar in Form der Differenz von „Evolutionismus“ als solchem versus „Einmaligkeits-Schöpfungsglaube“ als solchem – den eigentlichen Knackpunkt relevanter Wertungen darstellt („spiritueller Aufstieg“) und Steiner an diesem Punkt schlicht [als er selbst] versagt hat, aber nicht jeder, der Steiner rezipiert, sich dem Versagen auch automatisch anschließt? Hier liegt die grundlegende Differenz, es gibt nämlich keine abschließende Antwort. Jeder für sich.

    4)
    Wieso beginnt niemand (außer tendenziell Ravagli und wenige andere) beim Thema damit, ebendieses Thema nicht einfach usurpieren zu lassen, sondern in direkter Ansprache eines rechten Ideologen wie Molau einigermaßen reflexefrei Argument auf Argument anzubieten, damit diese überhaupt allseitig durch die diskussion mitverfolgende Individuen zerpflückt werden können? Nur auf diese Weise kommt man durchs Thema durch, und Ravagli wird noch lange nicht selbst „rechts-ideologisch“, indem er sich mit einem Vertreter dieser Ideologie unterhält. Das ist so fucking german: „Sprichst du mit Herrn X, dann wirst du wie Herr X“.

    5)
    @ Steinerverteufler
    Laß doch mal deine stupiden Bekenntniseinforderungen gegenüber Dritten weg. Es gibt kein simples „dafür – dagegen“, so einfach ist die Welt nicht – auch deine nicht. 😉

    Antwort
  • 23. Ansgar Martins  |  16. Juli 2009 um 3:35 pm

    Hallo,

    Zu 2) Das ließe sich strukturell über die großen evolutionären Philosophen ( Hegel, Schelling ) zurückverfolgen bis zu den Gnostikern und der aristotelischen Philosophie. Ich glaube, es ist eine bestimmte Haltung, die bestimmte Werte ( lichte, reine, helle, rationale, klare Welt ) über andere stellt, die als niedrig, finster, emotional, triebhaft, mystisch gelten. Eine Norm wird aufgestellt, an der anderes gemessen und abgewertet wird.

    Das alles natürlich grob vereinfacht.

    Auf Steiner angewandt wird das von Jana Husmann-Kastein in einem sehr aufschlussreichen Aufsatz: http://www2.hu-berlin.de/gkgeschlecht/downloads/veranstalt/2006/Husmann-Kastein%20Vortrag%20HU%20210706.pdf

    3) Im intellektuellen Diskurs westlicher Gesellschaften tritt mensch eben gewöhnlich mit einem festen Bündel Positionen an. 😉

    4) Herr Ravagli überschreitet mit seinen Verschwörungsthesen und seiner Apologie gewisse Grenzen der Fairness, Objektivität, Sachlichkeit oder Höflichkeit (s.o) hat Interesse am Gegenteil der Wahrheit?

    5) Danke!!! Insgesamt finde ich aber auch, dass es klarere Positionen gegen sektiererische Strömungen unter anthroposophienahen Menschen geben muss. Sonst ändert sich ja letztendlich nichts.

    Antwort
  • 24. Christoph  |  16. Juli 2009 um 5:34 pm

    „Es gibt kein simples “dafür – dagegen”, so einfach ist die Welt nicht – auch deine nicht.“

    Was ist denn so schrierig?

    Ravagli versteigt mit rabiaten Mitteln Steiners Rassismus. Bei ihm gibt es nur dafür!

    Das kann man teilen und gut finden oder ablehnen.

    Sie sagen stattdessen einfach: die Welt ist zu komplex. Da dürfen wir nicht grundsätzlich was dagegen haben.

    Gilt das nur für Steiner und Ravagli oder generell? Also z.B. auch für Hitler und Molau?

    Antwort
  • 25. Christoph  |  16. Juli 2009 um 5:36 pm

    Der Satz sollte heißen: „Ravagli verteidigt …“

    Antwort
  • 26. Ansgar Martins  |  16. Juli 2009 um 7:21 pm

    @ Christoph

    > Das kann man teilen und gut finden oder ablehnen.

    Zum einen stellt sich ( mir jedenfalls ) die Frage, ob Ravagli Steiners Rassismus in voller Aussage befürwortet, oder ob er selbst daran glaubt, Steiner habe nur rein materielle „Differenzierungen“ beschrieben, die psychisch-mental-intellektuell-geistiges nicht tangieren würden.

    Und eine weitere Frage ist, wie mensch sich als Mensch, der oder die Ravaglis Haltung scheiße findet, dazu öffentlich stellt. Und daist meiner Meinung nach offensives Kontra geboten…

    …- ABER: Auch ich verlinke hier trotzdem auf den BdFW und die Freunde der Erziehungskunst, weil sie wichtig im „Waldorfsektor“ sind. Heißt das für Dich, dass ich für Ravaglis Aktionen bin? Das meinte er glaube ich mit „es gibt kein simples dafür und dagegen“.

    Antwort
  • 27. Christoph  |  16. Juli 2009 um 8:04 pm

    @ Ansgar

    oder ob er selbst daran glaubt, Steiner habe nur …

    Und warum dann das Zurechtbiegen, Fälschen und Unterdrücken von Informationen?

    Auch ich verlinke hier trotzdem auf den BdFW und die Freunde der Erziehungskunst, weil sie wichtig im “Waldorfsektor” sind. Heißt das für Dich, dass ich für Ravaglis Aktionen bin?

    Natürlich nicht. Ich lese ja, was Du schreibst.

    Das meinte er glaube ich mit “es gibt kein simples dafür und dagegen”.

    Keine Ahnung, was er meinte. Deshalb habe ich gefragt.

    Mir klang das eher so, als wollte er sagen: Das bisschen Rassismus reicht nicht, um den großen Steiner zu disqualifizieren und Ravagli zu verurteilen.

    Das hat aber nichts mit der großen weiten Welt zu tun, die er herbeizitiert, um andere als Kleingeister hinzustellen.

    Vielleicht macht er sich ja noch verständlich.

    Antwort
  • 28. lr  |  16. Juli 2009 um 8:39 pm

    Liebe Leser,

    Ansgar Martin war so freundlich, in einem Beitrag zu diesem Blog, der angeblich von mir handelt, auf eine Reihe meiner Publikationen hinzuweisen. Ich kann nur jedem empfehlen, sie zu lesen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Am Besten in chronologischer Reihenfolge. Weitere Titel wie die »Meditationsphilosophie«, »Das Evangelium der Bewusstseinsseele«, ein Buch über Harry Potter und über den »Aufstieg zum Mythos« finden Interessierte durch eine Recherche bei amazon.

    Mit besten Grüßen
    Lorenzo Ravagli

    Antwort
  • 29. Ansgar Martins  |  17. Juli 2009 um 11:24 am

    Lieber Herr Ravagli,

    Zum Einen heiße ich Martins, nicht Martin, und ich leide unter dieser Verkürzung meines Nachnamens, seit ich lesen kann. =)

    > in einem Beitrag zu diesem Blog,
    > der angeblich von mir handelt

    Ich wüsste nicht, wie mensch es besser schafft, dass er von Ihnen handelt. Genauer gesagt ging es aber weniger um Ihre Person, als Ihre Positionierungen in der Rassismusdebatte, und wie sie einer faieren Debatte zuwiderlaufen.

    > Ich kann nur jedem empfehlen, sie zu lesen,
    > um sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    Das empfehle ich auch! Besonders die Stellen über List und den HAO in „Unter Hammer und Hakenkreuz“, das ist interessant, und ich würde zu gern mal „Falsche Propheten“ lesen. Die Bücher sind aber inhaltlich meist sehr tendenziös. Um sich über Steiners Rassentheorie zu informieren, rate ich, Steiner selber zu lesen, nicht irgendwelche Interpretationen. Die einschlägigen Quellen gibt es im Internet zuhauf, auch zu finden über google. Nicht empfehlen kann ich „Zanders Erzählungen“, das hat keinen mir erkennbaren Informationsgehalt.
    Ihre restlichen Werke habe ich noch nicht gelesen, kann sie also weder empfehlen noch ablehnen.

    Sehr zu empfehlen ist der mehrfach zitierte Artikel über anthroposophische Mythologeme!

    @ Christoph

    > Keine Ahnung, was er meinte. Deshalb
    > habe ich gefragt.

    Achso, klingt logisch. =)

    > Das hat aber nichts mit der großen weiten Welt zu
    > tun, die er herbeizitiert, um andere als Kleingeister
    > hinzustellen.

    Tragen Sie’s mit Fassung. Wir können ja über alles reden =)

    Antwort
  • 30. Cardinal  |  17. Juli 2009 um 1:27 pm

    Hey, was ist aus der Diskussion über Evolution und Höherentwicklung geworden.

    Ist die Geschichte also ein Fortschritt oder nicht?

    Antwort
  • 31. Ansgar Martins  |  17. Juli 2009 um 4:54 pm

    @ Cardinal

    Also…

    Meiner ganz persönlichen Meinung nach ist das sicher ein Fortschritt, d.h. ein Fort-Schreiten von irgendwas. Das bringt aber gleichzeitig Bereicherung wie Verlust, ist also keine Höherentwicklung.

    Außerdem impliziert Fortschritt sicher nicht dessen göttliche Vorsehung bzw. sonstwie metaphysische Notwendigkeit. Es ist vielmehr eine von vielen Möglichkeiten. Finde ich.

    Antwort
  • 32. Andreas Lichte  |  18. Juli 2009 um 7:14 am

    Hallo Ansgar,

    auch noch mal direkt zugestellt, statt ins „Brights“-Postfach:

    http://brightsblog.wordpress.com/2009/07/13/anthroposophische-fuhrerherrschaft/#comment-34492

    @ Ansgar Martins

    du schreibst: “Das heißt nicht, dass ich die Umtriebe von Lorenzo Ravagli (…) toleriere.

    Für wen arbeitet denn Lorenzo Ravagli?

    Ravagli ist Redakteur der “Erziehungskunst”, Hauspostille des “Bundes der Freien Waldorfschulen”.

    Für den “Bund der Freien Waldorfschulen” hat Ravagli zusammen mit Hans-Jürgen Bader die Steiner-Verteidigungsschrift “Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit”” geschrieben: DAS Buch für besorgte Eltern … Valium für die Waldorfgemeinde.

    Ich hab mal einem Ex-Kommilitonen, der seine Kinder auf die Waldorfschule schickte, von Steiners Rassenwahn erzählt. Klar, er wurde stinksauer. Dann, nach Monaten, meldete er sich triumphierend: “Ich hab jetzt eine wissenschaftliche Abhandlung von Lorenzo Ravagli gelesen – du hast mir nur Quatsch erzählt!”

    Auf einem Elterninfoabend einer “liberalen” Waldorfschule wurde auch ein Artikel der “Erziehungskunst” von Lorenzo Ravagli als Lektüre empfohlen …

    Siehst du da nicht vielleicht doch einen Zusammenhang mit deiner Schulrealität?

    Wenn du diesen Zusammenhang in deinem Artikel bitte noch erwähnen könntest …

    Antwort
  • 33. Ansgar Martins  |  18. Juli 2009 um 10:30 am

    Ach Andreas…

    > Wenn du diesen Zusammenhang in deinem
    > Artikel bitte noch erwähnen könntest …

    Dafür sicher mal ein eigener Artikel. Der BdFW hofiert Ravagli leider, das stimmt. Und ich kann die Leitung da sicher nicht einfach so umstimmen.

    Deswegen schreibe ich mit meinen bescheidenen Mitteln einen solchen Artikel auf meinem Blog.

    Antwort
  • 34. Helge Mücke  |  20. Juli 2009 um 9:40 am

    @ Lola, Nr. 16 und 17
    (Heute erst weitergelesen … Benachrichtigungsfunktion hat nicht geklappt, vielleicht habe ich noch was falsch gemacht.)
    Tut mir leid, so kann man nicht in ein wirkliches Gespräch kommen.
    Mag sein, dass ich für sie „total unglaubhaft“ bin – aber ich habe eine klare Haltung, nämlich: nicht ideologisch sein zu wollen. Ideologisch wäre es, wenn ich Ravagli pauschal verurteilen würde, obwohl er doch in der zitierten früheren Schrift erhellende Aussagen gemacht hat. Ideologisch wäre es, wenn ich das Anthro-Antiquariat als Link herausnehmen würde, weil dort – in einer Buchhandlung! – auch Ravaglis Bücher verkauft werden. (Woher haben Sie denn Ravaglis Buch, das Sie sicher gelesen haben?) Ideologisch wäre es, wenn ich Steiners Aussagen, die man aus heutiger Sicht nur „rassistisch“ nennen kann (was immer noch nicht berechtigt, Steiner pauschal als Rassisten einzuordnen), verteidigen würde.
    Den Aufsatz des „Parlaments“ kannte ich, er scheint mir – als Buchbesprechung – zu tendenziös, was allerdings im modernen Journalismus üblich ist. (Da ich selber viele Buchbesprechungen geschrieben habe, weiß ich immerhin, wovon ich rede; so würde ich es nicht machen oder zumindest deutlicher kenntlich machen, was Zitat ist.) Offenbar ist auch Bloms Buch selbst tendenziös, eher Streitschrift als Sachbuch, auch das ist heute leider üblich. In diesem Punkt mag das Buch erhellend sein: „Die Generalthese Bloms in seinem 500-Seiten-Werk läuft darauf hinaus, dass die wesentlichsten Kräfte und Ideen, die das 20. Jahrhundert bestimmten, alle schon zu Anfang dieses Jahrhunderts der Moderne im Kern vorhanden waren und sich in der Folgezeit nur noch entfalteten …“ Das kann ich nachvollziehen, seit ich germanistische Arbeiten aus der Zeit zur Siegfriedsage durcharbeiten musste – teils grässlich. Auch bei den Sätzen über Steiner geht es ja um den Zeitbezug. Die „offizielle“ Reaktion auf die Buchbesprechung kann ich nicht in allen Punkten richtig finden – geprägt von „Mythologemen“. Sie sehen, ich habe etwas gelernt … Offenbar haben Sie das, was ich „erhellend“ nannte, nicht wirklich gelesen oder durchdacht; jedenfalls erwecken Sie den Eindruck durch Ihre Antwort.
    Kurzum: Auf Ansgar Martins‘ (Ansgar, ich habe nur ein s weggelassen!) Aufsatz mochte ich deshalb reagieren, weil er vom Versuch geprägt ist, differenziert zu denken – unideologisch eben. Das könnte doch ein Vorbild für Sie sein …

    Antwort
  • 35. Lola  |  20. Juli 2009 um 10:35 am

    @ Helge Mücke

    Sie schreiben: „Offenbar haben Sie das, was ich “erhellend” nannte, nicht wirklich gelesen oder durchdacht …“

    Klar, ich als Nicht-Anthroposoph bin gar nicht in der Lage, Sie als Anthroposophen zu verstehen, oder anders gesagt:

    “Wer uns kritisiert, hat sich nur noch nicht richtig mit der Anthroposophie befasst.”

    Aber lesen kann ich, zum Beispiel kann ich lesen, dass Sie Esoterik-Bücher verkaufen, die u.a. Impfgegnerschaft unterstützen.

    Antwort
  • 36. Helge Mücke  |  21. Juli 2009 um 7:34 am

    @Lola
    Wenn Sie Ziele zur Beschimpfung suchen, werden Sie zahllose Möglichkeiten finden. Nur, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich mich dafür ziemlich wenig eigne, weil ich ideologiefrei zu denken (handeln) versuche, seit den 68 ern oder so; das habe ich zwar schon gesagt, aber Sie nehmen das einfach nicht zur Kenntnis.
    Ich bin zwar Anthroposoph, lasse mich aber nicht in eine Ecke drängen, in der ich nicht bin. Was Sie da behaupten: „Klar, ich als Nicht-Anthroposoph bin gar nicht in der Lage, Sie als Anthroposophen zu verstehen, oder anders gesagt:
    “Wer uns kritisiert, hat sich nur noch nicht richtig mit der Anthroposophie befasst.”“ – ist für meine Person völlig aus der Luft gegriffen.
    Ich hatte geschrieben, erhellend sei für mich der Vergleich der Zitate Ravaglis aus früherer und heutiger Zeit gewesen. Sie gehen auf die Sache gar nicht weiter ein – Ihre Antwort sozusagen „am Thema vorbei“ -, denn das mit den „Mythologemen“ ist doch ein interessanter Aspekt, gerade für Anthro-Skeptiker wie Sie; daraus, dass Sie zu der Sache gar nichts sagen, hatte ich geschlossen (vermutet), dass Sie es nicht richtig gelesen haben, also nicht wirklich versucht haben, zu verstehen, was ich erhellend gefunden hatte. Meine Folgerung kann ja falsch gewesen sein.
    Ich verkaufe keine Bücher.
    Im übrigen bin ich ein offenes Blatt, der verwendete Name echt, während ich keine Ahnung haben kann, wer sich hinter „Lola“ verbirgt, es muss ja nicht einmal eine Frau sein. Klar, habe ich andererseits Verständnis, dass man im Internet nicht alles offen benennen kann; ich verwende an anderen Stellen auch einen Nickname oder nur meinen Vornamen. Hier habe ich anders entschieden, weil ich ja den Hannover-Anthroblog auch unter Wahrnamen eröffnet habe. Muss man sich heute als Anthroposoph schamhaft oder angstvoll verstecken? Um nicht als Rassist eingestuft zu werden? Womit wir wieder irgendwo beim Ausgangspunkt sind. Um es noch einmal deutlich klarzustellen: Von den kritisierten – „rassistischen“ – Aussagen Steiners halte ich nichts, bei jedem Lesen läuft mir noch ein Schauer über den Rücken, und ich halte auch nichts davon, Sie durch Wischiwaschi-Argumentation wegwischen (reinwaschen) zu wollen. (Allerdings bin ich auch nicht der Meinung, man könne daraus eine pauschale Einstufung der Anthroposophie als rassistisch oder nahe am Nazitum ableiten. Menschen wie Blom überspannen da den Bogen; deshalb habe ich gesagt: Streitschrift, kein Sachbuch.)
    Ansgar Martins versucht sachlich zu bleiben, lässt sich nicht in die polemische Ecke drängen.
    Mit Ihnen kann ich nicht ins Gespräch kommen, wir sollten das am besten beenden. Mein Verständnis von Gespräch beruft sich auf Martin Buber (oh mein Gott, ein Jude!! kein Anthroposoph!) – der sinngemäß gesagt hat (wenn auch nicht in solcher neudeutschen Sprache): ein Gespräch ist nur Möglichkeit zwischen Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen. Sie lassen diese Augenhöhe gar nicht zu, weil Sie mich als Anthroposoph (oh mein Gott, ein Anthroposoph!) in eine bestimmte Ecke schieben.
    Herzliche Grüße aus Hannover, wo es gerade sonnig wird.

    Antwort
  • 37. Helge Mücke  |  21. Juli 2009 um 7:38 am

    Nachtrag: statt „Möglichkeit“ sollte es „möglich“ heißen – „ein Gespräch ist nur möglich zwischen Menschen …“ Pardon, nicht vorher bemerkt (oder kann der Moderator das gleich ändern?, dann könnte er diesen Nachtrag löschen …)

    Antwort
  • 38. Lola  |  21. Juli 2009 um 8:39 am

    @ Ansgar Martins

    Helge Mücke schreibt: „Ich verkaufe keine Bücher.“

    und was ist das:

    http://www.gesundheits-weblog.de/50226711/lesetipp_adhs_bei_kindern_sog_zappelphilipp_homaopathische_behandlung.php

    Antwort
  • 39. Christoph Kühn  |  22. Juli 2009 um 10:03 pm

    Antwort auf Ansgar Martins am Juli 21, 2009 at 8:40:

    Das Problem ist, das auch Christus einfach zu einer bestimmten Entwicklungsstufe auf dem einzig gangbaren linearen Weg der Geschichte gesehen wird.

    Den Satz verstehe ich nicht.

    Das Problem ist iese Sicht auf die “Evolution” als zwingende Notwendigkeit.

    Nun, das hat damit zu tun, das mensch nun mal die Erfahrung macht, das es einen Wandel gibt. Wir werden älter, es gibt eine Entwicklung. Warum sollte es nicht auch eine „geistige“ Entwicklung geben? Allerdings finde ich – wie ich schon schrieb – eben auch dieses lineare „notwendige“ sehr einengend. Aber so hat es Steiner eben gesehen.

    Ein weiteres Problem ist natürlich, das Evolution ebensoschlecht wie Höherentwicklung für die Formen menschlichen Bewusstseins und ihre historischen Übergänge benutzt werden kann.

    Den Satz verstehe ich auch nicht.

    Ich hab nichts gegen Evolution, ich glaube aber sie ist ein Spiel des Göttlichen, nicht seine primäre Manifestationsart auf immer neuen Stufen der Heiligkeit.

    Nun, also von „Heiligkeit“ spricht weniger Steiner, eher manche seiner Anhänger. Ich bin mir nicht sicher, ob Steiner meinte, das „Göttliche“ manifestiere sich primär in (geistigen) Entwicklungsstufen. Meiner bescheidenen Meinung nach manifestiert sich das Göttliche im schöpferischen Denken (vgl. PdF).

    Steiner war doch in der prätheosophischen Phase Fan von Haeckel und Co, also sicher recht “evolutiv”. Von “höher” oder “niedriger” in diesem Zusammenhang spricht er aber m.W. erst in der “Mystik im Aufgang…”

    Die Vorstellung einer von unten nach oben verlaufenden Evolution finde ich, nun ja, recht bescheiden und erinnert an „oben ist gut, weil da der Himmel ist, in dem Gott wohnt.“ 🙂

    Was hälst du denn von Evolution und Geist?

    Oha – die Gretchenfrage so spät am Abend… Also mit dem wie auch immer gearteten steinerschen Entwicklungsdenken bin ich auch noch nicht warm geworden. Es handelt sich um Imaginationen Steiners. Was den Geist betrifft, so manifestiert er sich im schöpferischen Denkprozess. Geist ist Körper und Körper ist Geist…

    Antwort
  • 40. Andreas Lichte  |  23. Juli 2009 um 10:10 am

    @ Christoph Kühn

    was Sie alles nicht verstehen … na sowas.

    Was ich nicht verstehe:

    Wie können Sie Anthroposoph sein?

    Was ist „Anthroposophie“ eigentlich für Sie?

    Alles in allem lese ich aus Ihren Kommentaren:

    „Anything goes!“

    „Anthroposophie – Wir sind die Guten!“

    war’s das? Ganz toll!

    Antwort
  • 41. Ansgar Martins  |  23. Juli 2009 um 2:04 pm

    @ Christoph Kühn:

    Nun, das hat damit zu tun, das mensch nun mal die Erfahrung macht, das es einen Wandel gibt. Wir werden älter, es gibt eine Entwicklung. Warum sollte es nicht auch eine “geistige” Entwicklung geben?

    Ja, aber Wandel ist nicht höher und nicht besser und nicht zwingend notwendig, denn das engt ein, wie ja auch du sagst. Davon sollte mensch sich denke ich distanzieren.

    Ich bin mir nicht sicher, ob Steiner meinte, das “Göttliche” manifestiere sich primär in (geistigen) Entwicklungsstufen. Meiner bescheidenen Meinung nach manifestiert sich das Göttliche im schöpferischen Denken (vgl. PdF).

    Steiner sah den Fortschritt als Medium der Emanation des Göttlichen. Wo bleibt bei all dem Denken aber das Fühlen? Ich glaube, das Göttliche offenbart sich da, wo Deenken und Fühlen einander integrierend aufeinander transparent werden.

    “oben ist gut, weil da der Himmel ist, in dem Gott wohnt.”

    Das ist die Logik dahinter 😉

    @ Andreas. Eines habe ich auch bei dir nicht verstanden. Warum sollen AnthroposophInnen allesamt und ohne Ausnahme „böse“ sein, nur weil sie sich „Anthroposoph“ nennen. Wo ist der Unterschied von Steiner zum Alten Testament, was die Stichworte „undemokratisch“, „rassistisch“, „menschenfeindlich“, „wahnsinnig“ angeht?

    Antwort
  • 42. Andreas Lichte  |  23. Juli 2009 um 3:31 pm

    @ Christoph Kühn

    Spielen können Sie mit Ansgar Martins. Mir dürfen Sie meine Fragen beantworten, falls Sie das schaffen. Sie verehren einen Geisteskranken, Rudolf Steiner. Nehmen wir doch mal das Steiner-Zitat aus meinem Interview mit den Ruhrbaronen:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

    „Waldorfschule: Vorsicht Steiner

    (…)

    Ruhrbarone: Herr Lichte, Sie haben eine Fortbildung zum Waldorflehrer abgeschlossen aber trotz Job-Angebotes darauf verzichtet, in der wunderbaren Waldorfwelt zu arbeiten – warum?

    Andreas Lichte: Als ich mich entschloss, Kunst- und Werklehrer in der Waldorfschule zu werden, wusste ich noch nicht, dass die wichtigste Qualifikation eines Waldorflehrers darin besteht, Rudolf Steiner (den Gründer der Waldorfschulen und der Anthroposophie) als absolute Autorität zu verehren, z.B. so etwas:

    „Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.“

    (…)

    Bei den Ruhrbaronen gibt es einen link zum gesamten Steiner-Vortrag, nicht dass Sie auf die Idee kommen zu sagen: „Aus dem Zusammenhang gerissen.“

    Also: was ist hier die Botschaft Ihres Gurus Rudolf Steiner?

    Antwort
  • 43. Ansgar Martins  |  23. Juli 2009 um 5:01 pm

    Lieber Andreas,

    Ich bin vollkommen überzeugt, das Steiner einen an der Waffel hatte. Das hat nicht nur Fritz Beckmannshagen sehr schön herausgestellt, es fällt auch bei der Lektüre von „Mein Lebensgang“ auf.

    Aber genau dasselbe ist der Fall bei den Propheten der Gnosis, den sadistischen Folterfantasien in der Bibel etc. etc.

    Aber es kommt darauf an, was einzelne Menschen daraus machen, für sich, für ihr Leben. Und da ist es egal, ob Steiner, Russell, Jesus oder der Pharao oder eben niemand die religiöse Leitfigur darstellt. Solange dieser Mensche damit anderen nicht schadet. Wie schadet Christoph dir?

    Antwort
  • 44. Andreas Lichte  |  1. August 2009 um 9:15 am

    Hallo Ansgar,

    da Christoph Kühn & Anthroposophen nicht mehr den Mut haben, mit dir oder mir zu diskutieren, übermittele ich seine Antwort mal indirekt:

    Von : Christoph Kühn
    An : „Rudolf Steiner Liste“
    Datum : Samstag, 25. Juli 2009, 00:22
    Betreff: [RSL] Anthroposophie als libertäre Bewegung?

    Liebe Anthroposophinnen und Anthroposophen,

    in einem Kommentar zum Blogbeitrag „Ravagli, die „Rassen“ und die Rechten“ von Ansgar Martins schrieb der engagierte Anthroposophie-Kritiker Andreas Lichte an mich:

    ————————
    Was ich nicht verstehe:
    Wie können Sie Anthroposoph sein?
    Was ist „Anthroposophie“ eigentlich für Sie?
    Alles in allem lese ich aus Ihren Kommentaren:
    „Anything goes!“
    „Anthroposophie – Wir sind die Guten!“
    war’s das? Ganz toll!
    ————————

    (https://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/)

    Abgesehen davon, dass so manche Libertäre ihre Grundhaltung nicht mit einem lapidaren „Anything goes“ beschrieben wissen wollen, drängt sich mir doch die Frage auf, ob die PdF nicht als ein wahrlich libertäres Manifest gelten könnte und ob Dornach nicht als Forschungszentrum tiefgründigsten Libertarismus‘ seine wahrhaftigste Bestimmung finden würde?

    LGC

    Antwort
  • 45. Andreas Lichte  |  1. August 2009 um 10:41 am

    Bei den “Egoisten”, blog von Michael Eggert vollendet Christoph Kühn sein Spicken. Er unterzeichnet mit, geklaut von “Gauloises”:

    “Christoph “Liberte toujours” Kuehn”

    siehe: http://www.egoisten.de/files/trouble_grandt.html

    Kommen wir damit zu deiner Frage von oben, sinngemäss: Wie schaden Anthroposophen anderen? wörtlich: “Wie schadet Christoph dir?”

    Ich würde dich fragen: Wie findest du es, wenn Anthroposophen wie Christoph Kühn, die nicht selber denken können, sondern nur abschreiben – zu allererst natürlich bei Steiner -, dich unterrichten?

    Antwort
  • 46. Andreas Lichte  |  3. August 2009 um 9:17 pm

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 3. August 2009 14:34:36 MESZ
    An: Ansgar Martins
    Betreff: „Halt, pfui! der freie Wille steht da vorn ganz offen“

    Hallo Ansgar,

    hast du eigentlich „Zanders Erzählungen“ GELESEN ?

    Das ist ja GRAUSAM …

    .

    Ich hab mich spontan daran erinnert:

    http://www.zeno.org/Literatur/M/Büchner,+Georg/Dramen/Leonce+und+Lena/1.+Akt/2.+Szene

    „Leonce und Lena“ von Georg Büchner

    Zweite Szene

    Ein Zimmer.

    König Peter wird von zwei Kammerdienern angekleidet.

    PETER [während er angekleidet wird] Der Mensch muß denken, und ich muß für meine Untertanen denken; denn sie denken nicht, sie denken nicht. – Die Substanz ist das An-sich, das bin ich. [Er läuft fast nackt im Zimmer herum] Begriffen? An-sich ist an sich, versteht ihr? Jetzt kommen meine Attribute, Modifikationen, Affektionen und Akzidenzien: wo ist mein Hemd, meine Hose? – Halt, pfui! der freie Wille steht da vorn ganz offen. Wo ist die Moral: wo sind die Manschetten? Die Kategorieen sind in der schändlichsten Verwirrung: es sind zwei Knöpfe zuviel zugeknöpft, die Dose steckt in der rechten Tasche; mein ganzes System ist ruiniert. – Ha, was bedeutet der Knopf im Schnupftuch? Kerl, was bedeutet der Knopf, an was wollte ich mich erinnern?

    ERSTER KAMMERDIENER. Als Eure Majestät diesen Knopf in Ihr Schnupftuch zu knüpfen geruhten, so wollten Sie –

    KÖNIG. Nun?

    ERSTER KAMMERDIENER. Sich an etwas erinnern.

    PETER. Eine verwickelte Antwort! – Ei! Nun, und was meint Er?

    ZWEITER KAMMERDIENER. Eure Majestät wollten sich an etwas erinnern, als Sie diesen Knopf in Ihr Schnupftuch zu knüpfen geruhten.

    PETER [läuft auf und ab] Was? Was? Die Menschen machen mich konfus, ich bin in der größten Verwirrung. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen.

    „Halt, pfui! der freie Wille steht da vorn ganz offen.“

    Bei Ravagli auch. Der Mann ist so frei, sowas zu schreiben, S. 35:

    Zander als „Enthüllungsjournalist marxistischer Orientierung“

    „trotz seiner katholischen Vergangenheit einem marxistisch inspirierten, historischen Materialismus verpflichtet ist …“

    .

    klar, wenn man so RECHTS ist wie Ravagli, ist eben alles links davon Marxismus …

    (…)

    Antwort
  • 47. Ralf Sonnenberg  |  15. August 2009 um 12:10 am

    Lieber Ansgar,

    bei aller zum Teil berechtigter Kritik an den beiden Rassismus-Studien Baders, Leists und Lorenzo Ravaglis, fehlt mir in Deinem Beitrag ein Mindestmaß an Fairness gegenüber Lorenzo Ravagli, der sich im Internet mittlerweile einer Reihe von regelrechten Rufmordkampagnen ausgesetzt sieht.
    Als Michel Friedman vor einigen Monaten Horst Mahler interviewte und dieses Streitgespräch als Tondokument veröffentlichte (siehe Youtube), da hat man zwar über Sinn und Unsinn dieser Debatte öffentlich diskutiert, man wäre aber nicht auf die Idee verfallen, Friedman deswegen als Sympathisanten der NPD-Riege zu diffarmieren oder ihm gar eine »Zusammenarbeit« mit Mahler zu unterstellen.
    Im umgekehrten Fall war sich der »Stern«, auf dessen Differenzierungsvermögen jedoch bekanntlich keine allzu großen Stücke zu halten ist, nicht zu schade, eine solche Kolportage in die Welt zu setzen.
    Immerhin: Lorenzo Ravagli ging es darum, die Unvereinbarkeit von rechtsradikalen Gedanken der NPD und den kosmopolitschen Gedanken Steiners deutlich zu machen, vor allem anhand von Distanzierungen Steiners gegenüber der völkischen Bewegung und ihrer Anbetung des Blut-und-Boden-Ideals. Seine Intention war mit der Veröffentlichung des Ravagli-Molau-Briefwechsels die Unvereinbarkeit der schändlichen NPD-Ideologie mit der Anthroposophie Rudolf Steiners zu demonstrieren.

    Natürlich kann man Lorenzo Ravagli zum Vorwurf machen, dass er rassistische und antijudaistische Aussagen Steiners in Abrede stellt und damit keine Aufklärungsarbeit in einem prekären Themenbereich leistet. Ich finde es aber unfair, eine NPD-Nähe zu insinuieren – etwa mit dem Hinweis darauf, dass Ravagli Steiners Theorem der »Volksseele« verteidigt, die allerdings immer vor dem Hintergrund der Steinerschen Wertschätzung des Individuellen zu sehen ist. Oder werden Herder und Hegel allein deswegen zu rechtsradikalen Denkern, weil sie ebenfalls die romantische Idee eines »Volksgeistes« favorisierten?
    Solche Gleichsetzungen helfen doch niemanden weiter.
    Wem soll denn damit geholfen sein?

    Du beklagst desweiteren Ravaglis Linken-Schelte, die Du als eine irrationale Veschwörungstheorie brandmarkst. Nun, Ravaglis Kritik an Linksextremen wie zumindest Jutta Ditfurth oder Peter Bierl ist doch IM KERN völlig zutreffend. Bierl rückt die Anthroposophen in seinem Buch mit Sätzen wie »Die Reihen sind fest geschlossen« auf perfide und zugleich unseriöse Weise in die Nähe von gleichgeschalteten, marschierenden SA-Kolonnen und konstruiert eine weltweit agile Waldorf-Lobby, die angeblich gewährleiste, dass das Bild der Waldorfschulen gesellschaftlich »so positiv« ausfalle und immer noch »Staatsknete« dafür aufgebracht werde. Und den Neid vieler Linken auf die ungeheure Praxisvielfalt des zahlenmäßig im Verhältnis zur linken Bewegung geradezu bedeutungslosen Anthroposophen-Häufleins hat schon in den siebziger Jahren das »Kursbuch« H.M. Enzensbergers beklagt: »Überall wo der linke Hase hinkommt, sitzt schon ein anthroposophischer Igel!«
    Wenige Tausend dieser »Igel« haben eigene Schulen, Umwelt-Banken, alternative Krankenkassen, Krankenhäuser, Privatuniversitäten und vieles mehr zustande gebracht – die zeitweise Millionen von Anhängern zählenden linken Hasen haben in den genannten Bereichen kaum etwas Bleibendes bzw. auf die Gesellschaft im größeren Maße Ausstrahlendes geschaffen. Und da glaubst Du, Linksextreme, die alles Esoterische hassen wie der Teufel das Weihwasser, wären nicht immens neidisch auf die Anthroposophen? Gerade dann nicht, wenn sie wie Bierl an dem marxistisch-ideologischen Konstrukt festhalten, Esoteriker seien lauter weltflüchtige Spinner, die sich über die gesellschaftlichen Verhältnisse hinwegträumten?
    Nun, zumindest im Fall der Anthroposophen waren diese Esoteriker sehr viel praxisorientierter und gesellschaftlich fähiger als viele marxistisch-leninistische Theoretiker … 🙂
    Dies zeigt doch auch, welch anfeuernde und gesellschaftsreformerische KRAFT der Anthroposophie, dem Geistigen, zugrunde liegt …

    Grüße von Ralf Sonnenberg

    Antwort
  • 48. Ansgar Martins  |  22. August 2009 um 8:05 pm

    Lieber Ralf,

    bei aller zum Teil berechtigter Kritik an den beiden Rassismus-Studien Baders, Leists und Lorenzo Ravaglis, fehlt mir in Deinem Beitrag ein Mindestmaß an Fairness gegenüber Lorenzo Ravagli, der sich im Internet mittlerweile einer Reihe von regelrechten Rufmordkampagnen ausgesetzt sieht.

    Ich sehe nicht, wo ich unfair berichte. Das ist alles nicht nur wahrheitsgemäß, sondern auch durchaus berechtigt. Die Zielsetzung des Artikels ist nicht, eine Biographie Ravaglis zu liefern, sondern zu zeigen, was an seiner Steiner-Apologie Unsinn ist, und warum. Das geht aus dem Titelk und dem Inhalt hervor. Die Rufmordkampagnen haben leider zumindest eine durchweg begründete Basis, und Ravagli bläst trotzdem in dasselbe Horn weiter. So wird die Kritik weiter legitimiert!!!

    Du beklagst desweiteren Ravaglis Linken-Schelte, die Du als eine irrationale Veschwörungstheorie brandmarkst. Nun, Ravaglis Kritik an Linksextremen wie zumindest Jutta Ditfurth oder Peter Bierl ist doch IM KERN völlig zutreffend.

    Naja. Wenn der Kern der Sache der ist, Steiners Rassentheorie zu ihrem Gegenteil zu erklären, dann ist sie im Kern völlig unberechtigt.
    Meinst du mit dem „Kern“ allerdings Ravaglis Kritik an der Polemik Bierls und Dithfurts gegenüber der Anthroposophie, dann hast du sicher recht.

    Aber ich kritisiere in diesem Artikel nicht Ravaglis berechtigte Vorbehalte gegen Bierl, sondern seine lächerliche und in Gänze unhaltbare Behauptung, jegliche Anthroposophiekritik, vor allem die an Steiners Rassismus, entspränge einer Eifersucht von „Linken“, weil AnthroposophInnen viel erfolgreicher seien. Und diese fantasierte „Verschwörung“ gegen die Anthroposophie setzt er zu allem Überfluss noch mit den „Protokollen der Weisen von Zion“ gleich!!!

    Und da glaubst Du, Linksextreme, die alles Esoterische hassen wie der Teufel das Weihwasser, wären nicht immens neidisch auf die Anthroposophen?

    Meine politischen Ansichten würdest du vielleicht auch „linksextrem“ nennen, trotzdem hasse ich Esoterik nicht, ich verurteile aber die Selbstglorifizierung und -mumifizierung eigentlich aller mir bekannten esoterischen Gruppierungen. Soll heißen: Die Esoterikkritik hat ihre Berechtigung und dieses pauschale Urteil über sogenannte „Linksextreme“ ist genauso wie eines über „die Anthroposophen“.

    Und auch wenn „sie“ Esoterik hassen, werden sie wohl kaum neidisch auf recht gründlich esoterisch geprägte Sozialeinrichtungen sein. Die Erfolge und Lebenstauglichkeit „linksradikaler“ Pädagogikvorstellungen zeigen sich in Organisationen wie der GEW, der Existenz demokratischer Schulen, oder z.B. der Laborschule Bielefeld sowie den Grundsatzprogrammen der meisten LandesschülerInnenvertretungen. Zufällig bin ich da nicht ganz uninformiert.

    Dies zeigt doch auch, welch anfeuernde und gesellschaftsreformerische KRAFT der Anthroposophie, dem Geistigen, zugrunde liegt …

    Auch marxistischen und rechtskonservativen „Revolutionen“ und Machtergreifungen lag eine gewaltige „Kraft“ zugrunde. Die Frage ist, ob sie „Geist“ zu nennen ist. Meiner Ansicht nach ist „Geist“ dort, wo Stille waltet, er weht wo er wehen will, die meisten Versuche, ihn sich zu „besorgen“, oder erst recht: ihn für sich zu beanspruchen, werden scheitern. Das gilt für jede Art Religion oder Sekte.

    Und das ist für mich der Erfolg der anthroposophischen Praxiselder: Deren Begründung erfolgte aus einem bestimmten „Geist“, ihr gesellschaftlicher Erfolg liegt aber nicht (nur) in ihm, sondern darin, dass dadurch vielfältige Plattformen initiiert waren, wo Menschen tätig wurden, die mit anthropsophischen Vorstellungen wenig bis nichts viel zu tun haben.

    Da, wo Ideologie, geistige Konstrukte, Weltanschauung hinter die sozial-menschliche Lebenspraxis tritt, sich ihr unterordnet, „seine eigene Existenz aufgegeben“ hat, können sie hilfreich sein. Im umgekehrten Fall haben wir ein eine Theokratie oder eine Diktatur, wie sie auch Sozialismus und Nationalsozialismus brachten. Ich will nicht wissen, wohin diesbezüglich ein Dreigliederungsstaat führt. Aber ich sehe, dass das Engagement von AnthroposophInnen für ein BGE Früchte für unsere oder jede Gesellschaft tragen kann!

    Antwort
    • 49. Ansgar Martins  |  22. August 2009 um 8:08 pm

      Achso. Die kursiven Teile sind Zitate von Ralf (aus Kommentar 46)

  • 50. Dr. Alexander Dill  |  3. September 2009 um 9:26 am

    Gestern habe ich den Philanthropen Hans Jecklin besucht, der ein Treffen von Vertretern der Weltreligionen moderiert hat. Seine Stiftung fördert das Projekt http://www.global-spirituality.info
    Als Jecklin in der Runde fragte, was man zuallerest tun könne, um zu einem gemeinsamen Gott zu finden, antwortete der islamische Vertreter: „Gott gehorchen.“ Als Jecklin ihn daraufhin ansprach, was solle das für ein Gott sein, der Gehorsam erwartet, verließ er den Raum und weinte.
    Auf der diskursiven Ebene von Bekenntnissen und Glaubenssätzen finden sich alle Religionen und Weltanschauungen immer noch in heute archaisch anmutenden Glaubenskriegen. Kommt dann noch die deutsche Vergangenheitsbewältigung hinzu, deren Projekt ja selbst leicht die Formen christlicher Praktiken von Schuld, Buße und Vergebung annimmt, so kann es geschehen, dass inmitten einer postmodernen Friedlichkeit und einer weitverbreiteten Sehnsucht nach gutem Leben, emotional aufgeladener Streit stattfindet.
    Manche empfehlen dann Reiki oder Meditation, aber man könnte ihn auch auf der diskursiven Ebene selbst mit einfachen Fragen therapieren, wie:
    Was soll eigentlich der Andere Deiner Meinung nach sagen oder tun? Wofür willst Du ihn gewinnen?
    Der rein hermeneutische Streit um die rechte Deutung, der seit Jahrtausenden die Schriftreligionen beherrscht hat, ist erst in der Praxis von Diakonie und Caritas beendet worden, nicht in ökumenischen Kommissionen.
    Um viel weniger sinnvoll ist so ein Streit in der doch sehr erfolgreich praxisorientierten Anthroposophie, von deren Förderern und Anhängern keine rituellen Bekenntnisse verlangt werden und die sich letztlich in der tätigen Teilnahme an ihren Angeboten manifestiert, nicht in Glaubenssätzen.
    Vielleicht aus diesem Grund stoßen viele Familien zu dieser in keiner Weise kompakten und konsistenten Weltsicht, ohne daß sie wissen können, sollen oder müssen, ob dieses aus den Schriften Rudolf Steiner abgeleitet, oder „nur“ Resulatat eines bald 100-jährigen Lernprozesses mit Eltern, Kindern, Tieren und Pflanzen ist. Das Letztere sollte nicht abgewertet werden, denn das Wissen (Sophia) um den Menschen (Anthropos) entsteht in den seltensten Fällen durch Offenbarung, äußerst selten durch die Lektüre von klugen Schriften und nie ohne die Erfahrung und das Leben mit und zwischen den Menschen.
    Amen!

    Antwort
  • 51. Andreas Lichte  |  3. September 2009 um 4:59 pm

    @ Dill

    Sie fragen: „Was soll eigentlich der Andere Deiner Meinung nach sagen oder tun?“

    Anthroposophen sollen endlich sagen:

    „Ja, Steiner war ein Rassist“

    Antwort
    • 52. Gertrud Kiefer-Volkert  |  24. Oktober 2009 um 3:07 pm

      Ja, genau so sehe ich das auch. Denn wenn man bedenkt, dass in Deutschland inzwischen 500 Waldorfkindergärten bestehen, die alle einmal zu Waldorfschulen ausgebaut werden, die erste Interkulturelle Waldorfschule Mannheim seit einigen Jahren (sicher engagiert) arbeitet und aus globaler Sicht die Waldorfpädagogik als Exportprodukt aus dem deutschsprachigen Kulturraum (und damit auch aus Deutschland ) aufgefasst wird, dann sollte einem deutlich sein, dass es bei der Rassismusdiskussion um die Grundrechtsproblematik geht und nicht um irgendein Palaver, bei dem jeder seine eigene Sicht haben darf.
      Daher halte ich auch staatlichen Politikunterricht an Waldorfschulen für eine wichtige Einrichtung. Schüler sollten sich dafür stark machen!

  • 53. Nuray  |  26. Oktober 2009 um 10:20 am

    Oh, oh Herr Lichte, ich treffe Sie wirklich immer wieder. Kann man Ihnen denn nicht entgehen? Lassen Sie uns Antroposophen doch endlich in Ruhe. Sie haben bei uns nicht das gefunden was Sie suchen. Dann suchen Sie doch woanders.
    War Steiner ein Rassist? So wie man Rassismus heute formuliert wohl ja. Aber demnach ist auch der ehemalige Bundespräsident Lübke ein Rassist „liebe Neger….“Zitat Lübke.
    Würde Steiner heute leben und wüßte er um die Tatsache, dass es eine sog. „political correctness“ gibt, die man nicht verletzen darf ohne in die Nähe von Rechten und Rassisten gerückt zu werden, dann hätte er sicher andere Worte gewählt um auszudrücken wie das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist sich auf der Erde auf Grund der karmischen Vorgänge manifestiert. Es ist in Deutschland als Türkin oft sehr schwer, aber Steiner sei Dank, diesmal darf ich offener reden als die Deutschen. Denn mir als Türkin unterstellt man wohl keinen mitteleuropäischen Rassismus. Und da die Türkei nur zu 3 % auf europäischem Boden ist und der Rest zu Asien gehört und ich aus diesem anatolischen Teil stamme, darf ich sagen, ich fühle mich durch Steiner nicht diskriminiert. Denn neben seinen sog. rassistischen Äußerungen hat er auch gesagt, ein Mensch gehört zu der Kultur, der er sich zugehörig fühlt. Schön, dass ich diese Möglichkeit habe mich hier zugehörig zu fühlen.
    Herr Lichte, Ihnen wünsche ich auch mal, das Sie sich irgendwo zugehörig gefühlen und nicht immer nur anprangern müssen, sondern leben können.
    Ich danke der Antroposophie und ich danke Rudolf Steiner, dass er mir die Antworten gezeigt hat und ich mich entwickeln kann. Vielleicht sprechen wir uns in einem unserer nächsten Leben wieder und vielleicht treffen wir uns sogar nach unserer Erdenentwicklung, vielleicht haben Sie dann erkannt, was wirklich wichtig ist.

    @Ansgar
    ich beneide Dich, dass Du auf einer Waldorfschule bist. Leider sind wir dafür zu spät nach Deutschland gekommen.

    Antwort
    • 54. Ansgar  |  26. Oktober 2009 um 5:16 pm

      @Ansgar
      ich beneide Dich, dass Du auf einer Waldorfschule bist. Leider sind wir dafür zu spät nach Deutschland gekommen.

      Danke. Ich bin auch froh auf meiner Schule.

      Oh, oh Herr Lichte, ich treffe Sie wirklich immer wieder. Kann man Ihnen denn nicht entgehen?

      Berechtigte Frage. Zu dem Thema im Internet wahrscheinlich nicht.^^

      Lassen Sie uns Antroposophen doch endlich in Ruhe.

      Das ist zwar für AnthroposophInnen sehr nervig, aber ich halte es auch für Eure große Chance, wenn jemand permanent auf Abruf bereit steht, Euch bei den so oft wiederholenden Fehlern in den Hintern zu treten. Und das macht er doch sehr kreativ.

      Die Sache zu Steiners Rassismus ist daneben. Nur weil mensch ihn damals nicht so genannt hätte, ändert das nichts daran, wie dämlich das nach unserem heutigen Wissen ist.

      …und vielleicht treffen wir uns sogar nach unserer Erdenentwicklung, vielleicht haben Sie dann erkannt, was wirklich wichtig ist.

      Ansonsten: Willkommen auf der achten Sphäre zur soratischen Cocktailparty!

      Aber was wichtig ist, definiert denn schließlich jedeR für sich selbst. „Abenteuer der Selbstrealisierung sehen überall anders aus.“ Da braucht es keinen neuen Planeten sondern diesen in Demokratie, Offenheit, Durchlässigkeit und Transparenz. Wobei ich persönlich momentan beides für gleich unwahrscheinlich halte.

    • 55. Andreas Lichte  |  26. Oktober 2009 um 6:02 pm

      @ Nuray

      Es ist Ihr ganz persönliches Problem, dass Sie der Religion Anthroposophie angehören.

      Die Religion Anthroposophie wird allerdings zu einem gesellschaftlichen Problem, wenn sie weiter Rudolf Steiners Rassismus verherrlicht, bzw. leugnet.

  • 56. Nuray  |  27. Oktober 2009 um 10:39 am

    Danke Ansgar, Du hast recht damit, dass jeder für sich selber entscheidet was wichtig ist und Du hast mich auch wieder daran erinnert, dass man nicht bewerten soll. Ich empfinde diese Rassismusdebatte wahrscheinlich wirklich auf Grund meiner Herkunft anders als die meisten Deutschen. In einem Land, in dem die kurdische Sprache und die kurdische Kultur jahrzehntelang verboten waren erlebt man Rassismus anders. Ich selbst hatte eine türkische Großmutter und einen kurdischen Großvater, was vielleicht schon ein Hinweis auf den liberalen Hintergrund meiner Familie wirft. Aber wir haben in der Türkei Rassismus gegenüber den Kurden wirklich hautnah erlebt. Das war Ausgrenzung pur. Deshalb haben die Beschreibungen von Steiner über Rassen und Völker für mich einen ganz anderen Stellenwert, als die Tatsache, dass bestimmte Geschäfte z.B. keine Milch an Kurden verkaufen wollten. Steiner sagt ja nicht andersfarbige Menschen sind auszugrenzen, sondern er legt seine Überzeugung dar, warum sie anders sind. Ich weiß nicht, wie er heute auf Nachfragen reagieren würde, jede mögliche Antwort ist reine Spekulation. Ich finde es nur schade, dass mittlerweile Antroposophie bzw. alle Lehren Steiners auf diese Debatte beschränkt werden. Warum setzen die Kritiker sich ausschließlich damit auseinander? Die antroposophische Klinik in Herdecke z.B. hat einen ausgezeichneten Ruf und ich kenne einige Menschen denen dort geholfen wurde, bei denen reine Schulmedizin schon versagt hatte.
    Man mag zu der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens stehen wie man will, aber es ist anerkennenswert, dass einer der Hauptbefürworter, Herr Götz Werner, die DM Kette nun mal weitaus menschenwürdiger leitet als das die meisten Unternehmer tun und er tut dies, weil er entsprechend der Antroposophie glaubt, dass jeder Mensch in seiner Arbeit auch einen Sinn erkennen muss.

    @Andreas Lichte
    Ich habe kein Problem Antroposophin zu sein, ich hätte eines gäbe es Steiner und die Antroposophie nicht

    Antwort
    • 57. Ansgar  |  27. Oktober 2009 um 8:59 pm

      Ich finde es nur schade, dass mittlerweile Antroposophie bzw. alle Lehren Steiners auf diese Debatte beschränkt werden. Warum setzen die Kritiker sich ausschließlich damit auseinander?

      Auch das kann ich verstehen. Aber die Gegenfrage: Wenn es sich um ein so nebensächliches Thema handelt, warum treten dann die anthroposophischen Organisationen nach einer nun gut 20jährigen Debatte nicht einfach mal geschlossen an die Öffentlichkeit und sagen: „Ja, Steiner hat sich über außereuropäische Kulturen mitunter grauenhaft geäußert und diese Vorurteile sind auch in seiner Beschreibung der „Evolution“ eingeflossen.“?

      Steiner war keiner der wilden Rassisten seines Jahrhunderts. Er hat damals populäre vulgäre Stereotype esoterisch reformuliert und neu begründet (wodurch sie ncoh abstruser klingen). Umso tragischer, dass da so wenige heute den Mund zu aufmachen. Wäre das der Fall, ließe sich da ganz anders drüber reden.

      Mit der anthroposophischen Medizin habe ich mich schlicht nicht beschäftigt. Die großen Kliniken scheinen mir nach den meisten mir bekannten Darstellungen medizinisch nicht übel zu sein. Aber beim übergeordneten Konzept finde ich wieder den Gedanken, Krankheit zum selbstverdienten „Karma“ zu erklären, unannehmbar! Die Idee des BGE allerdings ist meiner Meinung nach klasse.

    • 58. Andreas Lichte  |  28. Oktober 2009 um 8:25 am

      @ Nuray

      Sie schreiben: „Ich habe kein Problem Antroposophin zu sein, ich hätte eines gäbe es Steiner und die Antroposophie nicht“

      Das IST Ihr Problem: Ohne Steiner sind Sie nichts. Sie definieren sich wie alle Anthroposophen über Steiner.

  • 59. Andreas Lichte  |  3. November 2009 um 2:36 pm

    Rudolf Steiner ist nicht der einzige anthroposophische Rassist. Der bekannteste Italienische Anthroposoph, Massimo Scaligero, der auch ins Deutsche übersetzt wurde, war im italienischen Faschismus aktiv.

    Massimo Scaligero wird nach wie vor von Anthroposophen als spirituelle Autorität verehrt, so von Michael Eggert, Betreiber des anthroposophischen blogs “Egoisten” in seinem neuesten Artikel “Die Kraft des Lebens”, siehe:

    http://www.egoisten.de/files/kraft_des_lebens.html

    Michael Eggert ist seit langem bekannt, dass Massimo Scaligero Faschist, Antisemit und Rassist war, spätestens seitdem ich meine von der Italienischen Botschaft durchgesehene Scaligero-Übersetzung auf seinem blog postete:

    Massimo Scaligero, „Coscienza del sangue“ in „La Difesa della Razza“, August 20, 1942, 4:

    „Se esiste una finalità essenziale della dottrina razzista, questa necessariamente consiste in una prassi etico-scientifica che rettifichi i valori della razza, secondo un modello che non occorre inventare ma che già esiste. Ciò può essere realizzato non soltanto attraverso una serie di norme eugeniche e sanitarie, ma anche destando una sensibilità e una coscienza razzista, così che il popolo non accolga passivamente i risultati di un’azione razzista, ma divenga esso stesso consapevole cooperatore di tale azione.“

    Massimo Scaligero, „Bewusstsein des Blutes“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. August 1942, S. 4:

    „Wenn eine essentielle Zielsetzung der rassistischen Doktrin [i.e: der Rassen-Lehre] existiert, dann besteht diese notwendigerweise in einer ethisch-wissenschaftlichen Praxis, die die Werte der Rasse richtigstellt, gemäss eines Modells, das nicht erfunden werden muss, sondern das bereits existiert. Dies kann nicht nur durch eine Reihe von Normen der Eugenik und der Gesundheit erreicht werden, sondern auch indem eine rassistische Sensibilität und ein rassistisches Bewusstsein [i.e.: ein Rasse-Bewusstsein] erweckt wird, so dass das Volk nicht passiv die Resultate einer rassistischen Aktion aufnimmt, sondern selbst bewusster Mitwirkender dieser Aktion wird.“

    ……………………………………..

    Massimo Scaligero, „Fronte unico ario“ in „La Difesa della Razza“, February 20, 1941, 22:

    „Il movimento anti-ebraico giustamente oggi deve acquisire un’ampiezza supernazionalistica sino a divenire un’intesa di tutti i paesi. Proprio perchè si è mossi da un ideale di universalità che non abolisce ma mantiene e armonizza la differenziazione gerarchica, non si può ammettere l’azione di un gruppo etnico culturale a carattere internazionalistico, quale quello ebraico; tale inamissibilità per i popoli acquista vivente significato sopratutto allorchè alla concezione di una nuova universalità ariana corrisponde il risveglio di quell’elemento etnico-spirituale che inizialmente dette impulso a questo ideale di umanità. Ora, un fronte unico si rende necessario per dare all’universalità dell’ideale ariano uno strumento positivo sul piano dell’azione, in quanto non si tratta di combattere contro una nazione, ma contro una ‘internazionalità’ che è nazione nelle nazioni e si presenta non soltanto sotto l’aspetto di razza, ma sotto quello di religione, di cultura, di modo di pensare, di conoscere, di agire.“

    Massimo Scaligero, „Arische Einheitsfront“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. Februar 1941, S. 22:

    „Die anti-jüdische Bewegung muss heute richtigerweise eine übernationale Größe erlangen, bis sie zu einem Übereinkommen aller Länder wird. Gerade weil man von einem Ideal der Universalität bewegt [i.e.: angetrieben] ist, das die hierarchischen Differenzierungen nicht abschafft, sondern beibehält und harmonisiert, kann man die Aktion einer ethnisch-kulturellen Gruppe mit internationalistischem Charakter, wie die der jüdischen, nicht zulassen; diese Unzulässigkeit für die Völker erlangt lebende [auch: lebendige] Bedeutung vor allem sobald mit der Konzeption einer neuen arischen Universalität das Erwachen [auch: Wiederaufleben] jenes ethnisch-spirituellen Elementes übereinstimmt, das ursprünglich diesem Ideal der Humanität den Impuls gab. Jetzt ist eine Einheitsfront unentbehrlich, um der Universalität des arischen Ideals ein positives Instrument auf der Ebene des Handelns zu geben, insofern es nicht darum geht, gegen eine Nation zu kämpfen, sondern gegen eine ‘Internationalität’, die Nation in den Nationen ist, und sich nicht nur unter dem Aspekt der Rasse präsentiert, sondern auch unter dem Aspekt der Religion, Kultur, der Denkweise, des Erkennens, des Handelns.“

    Dies sind nur 2 Beispiele, es gibt unzählige andere faschistische Scaligero-Texte. Das Italienische wikipedia wurde von Anthroposophen manipuliert – sie machen aus Scaligero einen Widerstandskämpfer.

    Antwort
    • 60. Ansgar  |  4. November 2009 um 9:45 pm

      Es gab auch ein paar Anthroposophen im Umkreis des italienischen Okkultfaschisten Julius Evola, da müsste ich jetzt nochmal nachkramen wer und was die gemacht haben.

    • 61. Gertrud Kiefer-Volkert  |  6. November 2009 um 11:01 am

      Ansgar Martins, tun Sie das. Es ist wichtig, diese Kritik zu leisten, die gesamte Anthroposophie ist vielleicht als eine Krankheit unserer Kultur anzusehen, die nicht auch noch in die Welt hinaus verbreitet werden darf.
      Gestern habe ich mal wieder gedacht, ich sehe nicht richtig, als ich in der Zeitschrift „Die Drei“ vom November 2009 auf Seite 60 ein Foto des Eingangsbereichs der SEKEM-Farm des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish entdeckt habe.
      Links und rechts des Eingangs sind an einer hohen Mauer über dem Schriftzug SEKEM (auf der linken Seite in lateinischer Schrift, auf der rechten Seite vermutlich in arabischer Sprache) vier Flügel so angeordnet, dass sie ziemlich eindeutig an das von den Nationalsozialisten verwendete Hakenkreuz (Swastika) erinnern. Gelb und Rot sind die gewählten Farben auf hellem Grund. Was hat das nun zu bedeuten? Wie wirken solche Symbole im arabischen Raum? Wer hat sie dorthin gebracht? Provokation oder Alarmsignal oder einfach grenzenlose Naivität? Unpassend sind sie allemal.

  • […] der Menschheit„ (zu dem auch eine Kurzfassung als Flugblatt vorliegt, vgl. dazu kritisch Ravagli, die Rassen und die Rechten sowie Sonnenberg: Vergangenheit, die nicht vergehen […]

    Antwort
  • […] ausgefeilt, in hunderten Büchern seit 1925 zum Dogma verhärtet (zu einem Beispiel vgl. Ravagli, die „Rassen“ und die Rechten). Anthroposophischer […]

    Antwort
  • […] Heyer (der selbst auch genügend rassentheoretischen “Dreck am Stecken” hatte, vgl. Ravagli, die “Rassen” und die Rechten) fand 1950 gar, dass Äußerungen Churchills zu Deutschlands ausbleibenden Friedensinitiativen im […]

    Antwort
  • […] von Steiners rassistischen Äußerungen, vgl. dazu u.a. „Der Europäer“, Ravagli, die Rassen und die Rechten – AM) steht jedoch die beginnende Auseinandersetzung mit problematischen Äußerungen: Als […]

    Antwort
  • […] Anthroposophie, DieDrei 10/2010, S. 80ff.). Wider Erwarten hat aber auch niemand anderes als der Lorenzo Ravagli mit einer begeisterten Besprechung auf Schmidts Buch reagiert, die auf seinem […]

    Antwort
  • […] sagen, dass die Anthroposophie im Wartesaal eines Bahnhofs geboren wurde“, freut sich auch Lorenzo Ravagli (Im Wartesaal geboren). Die sonst nicht gerade wortkargen Kritiker_innen der Anthroposophie haben […]

    Antwort
  • 68. Georg Wahrmunds Vorzeit-Früchte « waldorfblog  |  13. April 2011 um 12:36 pm

    […] Dabei verwies „Wahrmund“ auf den umstrittenen anthroposophischen Publizisten und Lorenzo Ravagli (seit 2005 Redakteur der „Erziehungskunst“, in der auch „Wahrmunds“ Artikel […]

    Antwort
  • […] Steiners Rassentheorie umzugehen. Dabei streift Husmann länger die unglücklichen Versuche eines Lorenzo Ravagli, Steiners Rassentheorien u.a. unter Bezugnahme auf die vorgeschaltete Reinkarnationslehre als […]

    Antwort
  • 70. Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der PrivatuAniversität Witten/Herdecke | Ruhrbarone  |  13. Juni 2011 um 12:10 pm

    Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke

    Die vom Land NRW geförderte anthroposophische Privatuniversität Witten/Herdecke lädt Lorenzo Ravagli, Anthroposoph mit äußerst zweifelhaftem Ruf, zu einem Vortrag ein. (…)

    http://www.ruhrbarone.de/waldiwissenschaft-lorenzo-ravagli-an-der-privatuniversitat-wittenherdecke/

    Antwort
  • 71. “Das Karma der Unwahrhaftigkeit” « waldorfblog  |  13. Mai 2012 um 11:50 am

    […] Das ist erst einmal richtig. Befriedigt darf man verzeichnen, dass die Kommentatoren durchaus auch historische Abhängigkeiten und Zeitgebundenheiten Steiners nicht mehr in Abrede stellen: “Es ist offensichtlich, dass Rudolf Steiners Deutung der deutschen Haltung durch Mitteilungen beeinflusst ist, die er im Verlauf seiner Gespräche mit General Helmuth von Moltke im November 1914 in Bad Homburg geführt hatte.” (GA 173a, 299). Ein so klares Eingeständnis fällt vielen Anthroposophen bei Steiners ‘höheren Erkenntnissen’ nach wie vor schwer (vgl. Zanders Zitate-Zauber, Steiner “spirituell”, Anthroposophische Geschichtsschreibung, Bilder und Sachen, Leitmotiv Zertrümmerung, Ravagli, die ‘Rassen’ und die Rechten). […]

    Antwort
  • 72. Die unendliche Geschichte | Waldorfblog  |  9. November 2014 um 3:06 pm

    […] verfällt in ein bekanntes Muster der Steiner-Hagiographie: Der Meister wird zum Gegner des Rassismus stilisiert, selektiv […]

    Antwort
  • 73. Die Rache des Steiner-Verlags | Waldorfblog  |  9. November 2014 um 11:46 pm

    […] “Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit” (Stuttgart 2000f.vgl. dazu kritisch: Ravagli, die Rassen und die Rechten; Rudolf Steiners Rassenlehre sowie Ralf Sonnenberg: Vergangenheit, die nicht vergehen will) […]

    Antwort
  • […] sagen, dass die Anthroposophie im Wartesaal eines Bahnhofs geboren wurde”, freut sich auch Lorenzo Ravagli (Im Wartesaal geboren). Die sonst nicht gerade wortkargen Kritiker_innen der Anthroposophie haben […]

    Antwort
  • […] zu allem Überfluss noch pathetisch einen (Wieder-)”Aufstieg zum Mythos” predigt. (vgl. Ravagli, die Rassen und die Rechten) Nun hat Ravagli allerdings eine geschwätzige Rezension zu Band 7 der von Christian Clement […]

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Inhalt ( Auswahl - vgl. das Archiv )

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 172 Followern an

Kategorien

Archiv

Zum Autor

Hallo allerseits,
Ich bin Ansgar Martins, geb. 1991 und war bis Juni 2010 Schüler an der FWS Mainz. Inzwischen studiere ich Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. Dieser Blog ( dessen "Leitbild" ganz oben rechts ) ist mein persönliches Projekt, um die oft einseitigen und selbstgerechten Pro- und Contra-Positionen in der Debatte um die Waldorfpädagogik und Anthroposophie kritisch zu kommentieren. Ich hoffe, das gelingt, und freue mich über Rückmeldungen jeder Art!

Kommentare

Jeder Artikel kann kommentiert werden. Da ich aber bei Internetdiskussionen zu diesem Thema schon einiges an widerlichen Unterstellungen und Beleidigungen von pro- wie antianthroposophischen Seite gelesen habe, werden die Kommentare aber vor ihrer Veröffentlichung geprüft und ich behalte mir vor, sie ggf. zu kürzen oder nicht freizuschalten. Ich will damit niemanden "zensieren", sondern versuchen, eine faire und möglichst sachliche Diskussionskultur zu schaffen.

Haftungsausschluss für externe Verweise und Links

Mit Urteil vom 12.Mai 1998 hat das LG Hamburg entschieden, dass mensch durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der verlinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das LG, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

Da ich dieses Risiko gerade bei den bekannten Verstiegenheiten anthroposophischer Websites nicht eingehen will, distanziere ich, Ansgar Martins, mich hiermit vorsorglich von ausnahmslos allen Gestaltungen und Inhalten sämtlicher fremder Internetseiten, auch wenn von meiner Seite ein Link auf besagte Internetseite(n) gesetzt wurde.

Blog Stats

  • 455,168 hits

Bild im Titel: Ita Wegman, Rudolf Steiner, Marie Steiner-von Sievers


%d Bloggern gefällt das: